Spar- und Kreditprognose Q1/2020


Umfrage: Ein Drittel sagt „Ja“ zu Wertpapieren in der Corona-Krise
Laut einer Integral-Studie im Auftrag der Erste Bank bietet die Corona-Pandemie für ein Drittel der österreichischen Anleger (34 %) eine vielversprechende Gelegenheit, um an den Aktienmärkten mitzumischen. Vor allem 44 Prozent der Männer sehen aktuell gute Chancen, an den Aktienmärkten Gewinne erzielen zu können. Ganz anders die Anlegerinnen: Von ihnen schätzt nur jede Vierte (24 %) die aktuelle Börsenlage als potenziell chancenreich für gute Investments ein. „Es ist durchaus so, dass sich jetzt die eine oder andere Möglichkeit bietet. Da die Lage aber weiterhin unklar ist, wäre ein schrittweiser Einstieg zu empfehlen, z.B. mit einem Fondssparplan.“ hält Mag. Martin Jäger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bregenz, fest. Um den Betrag, der Monat für Monat investiert wird, erhält der Anleger oder die Anlegerin bei niedrigeren Kurse mehr Anteile am Fonds und profitiert umso mehr von einer Erholung, die von den Experten allgemein erwartet wird. Kurzfristig wird die Realwirtschaft durch die Eindämmungsmaßnahmen aufgrund der Pandemie weiterhin leiden. Mittel- bis langfristig werden die Nachholeffekte die Volkswirtschaft und damit die Börsen positiv beeinflussen. Der Weg zur Normalisierung wird zudem durch massive Fiskalpakete und geldpolitische Maßnahmen begleitet.

Spar- und Anlageformen im Überblick
Während Sparklassiker, wie das Sparbuch mit 58 Prozent (-4 PP), der Bausparvertrag mit 41 Prozent (-9 PP) oder die Pensionsvorsorge mit 27 Prozent (-5 PP) in ihrer Attraktivität für die Anleger zurückfallen, legen Wertpapiere (Fonds, Aktien und Anleihen) um 3 Prozentpunkte auf 30 Prozent zu. Anlageformen wie Immobilien (13 %; -3 PP) erfahren ebenfalls einen deutlichen Dämpfer. 81 Prozent, nahezu gleich viele Befragte wie im Vorjahr (-2 PP), haben auch heuer vor, Geld in den nächsten zwölf Monaten zu veranlagen. Die durchschnittlich geplante Veranlagungssumme beläuft sich auf 4.400 Euro (+200 Euro).

Deutliche Zunahme der Kredithöhe
Die Zahl derjenigen, die eine größere Anschaffung planen, ist im 1. Quartal 2020 im 12-Monats-Vergleich um 10 Prozentpunkte gesunken. Nur mehr 31 Prozent geben an, ein geldintensives Vorhaben umsetzen zu wollen. Über einen Bankkredit oder ein Bauspardarlehen wollen 14 Prozent (+3 PP) das Vorhaben finanzieren und planen dafür eine höhere Summe aufzunehmen: Die geplante Kredithöhe steigt dabei um 57 Prozent auf nun 93.800 Euro (1. Quartal 2019: 59.600 Euro). Aufgrund der aktuell kritischen Situation am Arbeitsmarkt wird sich jedoch erst zeigen, inwieweit an diesen Plänen festgehalten werden kann. Mag. Martin Jäger: „Aktuell erkennen wir bei Wohnbaufinanzierungen zwar großes Interesse, aber auch Vorsicht, weil für viele die wirtschaftliche Zukunft ungewiss ist. Damit zumindest die Rate unverändert und planbar bleibt, ist eine Fixzins-Vereinbarung von Vorteil.“

Erste Bank Spar- und Kreditprognose Q1 2020: Integral hat 1.000 ÖsterreicherInnen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen und Online-Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt. Die Befragung fand im 1. Quartal im Zeitraum von 11. März – 7. April 2020 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahrs.