23.06.2023
Präsentation Wohnstudie Vorarlberg 2023:
Wunsch nach Wohneigentum ungebrochen hoch
Die Vorarlberger Sparkassen und s REAL Vorarlberg präsentierten die Wohnstudie Vorarlberg 2023 (v.l.): Christian Hagspiel (s REAL Vorarlberg), Mag. Martin Jäger, MBA (Vorarlberger Sparkassen), Dominik Brunauer (s REAL Vorarlberg)
- 77 Prozent wollen Wohneigentum
- 83 Prozent mit aktueller Wohnsituation zufrieden
- Wohnen in Vorarlberg am teuersten
Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden ist im Ländle stärker als je zuvor: Insgesamt 77 Prozent der Vorarlberger:innen erachten Eigentumswohnungen und Eigenheime als beste Wohnformen (+14 PP). Das ergab die aktuelle repräsentative INTEGRAL-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen sowie s REAL. Dabei muss müssen sie für Wohnraum mehr als in allen anderen Bundesländern ausgeben. Für eine durchschnittliche Wohnfläche von 109 Quadratmetern (-4 %) fallen durchschnittlich 780 Euro Wohnkosten (Miete oder Rückzahlungsrate sowie Betriebskosten) an – ein Viertel mehr als noch vor 7 Jahren. „Wohneigentum bietet nicht nur Unabhängigkeit, es ist auf lange Sicht auch eine wesentliche Vorsorgekomponente. Und speziell in der Pension erweitert ein abbezahltes Eigenheim den finanziellen Spielraum und leistet damit einen essenziellen Beitrag zur Prävention von Altersarmut“, bekräftigt Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen anlässlich der heutigen Pressekonferenz.
Energiekrise, Inflation und konjunkturelle Abkühlung haben in Kombination mit verschärften Eigenmittelvorschriften in Form der KIM-Verordnung dazu geführt, dass sich das Wachstum der Wohnkredite am Gesamtmarkt zuletzt verlangsamte. Dennoch besteht der Bedarf an Finanzierungen weiter. Laut der Umfrage wollen 36 Prozent jener, die in den nächsten Jahren einen Umzug planen, ihr neues Zuhause mit Hilfe von Krediten finanzieren. Martin Jäger dazu: „Die wirtschaftlichen, aber auch regulatorischen Rahmenbedingungen sind momentan natürlich alles andere als einfach. Dennoch wollen die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger Eigentum aufbauen, wobei sie die Vorarlberger Sparkassen mit Finanzierungen gerne dabei unterstützen. Hier ist jetzt der Gesetzgeber gefordert, weitere Erleichterungen für Kreditnehmer:innen umzusetzen. Auch der Vorschlag, die Grunderwerbssteuer auf den Erwerb der ersten Immobilie abzuschaffen, erachten wir als einen guten Schritt in die richtige Richtung.“
Große Zufriedenheit – nur nicht mit der Nachhaltigkeit
Vier von fünf Vorarlberger:innen sind – trotz hoher Wohnkosten – mit ihrer aktuellen Wohnsituation sehr zufrieden und schätzen dabei vor allem die ihnen zur Verfügung stehenden Außenflächen (75 %) sowie ihre Wohngegend (69 %). Weniger zufrieden sind sie mit der nachhaltigen Ausrichtung der aktuellen Wohnimmobilie. 62 Prozent wünschen sich eine nachhaltigere Heizform, 55 Prozent mehr Gebäude-Energieeffizienz. „Mehr als die Hälfte in lebt in Immobilien, die zwischen 1963 und 2007 errichtet wurden, weitere 14 Prozent sogar in noch älteren Gebäuden. Mehr als die Hälfte der Befragten gibt deshalb auch an noch fossil zu heizen. 7 Prozent verwenden noch Strom.“, berichtet Dominik Brunauer, Geschäftsführer von s REAL Vorarlberg. Dabei würden 67 Prozent der Vorarlberger:innen Wärmepumpen bevorzugen. Der Maklerprofi weiter: „Ein Preisverfall unsanierter Objekte wie in Deutschland ist zwar in Vorarlberg noch nicht zu beobachten. Dennoch sollten Eigentümerinnen und Eigentümer nachhaltige Sanierungsvorhaben schon jetzt angehen. Diese sind nicht nur gut fürs Klima, sondern steigern auch noch den Wert der Immobilie. Im Falle eines Verkaufs wäre man damit eindeutig im Vorteil.“
Direkten Einfluss auf die Heizform haben allerdings nur zwei Drittel der Befragten – jene, die auch über Haus- oder Wohnungseigentum verfügen. „Sofern man die notwendige finanzielle Basis hat, sollte man sich aber nicht nur deshalb die Frage stellen, ob nicht Kreditrate statt Miete mehr Sinn macht. Mit fallenden Zinsen ist zwar so bald nicht zu rechnen. Aber auch die Mietpreise könnten weiter in die Höhe gehen“, informiert Finanzierungsprofi Christian Hagspiel, Co-Geschäftsführer von REAL Vorarlberg. Er empfiehlt weiter: „Auch wenn Wohneigentum nicht sofort realisiert werden kann, legt ein umsichtiger Ansparplan schon heute die Grundlage für den Wohntraum.“ Wer aufgrund des Zinsanstiegs Schwierigkeiten mit seinen Rückzahlungsraten bekommen hat, dem empfiehlt Hagspiel den unmittelbaren Kontakt zur Bank: „Gute Lösungen kann man nur dann gemeinsam finden.“
Zur Umfrage: Wohnstudie 2023 im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen sowie s REAL: INTEGRAL hat 1.823 in Österreich lebende Personen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 18 und 75 Jahren) mittels Online-Interviews zu ihrer aktuellen Wohnsituation sowie ihrer zukünftig gewünschten Art zu Wohnen gefragt. Repräsentativ für die Bevölkerung in Vorarlberg wurden 155 Online-Interviews geführt. Die Befragung fand von 1. bis 13. März 2023 statt. Verglichen wurden die Ergebnisse mit jenen der Online-Befragung 2016.