180 Jahre Sparkasse Feldkirch - Die Geburt einer großen Idee
Die Sparkasse Feldkirch kann heuer ihren 180. Geburtstag feiern. Ein Blick in die Chroniken und alte Festschriften zeigt die Entwicklung vom einmal pro Woche geöffneten Kassaschalter, hin zum modernen Dienstleistungsbetrieb.
Nach den Wirren der Napoleonischen Kriege war die erst Hälfte des 19. Jahrhunderts in Vorarlberg geprägt von wirtschaftlicher Veränderung und der beginnenden Industrialisierung. Es entstanden zahlreiche Baumwollspinnereien und Webereien, aber auch Handel und Gewerbe fanden neuen Aufschwung.
Bereits in den 1820er Jahren empfahl das Kreisamt als leitende Behörde in Vorarlberg den Städten die Errichtung von Sparkassen. Die Genehmigung der Behörden erfolgte jedoch erst am 26. September 1842. Der Betrieb wurde am 1. November 1842 aufgenommen.
In den Statuten wurden einleitend die Ziele und Absichten der Sparkasse genannt: „Der Zweck der Sparkasse ist, dem Handwerker, dem Taglöhner, dem Dienstboten, dem Fabrikarbeiter und anderen Personen der unbemittelten Volksklasse ihre Ersparnisse sicher und fruchtbringend zu verwahren und sie dadurch zur Arbeitsamkeit und Sparsamkeit anzueifern“.
Weiters wird in den Statuten berichtet, dass sich 1842 eine Gemeinschaft aus Menschenfreunden zusammengefunden haben, um ihr Wissen und Können unentgeltlich der Sparkasse zur Verfügung zu stellen. 1846 gab es bereits 40 haftende Mitglieder, die mit über jeweils 50 Gulden für die Sicherheit der Spareinlagen persönlich bürgten. Dies zeigt, dass die Gründungsväter der Sparkasse durchaus eine soziale Verantwortung empfanden und ihnen das Schicksal der „unbemittelten Volksklasse“ nicht egal war.
An der Spitze der Sparkasse Feldkirch stand der legendäre Feldkircher Industriepionier und Politiker Carl Ganahl, der seit der Gründung der Sparkasse bis zu seinem Tod 1889 das Ehrenamt des Obervorstehers innehatte. Das erste Amtslokal befand sich in den Räumlichkeiten des Rathauses. Heute befindet sich in diesen Räumen der Bürgerservice.
In den ersten Jahrzehnten war die Sparkasse nur einmal in der Woche, genauer samstags von 8 – 12 Uhr geöffnet. Später kamen auch werktags und an Sonntagen Amtsstunden hinzu. Geführt wurden die Geschäfte der Sparkasse von einer Person, dem städtischen Buchhalter.
1872 wurden neue Statuen erlassen, nach denen die Benützung der Sparkasse für jedermann, nicht nur für die ärmeren Volksklassen, ermöglicht wurde. Das Bankgeschäft wurde immer mehr zum Massengeschäft und nahm nicht zuletzt mit der Einführung von Gehaltekonten in den Sechzigerjahren richtig Fahrt auf. Aufgrund der traditionell umfangreichen Kundenverbindungen zum Raum Götzis, eröffnete die Sparkasse Feldkirch am 4. Jänner 1960 ihre erste Zweigstelle in Götzis. Nach 125 Jahren im Rathaus bezog die Sparkasse Feldkirch 1967 ihre neue Zentrale am heutigen Sparkassenplatz. 1972, 12 Jahre nach der Eröffnung der ersten Zweigstelle in Götzis, folgte eine weitere in Frastanz. Die Jahre danach konnten mit Gisingen, Tosters, Rankweil, Klaus, Tisis, Altenstadt, Mäder, Sulz-Röthis, Nofels, Koblach und der s Wohnbank elf weitere Filialen eröffnet werden.
Heute, 180 Jahre nach ihrer Gründung, ist die Sparkasse Feldkirch ein hochmodernes Dienstleistungsunternehmen und verlässlicher Finanzpartner. Sie zählt mit über 220 Mitarbeitenden zu den wichtigsten Arbeitgeber:innen der Region und gewährleistet mit 13 serviceorientierten Filialen, einem SB-Standort, Kompetenzzentren für Wohnbaufinanzierung und Immobilienvermittlung, Veranlagungen sowie für Kommerzkund:innen und
Freie Berufe kurze Wege sowie professionelle und persönliche Beratung, dort, wo die Menschen es brauchen.