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12.02.2024
Umfrage zum Valentinstag:
Österreichs Paare sprechen offen über Geld
Die Österreicher:innen wissen ziemlich genau über die Einkommensverhältnisse ihrer Partner:innen Bescheid.
Der Valentinstag steht unmittelbar vor der Tür. Eine aktuelle Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen gibt diesbezüglich Anlass zur Freude. Denn sie belegt, dass in Partnerschaften über Geld gesprochen wird. Allerdings ziehen viele zwischen Liebe und Finanzen klare Grenzen. „Egal, ob ein eigenes oder ein gemeinsames Konto bevorzugt wird: Die Vorarlberger Sparkassen empfehlen Paaren regelmäßige und ehrliche Gespräche zum Thema Geld. Das schafft Transparenz und festigt die Partnerschaft“; so Vorstand Harald Giesinger für die Vorarlberger Sparkassen.
Zwei von drei Österreicher:innen (67%) geben an, in einer Beziehung zu leben. Fast zwei Drittel davon (59 %) leben in gemeinsamem Haushalt, 8 Prozent in getrennten Haushalten. In Sachen Finanzen zeigen sich die österreichischen Paare transparent: Eine große Mehrheit der Befragten (94 %) gibt an, über die Einkommensverhältnisse der Partner:in „ganz genau“ (55 %) oder zumindest „ungefähr“ (39 %) Bescheid zu wissen. Unterschiede zeigen sich in den Altersgruppen: Während fast alle 30- bis 49-Jährigen (98 %) in Beziehungen über ihr Einkommen sprechen, zeigen sich die18- bis 29-Jährigen sich deutlich weniger mitteilungsfreudig (87 %). Die Österreicher:innen vertrauen sich auch in puncto Vermögenswerten ihren Partner:innen an. Die überwiegende Mehrheit (92 %) gibt an, zumindest ungefähr über das Vermögen der Partner:in informiert zu sein – rund die Hälfte davon (52 %) sogar genau.
„Klare Rechnung, gute Freunde“
Bei aller Informationsbereitschaft möchte man im finanziellen Alltag dennoch die Hoheit über das eigene Einkommen behalten. Acht von zehn geben deshalb an, ein persönliches Girokonto zu besitzen, auf das nur sie allein Zugriff haben. Deshalb überrascht es auch nicht, dass die Mehrheit der Österreicher:innen (56 %) ausschließlich getrennte Konten bevorzugt. Gemeinsame Konten finden hingegen 21 Prozent gut. Rund ein Viertel (23 %) bevorzugt eine Kombination aus eigenen und gemeinsamen Konten. Insbesondere die junge Generation (18 - 29 Jahre) kann letzterem etwas abgewinnen (33%). Auch interessant: Fast zwei Drittel (58 %) haben das eigene Girokonto nicht bei der selben Bank wie die Partner:in.
Auch wenn es um Spar- und Anlageprodukte geht, sind knapp die Hälfte (49 %) der Meinung, jede:r sollte eigene besitzen. 21 Prozent bevorzugen ausschließlich gemeinsame Produkte. Die meisten halten dafür Versicherungen (60 %), Girokonten (44 %), Sparkonten (32 %) und Finanzierungen beziehungsweise Kredite (30 %) am besten geeignet. Harald Giesinger: „Stellt eine:r der beiden die Erwerbsarbeit für die Familienarbeit zurück, so sollte es Ausdruck gelebter partnerschaftlicher Verantwortung sein, für diese Person eine eigenständige Altersvorsorge aufzubauen oder eine Lebensversicherung abzuschließen.“
Finanzielle Klarheit bei Trennung
Konflikte sind in einer Beziehung unvermeidlich. Über Geld streiten dabei nur 3 Prozent der Österreicher:innen regelmäßig. Auseinandersetzungen über finanzielle Belange hat dennoch bereits die Hälfte (47 %) erlebt. Bemerkenswert ist, dass Nicht-Berufstätige überdurchschnittlich oft (64 %) angeben „noch nie“ in der Partnerschaft wegen Geld gestritten zu haben.
Die überwiegende Mehrheit der Österreicher:innen (87 %) ist darüber hinaus der Ansicht, es sollte in Beziehungen Vorsorge für eine mögliche Trennung oder Auflösung des gemeinsamen Haushalts getroffen werden. Dieser Wunsch ist vor allem bei jenen, die aktuell in keiner Beziehung sind, deutlich stärker ausgeprägt (67 %). Giesinger gibt weiter zu bedenken: „Paare sollten unbedingt auch für den Fall vorsorgen, dass eine:r der beiden alleine zurückbleiben muss. Ein Testament versorgt und erspart den Hinterbliebenen unnötige Zwistigkeiten. Das gilt insbesondere bei Patchwork-Familien oder wenn kein Trauschein vorhanden ist.“
Zur Studie: Erste Bank und Sparkassen beauftragten das Marktforschungsinstitut INTEGRAL mit einer Online-Befragung rund um das Thema Geld in einer Partnerschaft. Im Jänner 2025 beantworteten 500 Personen den Fragebogen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Bevölkerung im Alter von 18 bis 75 Jahren.
Harald Giesinger, Vorstandsvorsitzender Dornbirner Sparkasse, für die Vorarlberger Sparkassen (Foto: Studio Fasching)