28.10.2024
Studie zum Weltspartag: So spart Vorarlberg
Die Vorarlberger:innen sind wieder zufriedener mit ihrer Sparleistung.
Sparen genießt weiterhin einen hohen Stellenwert im Ländle. In einer repräsentativen Sparstudie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen geben acht von zehn Vorarlberger:innen an, dass es für sie „sehr wichtig“ oder „wichtig“ ist. Geld auf die Seite zu legen. Pro Monat kommen sie dabei auf durchschnittlich 337 Euro – 16 Euro mehr als noch im Jahr zuvor. Damit erreicht Vorarlberg 2024 den zweithöchsten Sparbetrag in Österreich (Burgenland: 360 Euro). Und obwohl jede:r Zweite fürchtet, zu wenig auf die hohe Kante zu legen, steigt die Zufriedenheit mit dem gesparten Betrag tendenziell wieder (+4 PP). Die anstehenden Weltspartage sollen die Bedeutung des Sparens erneut in Erinnerung rufen und locken zwischen 28. und 31. Oktober zusätzlich mit Geschenken.
Diese Aussagen der Studie decken sich mit der Entwicklung der Sparquote in Österreich, die laut WIFO-Prognose 2024 auf 11,4 Prozent (2023: 8,7 %) anwachsen soll. „Die Einkommen sind im Rahmen der Lohnabschlüsse der letzten Jahre stark gestiegen. Die negativen Nachrichten, die die letzten Jahre geprägt haben, haben offensichtlich dazu geführt, dass die Österreicher:innen die Zuwächse eher zum Sparen als für den Konsum verwendet haben“, analysiert Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen. „Das wiederum verlangsamt zwar die Erholung der ohnehin schwachen Konjunktur, schafft aber auch dringend notwendige Reserven.“
Sparen bringt Sicherheit
Dem entspricht, dass neun von zehn der Befragten in Vorarlberg überzeugt sind, dass jeder Mensch eine finanzielle Reserve zur Verfügung haben sollte. Genauso viele befürworten, dass man Sparen seinen Kindern von Anfang an beibringen sollte und bekräftigen, dass Sparen Sicherheit gibt. Dabei betrachten 86 Prozent auch kleine Sparbeträge als zielführend. „Besonders positiv ist die Tatsache, dass fast zwei Drittel der Befragten Eigenverantwortung für ihre Zukunft übernehmen und zusätzlich für die Pension vorsorgen“, betont der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.
Allerdings stimmen 10 Prozent der Aussage zu, dass Sparen altmodisch sei. In der Altersgruppe der 16- bis 29-jährigen Österreicher:innen sind das sogar 16 Prozent. „Auch wenn Sparen für alle Altersgruppen wichtig ist, definiert die jüngere Generation das ‚wie‘ neu. Deshalb liegt es an uns, Sparen in die Welt und Sprache der Digital Natives zu übersetzen und entsprechende Produkte anzubieten“, betont Martin Jäger. Sparbuch und Sparkarte liegen weiterhin bei den Vorarlberger:innen auf Platz eins der Beliebtheitsskala: 79 Prozent aller Befragten geben an, diese Sparform zu nutzen.
Sparformklassiker weiter im Trend
„Die Ergebnisse legen weiter nahe, dass die Anleger:innen nun verstärkt auch Alternativen zum Sparbuch und damit eine Diversifikation wählen, was grundsätzlich sinnvoll ist“, merkt Jäger an. Dass allerdings 56 Prozent (+8 PP) am Girokonto spart und 30 Prozent (+22 PP!) ihr Geld zuhause aufbewahrt, könnte ein Zeichen verstärkter Verunsicherung sein. Der Sprecher der Vorarlberger Sparkassen mahnt hier zur Vorsicht: „Wer mehr als drei Netto-Monatsgehälter am Girokonto parkt, lässt sich sehr wahrscheinlich Rendite entgehen. Und wer mehr als die vom Zivilschutzverband empfohlene Notfallreserve von 500 Euro zuhause aufbewahrt, schafft zusätzliche Sicherheitsrisiken.“
Zur Studie: Die Sparstudie 2024 wurde im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen erstellt. IMAS INTERNATIONAL hat dazu in Österreich lebende Personen – repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 bis 69 Jahren – mittels Online-Interview befragt. Die Befragung fand vom 9. bis 18. Juni 2024 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Vorjahreszahlen.

Mag. Martin Jäger, MBA, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen (Foto: Studio Fasching)