04.12.2024

Internationaler Tag der Freiwilligkeit am 05.12.:

Unternehmen müssen Verantwortung übernehmen

Foto: Riccardo Annadale/unsplash

Freiwillig für einen sozialen Zweck zu arbeiten oder sich zivilgesellschaftlich zu engagieren hat auch in Vorarlberg lange Tradition. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen gaben mehr als ein Drittel (36 %) an, sich ehrenamtlich vor allem in Vereinen (35 %), beim Tierschutz (29 %) oder bei sozialen Diensten (21 %) zu engagieren. Kein Wunder also, dass acht von zehn Vorarlberger:innen (89 %) die soziale Verantwortung von Unternehmen als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ansehen. „Die Ergebnisse der Studie zeigen klar, dass Betriebe, die ihre soziale Verantwortung erkennen und ernst nehmen, nicht nur einen Beitrag für die Gesellschaft leisten, sondern auch ihre eigene Zukunftsfähigkeit stärken“, verrät Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen: „So ist die ‚Zweite Sparkasse‘ als Leuchtturm-Initiative unserer Unternehmensgruppe zu nennen, die Menschen in finanzieller Schieflage unterstützt – seit diesem Jahr auch in Vorarlberg.“

Wertschätzung bleibt nicht aus
Soziale Verantwortung von Freiwilligen und Unternehmen sind zentrale Säulen der österreichischen Gesellschaft. Mit über 870 Millionen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden und einer Wertschöpfung von 22 Milliarden Euro jährlich leisten diese einen unverzichtbaren Beitrag. Die Vorarlberger:innen schätzen es deshalb auch, wenn sich Unternehmen sozial engagieren. In ihren Augen zeigen Betriebe durch ihr soziales Engagement, dass ihnen Menschen wichtig sind (37 %), dass sie zukunftsorientiert agieren (24 %) und vertrauenswürdig (21 %) sind. Sie erscheinen dadurch als attraktive Arbeitgeber:innen (36 %), dessen Produkte lieber gekauft oder dessen Dienstleistungen lieber genutzt werden (21 %).

„Unternehmerisches Engagement muss keine Einbahnstraße sein. Die Bevölkerung geht auch davon aus, dass Unternehmen mit ihrem sozialen Engagement einen bestimmten Zweck verfolgen“, so der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. 62 Prozent vermuten dahinter eine Maßnahme zum Employer Branding (62 %), zur Imagepflege (59 %) oder zur Steigerung des Arbeitsklimas (59 %). 35 Prozent unterstellen als Motiv den Wunsch, neue Kund:innen zu gewinnen. Jäger: „Unternehmen sollten allerdings darauf achten, dass ihr Einsatz nicht zum ‚Tropfen auf dem heißen Stein‘ verkommt. Wir Vorarlberger Sparkassen engagieren uns deshalb nachhaltig und pflegen langjährige Partnerschaften. Nur so können wir unseren Gründungsauftrag erfüllen und zur Verbesserung der finanziellen Situation der Menschen und Unternehmen in unserer Region beizutragen.“

Besonders schätzen die Vorarlberger:innen, wenn Unternehmen Förder- und Bildungsprogramme unterstützen (55 %), Hilfe zur Selbsthilfe in ihrem Kompetenzbereich geben (40 %), aber natürlich auch Sach- (26 %) und Geldspenden (21 %) sowie Sponsoringtätigkeiten (20 %).

Eine Bank geführt von Ehrenamtlichen
Im Kontext der steigenden Bedeutung sozialer Verantwortung und des beeindruckenden Engagements der Österreicher:innen leistet die Zweite Sparkasse einen unverzichtbaren Beitrag zur Unterstützung jener, die vom klassischen Finanzsystem ausgeschlossen sind. Seit ihrer Gründung im Jahr 2006 hat „die Zweite“ mehr als 24.000 Menschen begleitet. Mit gezielten Angeboten hilft sie, Armut und Marginalisierung entgegenzuwirken. Das Besondere an der Zweite Sparkasse: Sie wird ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. 368 aktive und pensionierte Mitarbeiter:innen der Sparkassengruppe engagieren sich aktuell an insgesamt 8 Standorten in Österreich. Die Dornbirner Filiale wird dabei vor allem finanziell von den Vorarlberger Sparkassen getragen. „Wir sind immer noch überwältigt über die Bereitschaft unserer Mitarbeiter:innen, in der neuen Filiale mitzuarbeiten. Rund 20 Kolleg:innen stellen seit Februar in ihrer Freizeit ihr berufliches Know-how zur Verfügung“, erklärt der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen: „Die Aufbauarbeiten in unserer Dornbirner Filiale sind gut angelaufen. Vermittelt durch die ifs Schuldenberatung, die Caritas Vorarlberg, Kaplan Bonetti und dowas können bereits die ersten 30 Vorarlberger Kund:innen das Angebot der Zweite Sparkasse nutzen.“

Im Rahmen einer strategischen Neuausrichtung richtet die Zweite Sparkasse den Fokus ab sofort noch gezielter auf junge Erwachsene und alleinerziehende Frauen – zwei Gruppen, die aufgrund von geringem Einkommen, fehlender Bildung oder mangelnden Chancen besonders gefährdet sind. Ein Projekt dazu läuft bereits auch in Vorarlberg an.

Zur Studie: Die Studie zum Thema „Soziale Verantwortung von Unternehmen“ wurde im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen erstellt. INTEGRAL hat dazu in Österreich lebende Personen – repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 bis 75 Jahren – mittels Online-Interview befragt. Die Befragung fand vom 2. bis 12. September 2024 statt.