Studie: Finanzielle Unabhängigkeit von Frauen gestiegen

  • Frauen sparen aktuell durchschnittlich 217 Euro pro Monat.
  • 7 von 10 Frauen sind finanziell vom Partner abhängig.
  • Jede dritte Frau möchte mehr über Wertpapiere wissen.

Familien regeln hierzulande Finanzangelegenheiten mehrheitlich partnerschaftlich (46 %). Dennoch glauben immerhin 32 % der Österreicherinnen und Österreicher, dass Geldgeschäfte eher Frauensache sind. Das zeigt eine repräsentative IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen zum Internationalen Frauentag 2017. In 7 von 10 Beziehungen ist der Mann der Hauptverdiener (59 %), ein Aspekt, der häufig in die finanzielle Abhängigkeit von Frauen mündet: 69 % dieser Frauen sind nicht in der Lage, ihren Lebensstandard alleine zu sichern. Im Jahr 2015 lag der Anteil allerdings mit 78 % noch höher.

Schuld daran sind nicht zuletzt die ungleichen Einkommenschancen, die Frauen finanzielle Nachteile bescheren und sie beim Sparen sowie bei der Altersvorsorge einschränken. Laut Statistik Austria verdienten die Österreicherinnen 21,7 % weniger als Österreicher. Damit liegt die Alpenrepublik weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16,3 %. Die Konsequenzen für Frauen sind langfristig, denn Teilzeitarbeit oder berufliche Ausfallzeiten, die als Hauptgründe für das geringere Einkommensausmaß genannt werden, senken den Pensionsanspruch und erhöhen das Risiko für Altersarmut.

Getrenntes Geldleben schafft persönliches Finanzpolster

Um finanziell unabhängig agieren zu können, ist der Besitz eines eigenen Kontos essentiell. Das ist sich auch die Hälfte der Befragten bewusst, die in ihrer Partnerschaft Konten getrennt führen (51 %). „Finanzielle Unabhängigkeit steht nicht im Widerspruch zu einer guten Partnerschaft und hat schon gar nichts mit Misstrauen zu tun. Gibt es einen Hauptverdiener in der Familie, sollte sich seine gelebte Fürsorge in Form von finanzieller Vorsorge für die meist geringer verdienende Partnerin ausdrücken“, betont Mag. Martin Jäger, Vorsitzender der Sparkasse Bregenz.

Bankberatung: Informationsquelle Nr. 1

Während die überwiegende Anzahl aller Frauen gerne über Ernährung und Gesundheit spricht, fühlt sich nur jede dritte Frau bei Finanzthemen wohl (35 %). Bei Männern sind dies immerhin 43 %. Benötigen Österreicherinnen Informationen über Geldangelegenheiten, wenden sich 8 von 10 zumindest einmal in zwei Jahren an die persönliche Bankberaterin oder den Bankberater (79 %). Auch das Internet wird für Frauen eine immer beliebtere Informationsquelle: 26 % geben an, im Netz nach Finanzinfos zu suchen. Das ist ein Anstieg von 6 %-Punkte im Vergleich zum Vorjahr.

Sparen weiter im Trend

Auch das dauerhaft niedrige Zinsniveau verdirbt Frauen die Lust aufs Sparen nicht: Die Sparsumme der Österreicherinnen stieg in den letzten drei Jahren um 43 Euro und liegt derzeit bei monatlich 217 Euro (bei Männern aktuell 252 Euro). Hauptsparmotive bleiben für Frauen die Schaffung eines Notgroschens (30 %) und die Zukunftsvorsorge (36 %). Während jede fünfte Frau (21 %) häufig über ihre finanzielle Zukunft nachdenkt, tut dies nur jeder sechste Mann (16 %). Dabei spart frau weiterhin sicherheitsbewusst und setzt auf traditionelle Sparformen wie Sparbuch (84 %) oder Bausparvertrag (72 %). 50% sparen in Form von Lebensversicherungen, 42 % in Pensionsvorsorgeprodukten.

Weitgehend unverändert zum Vorjahr ist die Anzahl der Investorinnen am Kapitalmarkt: So veranlagt nur etwas mehr als ein Drittel (35%) in Wertpapiere. „Für eine langfristige Vorsorge ist ein ausgewogener Mix aus Sparbuch und höher verzinsten Wertpapieren sinnvoll. Darüber hinaus empfehlen wir auch immer, das Vermögen breit zu streuen und nicht alles auf eine Karte zu setzen“, ergänzt Jäger. Um den Schritt zu wagen, braucht es allerdings mehr Wissen: 27 % der Österreicherinnen, die noch keine Wertpapiere besitzen, würden eine solche Veranlagung in Erwägung ziehen, wenn sie besser Bescheid darüber wüssten.

Oft hapert es auch bei der Erklärung von Finanzbegriffen: So kennen fast 90 % der Frauen keine Definition für „Volatilität“ (88 %). Nur die Hälfte (50%) weiß etwas mit dem Begriff „ATX“ anzufangen. Wertpapierfonds können 43 % nicht erklären. „Genau hier müssen wir Banken ansetzen. Unsere Aufgabe ist es, mit unseren Kundinnen und Kunden auf Augenhöhe zu sprechen und Dinge verständlich zu erklären. Nur wer sein Finanzleben wirklich versteht, kann an einer vernünftigen Anlagestrategie arbeiten“, ist sich Mag. Martin Jäger sicher.

Erste Bank und Sparkassen machen mit YOU INVEST das „Thema Wertpapiere“ transparent und leicht verständlich. YOU INVEST ist ein aktiv gemanagter Dachfonds in vier Risikoklassen. Ein Einstieg ist bereits mit geringen Beträgen möglich, auch ein regelmäßiges – etwa monatliches – Anlegen in einen der vier YOU INVEST-Fonds ist sinnvoll. Je länger regelmäßig angespart und die Strategie konsequent verfolgt wird, desto mehr Fondsanteile sammeln sich mit der Zeit an. So kann Schritt für Schritt ein Kapitalpolster für die Zukunft entstehen. „Mit You Invest kann man vieles ganz individuell konfigurieren, genau angepasst auf die eigenen Anlageziele“, ergänzt der Vorsitzende der Sparkasse Bregenz.