Sparstudie Vorarlberg 2025:
Mehr gespart, weniger zufrieden
Sparen bleibt wichtig: Auch für das Jahr 2025 erwartet das Wirtschaftsforschungsinstitut WIFO eine Sparquote auf hohem Niveau. Nach 11,8 Prozent im Vorjahr könnte sie 2025 bis zu 10,7 Prozent erreichen. Die Eurostat-Prognose geht sogar davon aus, dass im heurigen Jahr 15,4 Prozent des verfügbaren Einkommens gespart werden könnte. Auch in Vorarlberg zeigt sich dieser Trend deutlich: Laut der aktuellen IMAS-Umfrage im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen geben 89 Prozent der Befragten an, dass ihnen Sparen ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. 84 Prozent ist es „sehr wichtig“ oder „ziemlich wichtig“, Geld zur Seite zu legen. Im österreichweiten Vergleich liegt dieser Wert mit 80 Prozent etwas darunter. „Sparen zeigt den Willen, aktiv Verantwortung zu übernehmen und vorzusorgen“, betont Martin Jäger, Sprecher der Vorarlberger Sparkassen: „Aktuell versuchen viele Haushalte, mit Einsparungen das auszugleichen, was die Inflation genommen hat. Und das kann paradoxerweise zu weiterer Geldentwertung führen.“
Sparverhalten und Zufriedenheit
Im Schnitt sparen die Vorarlberger:innen 2025 monatlich 348 Euro – ein Plus von 11 Euro gegenüber dem Vorjahr. Dennoch ist die Zufriedenheit mit dem Sparbetrag auf einen Tiefstwert von 43 Prozent gesunken. Das erhöhte Sicherheitsbedürfnis führt zu einer Rückbesinnung auf klassische, risikoarme Sparformen: 86 Prozent nutzen Sparbuch, Sparkarte oder Sparkonto – ein Zuwachs von 7 Prozentpunkten. „Die Vorarlberger:innen hängen sehr an ihren Sparbüchern – und das ist auch gut so“, sagt Jäger. „Sie bleiben dadurch bei unerwarteten Ausgaben, wie einer kaputten Waschmaschine, gelassener. Allerdings führt die Inflation am Sparbuch zu einem realen Wertverlust. Wer breiter vorsorgt, kann diesen Verlust besser ausgleichen.“
Vorsorgeformen und Motive
Auch kleine Sparbeträge machen für 87 Prozent der Befragten im Ländle Sinn. Neben dem Sparbuch gewinnen auch andere Vorsorgeformen leicht an Beliebtheit: Wertpapiere (38 %, +3 PP), staatlich geförderte Pensionsvorsorge (33 %, +2 PP), Gold und Edelmetalle (22 %, +3 PP) sowie Immobilien (30 %, +2 PP). Die wichtigsten Sparmotive sind der Aufbau von Reserven (82 %) und die Erfüllung persönlicher Wünsche (73 %). Nur 3 Prozent geben an, derzeit gar nicht zu sparen.
Dabei machen auch kleine Sparbeträge für die Mehrzahl der Vorarlberger:innen Sinn (87 %). Leichte Zuwächse in der Beliebtheit verzeichnen aber auch andere Vorsorgeformen: Wertpapiere (38 %; +3 PP), die staatlich geförderte Pensionsvorsorge (33 %; +2 PP), Gold und andere Edelmetalle (22 %; +3 PP) sowie Immobilien (30 %; +2 PP). Größte Vorsorgemotive sind der Aufbau von Geldreserven (82 %) und die Erfüllung von Wünschen (73 %). Nur 3 Prozent der Befragten geben an, derzeit gar nicht zu sparen.
Finanzkompetenz: Luft nach oben
Die Studie zeigt auch, dass im Ländle mit Geld vorsichtig umgegangen wird: 93 Prozent behalten ihre Einnahmen und Ausgaben im Blick, 85 Prozent prüfen regelmäßig ihre Ausgaben und 71 Prozent suchen aktiv nach Einsparpotenzial bei Fixkosten. Gleichzeitig fühlen sich weit mehr als die Hälfte (59 %) nur „etwas“ oder „gar nicht gut“ über Finanzthemen informiert. In 53 Prozent der Familien wird Finanzwissen nicht mehr weitergegeben. „Die Vorarlberger Sparkassen setzen seit Jahren Initiativen zur Stärkung der Finanzkompetenz – und das in allen Altersgruppen“, erklärt Martin Jäger. „Ziel ist es, unsere Kund:innen zu befähigen, auch komplexe Entscheidungen wie die Aufnahme eines Kredits oder die Geldanlage in Wertpapieren fundiert treffen zu können.“ Besonders bei Kindern sollte Finanzbildung so früh wie möglich beginnen. „Die Familie ist dafür der ideale Ausgangspunkt“, so Jäger weiter: „Zum 100. Geburtstag des Weltspartags laden wir deshalb gezielt Familien ein – dieser Anlass bietet eine hervorragende Gelegenheit, sich gemeinsam mit dem Thema Sparen auseinanderzusetzen.“
Zur Studie: Die Sparstudie 2025 wurde im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen erstellt. IMAS INTERNATIONAL hat dazu in Österreich lebende Personen – repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 bis 75 Jahren – mittels Online-Interview befragt. Um eine getrennte Auswertung zu ermöglichen, wurden die Interviews disproportional auf die Bundesländer aufgeteilt. Pro Bundesland wurden mindestens n=120 Interviews (Vorarlberg und Burgenland) durchgeführt, wobei die anderen Bundesländer mit darüber hinaus reichenden Fallzahlen (mindestens n=150) bedacht wurden. Für die Insgesamt-Betrachtung erfolgte eine Gewichtung der Bundesländer auf ein repräsentatives Niveau. Die Befragung fand vom 16. Juli bis 6. August 2025 statt.
Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Vorjahreszahlen.