Liebe und Gesetz: Ein Interview mit den Rechtsanwältinnen Valentina Philadelphy-Steiner und Caroline Weerkamp

Wie kann man durch eine rechtliche Beratung vorsorglich Eigentumskonflikte vermeiden und sich absichern?

Kommt keine Einigung zustande, kann das Gericht bei Scheidung beispielsweise im Rahmen des Aufteilungsverfahrens sogar Eigentum eines Ehegatten an den anderen Ehegatten übertragen. Dies kann durch den Abschluss einer sogenannten Vorausvereinbarung (in Form eines Notariatsaktes) über die Ehewohnung ausgeschlossen werden; diese ist für das Gericht bindend. Von einer Vorausvereinbarung über die "bloße" Nutzung der Ehewohnung kann das Gericht allerdings abweichen, wenn ein Ehegatte unbillig benachteiligt und die Vereinbarung daher unzumutbar wäre. In diesen Fällen kann dem schutzbedürftigen Ehegatten beispielsweise ein befristetes Nutzungsrecht an der Wohnung eingeräumt werden.

Vertragliche Vereinbarungen für den Trennungsfall sind daher sinnvoll und sichern die involvierten Personen ab. Hier kann präventiv Vorsorge getragen werden. Unverzichtbar ist dabei eine ausreichende eigene rechtliche Beratung.

Mit welchen Themen werden Sie bei der Trennung am häufigsten konfrontiert?

Die Themen, die sich aus einer Trennung ergeben, sind vielfältig, die juristischen Implikationen oftmals weitreichender, als es den betroffenen Paaren zunächst bewusst ist. Bei Trennung und Scheidung wird gewöhnlich an die klassischen Fragen gedacht wie die Vermögensaufteilung, Unterhalt, Obsorge und Besuchsregelungen. Jede Scheidung bzw. Trennung hat aber auch wichtige erbrechtliche Konsequenzen.