Friedrich Fels: Der Rebell, der Fotograf wurde und immer Künstler blieb
Seit 45 Jahren rollt der Fels i’ dr Schmiedgass
Ob Friedrich Fels im August 2020 den roten Teppich in der Schmiedgasse ausrollen wird, wird sich zeigen. Grund zum Feiern hätte das Feldkircher Urgestein auf jeden Fall, eröffnete er doch im Sommer 1975 ebendort sein Fotostudio direkt gegenüber vom Rathaus. 45 Jahre später rollt der Fels immer noch.
Er wollte sich schon immer selbstständig machen. Dass es schlussendlich die Fotografie wurde, war – wenn man so möchte – mehr Zwangsbeglückung als Liebe auf den ersten Schuss. „Eigentlich wollte ich gar nicht Fotograf werden. Ich wollte nach Wien an die Kunstakademie“, erzählt Friedrich Fels, der als junger Bub von neun Jahren den Maler Norbert Grebner kennenlernte – eines von vielen Schlüsselerlebnissen im Leben des heute 71-Jährigen. Entgegen seines Wunschs und trotz eines erkennbaren Talents, schickte ihn der Vater an die Gewerbeschule für Hochbau in Innsbruck. „Das hat mir nicht gut getan. Ich war ständig in Schlägereien verwickelt“, gibt er zu.
Ein Jahr später riss er aus und kam zurück in die Heimat, wo ihm sein Vater eine Lehrstelle bei Foto Rhomberg besorgte. Interessiert hat ihn das allerdings nicht und genauso wenig gefallen. Sein Herz schlug nach wie vor für die Kunst. So besuchte er Mal- und Grafikkurse neben der Lehre, die er allem Desinteresse zum Trotz dennoch abschloss.
Jahre der Revolution. Ende der 1960er-Jahre ging „der Fels“ schließlich nach Wien, um bei den besten Fotografen zu lernen. Er machte Werbe- und Modefotografie, lernte viel und hatte stets schöne Damen vor der Kamera. Doch glücklich war er nicht: „Wien war damals eine tote Stadt, obwohl ich sie für mich lebendig gemacht habe. Ich war ein bunter Hund, habe sämtliche Clubs durchkämmt und die Nacht zum Tag gemacht. Aber mir hat das Grün gefehlt, die Natur.“ Ein Jahr kehrte er heim, arbeitete bei diversen Fotografen und hängte 1971 von heute auf morgen den Beruf wieder an den Nagel – zu groß der Traum von der Malerei.
In seinem Kelleratelier in Tosters ließ er mit anderen Künstlern das 1968-Bewusstsein erneut aufleben. Gemalt hat er in dieser Zeit freilich auch – „ein paar richtig gute Sachen“. Am Ende aber hat das „enfant terrible“ alles verbrannt: „Unser tägliches Brot war die Revolution. Wir wollten Kunst fürs Volk. Leider fehlte es am Geld.“
Vom Leben inspiriert. Drei Jahre später schmiedete er mit seiner damaligen Freundin neue Pläne: ein künstlerisches Fotostudio. Die Beziehung ging in die Brüche. Was blieb, war die Idee, doch als Fotograf durchzustarten. Dafür brauchte er einerseits die Meisterprüfung. Andererseits ein Atelier, das er in der Schmiedgasse fand und im August 1975 mit dem Grafikdesigner Reinhard Gassner eröffnete.
Die Anfänge waren zäh. Doch mit der Zeit kamen vermehrt Aufträge aus der Industrie-, Mode- und Werbefotografie. „Ich habe gut verdient, hatte sogar ein zweites Studio beim Churertor. Und dann hab ich mich übernommen. Zum Glück hat mich die Sparkasse Feldkirch nie im Stich gelassen, mir immer unter die Arme gegriffen, immer an mich geglaubt“, so der Fels, der es schlussendlich schaffte, sich „gesund zu schrumpfen“. Heute macht er Passfotos genauso wie Porträtbilder und Hochzeitsshootings – selbst wenn er dafür nach Hawaii fliegen „muss“. Den Umstieg von analog auf digital hat er übrigens erst 2006 vollzogen. Irgendwann konnte halt auch er sich nicht mehr dagegen wehren, wobei er zugeben müsse, „dass die Qualität der digitalen Bilder heute schon gut ist“.
Dass Friedich Fels seit sechs Jahren in Pension ist, hindert ihn nicht daran, täglich seiner Arbeit nachzugehen. In drei, vier Jahren möchte er nur mehr halbtags im Studio sein und den Rest seiner Zeit der Kunst widmen.

Friedrich Fels mit seinem persönlichen Kundenbetreuer Manfred Konzett.
Info:
Fels Photostudio
Öffnungszeiten:
Mo – Fr: 8:30 – 12 und 14 – 18 Uhr;
Sa: 9:30 – 12 Uhr
Schmiedgasse 8 / 1. Stock
(gegenüber dem Rathaus)
Kontakt:
Tel.: +43 5522 76158