20.02.2023

Spar- und Kreditprognose 4. Quartal 2022:

Umfrage: Österreicher:innen befürchten längerfristig hohe Inflation

 

Nachdem die Inflation im November und Dezember auf 10,5 Prozent gesunken war, stieg sie im Jänner 2023 wieder sprunghaft auf 11,5 Prozent an. Hauptgrund dafür waren vor allem die starken Preissteigerungen für Haushaltsenergie. Die Auswirkungen der Strompreisbremse, dürften erst im März Inflationsdämpfend spürbar werden. Vorerst ist ein rasches Ende der hohen Inflationsrate jedenfalls nicht in Sicht. Wie die aktuelle INTEGRAL-Umfrage im Auftrag der Erste Bank ergibt, entspricht das auch den Erwartungen der meisten Österreicherinnen und Österreicher (85 %). „Der starke Anstieg der Preise führt dazu, dass Menschen weniger Geld zur Verfügung haben. Die Vorarlberger Sparkassen raten deshalb gerade jetzt, die Finanzen gut zu ordnen und immer einen Überblick über Fixkosten, Einnahmen und Ausgaben zu haben. Hilfreich kann es sein, die Ausgaben zu kategorisieren. Das verschafft Überblick und zeigt auf, an welcher ‚Schraube‘ man drehen kann“, rät Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen.

Steigerung bei angestrebter Kreditsumme
30 Prozent der Befragten planen in den nächsten 12 Monaten eine größere Anschaffung, wie beispielsweise einen Wohnungs- oder Autokauf – 4 Prozent weniger als noch im Vorjahr. Die große Mehrheit möchte diese Anschaffungen mittels eigener Ersparnisse finanzieren (88 %, +1 PP). Das geringere Interesse, größere Anschaffungen über einen Bankkredit oder ein Bauspardarlehen zu finanzieren, kann auf das gestiegene Zinsniveau zurückgeführt werden: Nur 14 Prozent (-2 PP) wollen darauf zurückgreifen. Nichtsdestotrotz stieg die angestrebte Kredithöhe deutlich von rund 99.300 Euro auf 109.300 Euro (+10 %).

Klassische Anlageformen weiter im Abwärtstrend
Auch wenn sich die Inflation zunehmend im Haushaltsbudget bemerkbar macht, planen 4 von 5 in Österreich in Zukunft Geld zu veranlagen. Trotz steigender Zinsen bestätigen das Sparbuch (54 %; -3PP) und der Bausparvertrag (36 %; -2 PP) den Abwärtstrend vergangener Jahre und verlieren weiter an Beliebtheit. Allerdings haben auch Wertpapiere, wie Fonds, Aktien und Anleihen, nach dem vergangenen, sehr turbulenten Börsenjahr, leicht an Beliebtheit (32%; -2 PP) eingebüßt. Das Ansparen in Gold (23 %, +3 PP) hingegen erfreut sich wachsender Beliebtheit. Ein deutliches Plus verzeichnet die geplante Veranlagungssumme. Sie steigt um 22 Prozent von 5.900 Euro auf 7.200 Euro.

Zur Umfrage: Erste Bank Spar- und Kreditprognose Q4 2022: Integral hat 1.000 Österreicher:innen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt. Die Befragung fand im 4. Quartal 2022 im Zeitraum von 30. November bis 16. Dezember 2022 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahres.

Mag. Martin Jäger, MBA, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen (Foto: Studio Fasching)