
Unser Finanzsystem ist stabil und verlässlich
31. März 2020
In Zeiten von Corona lauten die Empfehlungen gerade für SeniorInnen: Vermeiden Sie den Gang zur Barbehebung in der Bank. Michaela Juen, Bereichsleiterin Privatkunden der Sparkasse Imst, erörtert im Gespräch Möglichkeiten, wie ältere Menschen ihre Geldgeschäfte aktiv organisieren können.
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Bereichsleiterin Privatkunden Michaela Juen im Interview: "Wir sind für Sie da, aber vermeiden Sie unnötige Gänge zur Bargeldbehebung in die Bank."
Frau Juen, in der momentanen Krisensituation fühlen sich manche Menschen wohler, wenn sie größere Bargeldbeträge bei sich zu Hause haben. Gerade für viele ältere Kundinnen und Kunden ist es eine liebgewonnene Gewohnheit zum Monatsbeginn größere Barbeträge abzuheben. Was sind die Motive, die hinter diesem Bedürfnis stehen?
Michaela Juen: „Vorneweg: Ganz viele ältere Menschen nutzen längst die vielfältigen Möglichkeiten bargeldlos zu bezahlen. Allen voran die klassische Bankomat-Karte. Es gibt aber nach wie vor einen gewissen Anteil an Kundinnen und Kunden, denen Bargeld ein vertrautes Gefühl der Sicherheit vermittelt. Motto: Nur Bares ist Wahres. Ich denke, es geht vielfach um das Gefühl, unabhängig zu sein. Es hat aber auch eine soziale Komponente. In der Filiale gab es bis zur Corona-Krise auch die Möglichkeit für einen kurzen Plausch. Das ist mittlerweile nur mehr sehr eingeschränkt möglich.“
Welche Alternativen zum Filialbesuch gibt es, wenn man derzeit als älterer Mensch und somit Teil der gefährdeten Risikogruppe Bankgeschäfte auf nicht digitalem Weg organisieren möchte?
Michaela Juen: „Wir sind natürlich auch telefonisch für unsere Kunden da. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit, nahestehende Personen mit Einzelvollmachten auszustatten. Diese Bevollmächtigten müssen Ihren Lichtbildausweis mitbringen. Die Unterschrift des Vollmachtgebers wird anhand einer Unterschriften-Probe kontrolliert. Die Sparkasse Imst stellt gerne Mustervorlagen für solche Vollmachten zur Verfügung. Wir drucken diese auch aus. Zudem haben wir montags bis freitags von 08.00 bis 12.00 Uhr geöffnet. Wir empfehlen gerade älteren Menschen aber für Anliegen, die sie unbedingt persönlich besprechen möchten, telefonisch einen Termin zu vereinbaren. “
Die Empfehlungen der WHO sind relativ deutlich: Es ist in der aktuellen Situation hygienischer und damit auch ratsamer bargeldlos zu bezahlen. Trotzdem wird aus Sorge ums ersparte Geld behoben. Konkret gefragt: Ist die Angst, dass Bargeld irgendwann ausgehen könnte, in irgendeiner Form begründet?
Michaela Juen: „Die Bargeldversorgung ist in allen Filialen ausreichend gegeben. Alle Bankomaten sind jederzeit aufgefüllt. Auch die Nationalbank verfügt über große Reserven. Somit sind entsprechende Befürchtungen über Geldknappheit absolut unbegründet. Unser Finanzsystem ist belastbar und verlässlich mit Reserven ausgestattet.“
Manche Menschen sind dennoch von Ängsten bewegt. Etwa, dass die Bankenlandschaft der jetzigen wirtschaftlichen Herausforderung nicht gewachsen sein könnte. Mit welchen Argumenten begegnen Sie solchen Bedenken?
Michaela Juen: „Mein Eindruck ist, dass die Bevölkerung versteht, dass wir es hier nicht mit einer Bankenkrise zu tun haben. Die Ursachen liegen in den Beschränkungen, die mit der Covid-19-Bekämpfung einhergehen. Die Bankenlandschaft selbst verfügt über ein gutes Fundament. Aber unabhängig davon gilt: Wir sind als Sparkasse Imst Teil des Haftungsverbundes der österreichischen Sparkassen, einer der größten heimischen Bankengruppen. Die Sparkassen sind durch und durch stabil und sicher aufgestellt. Wir sind in der Lage diese Situation zu bewältigen.“
Wie oft müssen Sie in Gesprächen mit Beunruhigten derzeit auf die gesetzlichen Schutzmechanismen verweisen?
Michaela Juen: „Es gibt ein reges Interesse an diesen Themen. Für viele ist es momentan einfach beruhigend, Klarheit über die Faktenlage zu gewinnen. Etwa darüber, dass mit der gesetzlichen Einlagensicherung ein verlässlicher Schutzschirm der Republik Österreich existiert. Grundsätzlich gesichert sind dadurch sämtliche Guthaben auf allen verzinsten oder unverzinsten Konten oder Sparbüchern, wie z.B. Gehalts- und Pensionskonten, sonstige Girokonten, Festgeldern, Kapitalsparbücher oder täglich fällige Sparbücher. Dieser Schutz gilt bis zu 100.000,- Euro pro Person und Kreditinstitut. Wir leben in einem starken Land mit funktionierenden Institutionen. Die Einlagensicherung ist eine davon. Darauf können wir uns verlassen.“