Spar- und Kreditprognose Q4/2020

Umfrage: Jeder Zweite will auch nach Corona mehr mit Karte zahlen
Kartenzahlungen haben hierzulande seit dem Ausbruch von Corona einen regelrechten Boom erlebt. Erstmalig in der Geschichte wurden im Jahr 2020 in Österreich mehr als 1,2 Milliarden Transaktionen mit Debitkarten abgewickelt. Fast die Hälfte aller Befragten (49 %) zeigte sich bei der aktuellen Erste Bank Spar- und Kreditprognose überzeugt, dass dieser Trend auch nach Corona anhalten wird. Dafür spricht auch vieles: Händler, die vor dem ersten Lockdown nur Bargeld akzeptiert haben, sind mittlerweile begeisterte Bankomatkassen-Besitzer. Und auch jene Kunden, die bislang entweder aus reiner Gewohnheit oder auf Grund diverser Bedenken fast ausschließlich mit Bargeld bezahlt haben, sind jetzt vom Kartenzahlen überzeugt. Durch die Pandemie sind die Vorteile der Kartenzahlung in den Vordergrund gerückt und Berührungsängste waren in allen Altersgruppen rasch verschwunden. Auch ältere Menschen zahlen jetzt ganz selbstverständlich mit dem Handy.

Immobilien als Anlage deutlich unbeliebter
Unverändert geblieben ist allerdings der Anteil jener, der in den kommenden 12 Monaten Geldanlage plant. So wollen 80% der Befragten etwas für die Zukunft ansparen – im Schnitt rund 4.800 Euro. Während dabei die traditionellen Sparformen wie Bausparvertrag, Lebensversicherung oder Pensionsversicherung mit jeweils minus 3 Prozentpunkten einen leichten Rückgang erfahren, behauptet das Sparbuch den Platz als beliebteste Geldanlage (+1 PP). Wertpapiere bleiben für 30 Prozent (-3 PP) weiterhin eine Anlagealternative. Deutlich rückläufig ist allerdings das Interesse an Immobilieninvestitionen (15 %; -7 PP).

Insgesamt sind Herr und Frau Österreicher sind seit Beginn der Corona-Pandemie bei Konsumausgaben vorsichtiger geworden. „Die Sparquote ist aktuell auf Rekordniveau. Wer allerdings aufgrund der aktuellen Lage sein Geld nicht im vollen Ausmaß wie früher ausgeben möchte oder kann, ist mit einer umfassenden Anlagestrategie gut beraten.

Summen geplanter Kreditvorhaben steigen
Das Interesse an Krediten legt indes weiter zu. Obwohl die Pläne für größere Anschaffungen im Jahresvergleich auf 23 Prozent sanken (-8 PP), steigt das geplante Kreditvolumen um 25 Prozent an und steht nun bei 107.100 Euro. Treiber sind allerdings nicht Konsumkredite, sondern der Wunsch in Wohneigentum zu investieren. Im Vergleich zu 2019 konnten die Vorarlberger Sparkassen das Wohnbaufinanzierungsneuvolumen an Private 2020 um rund 14 Prozent steigern. Insgesamt möchten 86 Prozent (+7 PP) der Befragten die geplanten Anschaffungen über eigene Ersparnisse finanzieren – 18 Prozent (-4 PP) mit Hilfe eines Bankkredits.