Führen mit Empathie

Veranstaltung UnternehmerIn sein heute stand unter dem Zeichen von Leadership und Persönlichkeit.

Anlässlich der mittlerweile 90. Veranstaltung „Unternehmer sein heute“, die in Kooperation der Sparkassen Vorarlbergs, der Wiener Städtischen Versicherung sowie den Vorarlberger Nachrichten veranstaltet wird, fand vor kurzem ein äußerst spannender Vortrag von Bischof Benno Elbs in der Remise in Bludenz statt. „Eines verbindet uns alle: Wir alle tragen Verantwortung für uns selber, aber auch für die Gesellschaft. Verantwortung bedeutet aber auch Spurensuche nach den großen Fragen des Lebens. Hat Spiritualität und Glaube noch Platz in unserer schnelllebigen Zeit? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, haben wir heute als Referent Bischof Benno Elbs zu Gast“, erklärte Burkhard Berchtel, Landesdirektor der Wiener Städtischen Versicherung.

Benno Elbs bezeichnete sich als großen Fan von Papst Franziskus, dieser habe in seiner bisherigen Amtszeit viel in der Welt verändert. Doch jeder Einzelne solle sich fragen, durch was er wirksam werden könne. Auch Unternehmer sollten sich diese Frage stellen. Hierbei sei die Frage entscheidend, warum man bestimmte Entscheidungen treffe und die Hintergründe des eigenen Handelns analysiere. Mitarbeiter seien in jedem Betrieb „Schatztruhen“, gerade in Führungspositionen sei es wichtig, zuhören zu können. Als eine wesentliche Aufgabe der Politik bezeichnete der Bischof, der auch Psychologie studiert hatte, die Aufgabe, Jobs für Menschen und nicht Menschen für Jobs zu kreieren Für die Umsetzung jeder größeren Idee seien Langfristigkeit, das Subsidiaritätsprinzip, Empathie sowie auch die Kunst des Fehlermachens entscheidende Voraussetzungen. Es brauche aber auch das Verrücktsein, also die Möglichkeit, völlig anders zu denken, die etwas Großes und Neues entstehen lassen. Im „Fisch-Prinzip“, das aus dem Management-Bereich komme, sei unter anderem folgende Prämissen verankert: Freude zu bereiten, präsent zu sein, zu spielen - hiermit ist gemeint, nicht alles allzu persönlich zu nehmen - sowie die Wahl der  eigenen Einstellung für den jeweiligen Tag am Morgen schon zu treffen.

„Ganz wesentlich ist es auch, die Menschen in meiner Umgebung tatsächlich wahrzunehmen. Allzu oft ist man mit mehreren Dingen gleichzeitig beschäftigt, was jedoch einer Missachtung des Menschen, mit dem ich zu tun habe, gleichkommt. Außerdem habe ich stets eine Sanduhr auf meinem Tisch. Diese betrachte ich in Ruhe, lasse sie einen Minuten laufen, wenn alles um mich herum sehr dicht wird. Damit nehme mich aus dem momentanen Geschehen heraus, neue Ansätze und Lösungsstrategien werden dadurch wieder sichtbar“, führte er weiter aus. Es gelte immer zu beachten, dass es in allem einen größeren Kontext gebe. Für die zahlreichen Besucher brachte er allen eine kleine Sanduhr als Erinnerung zu seiner eigenen Technik mit. Die zahlreichen Besucher waren von dem eloquent und teilweise sehr humorvollen Vortrag überaus begeistert. So meinte etwas Christian Ertl,  Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bludenz: „Wir hatten schon viele sehr gute Referenten bei unseren Veranstaltungen, aber Bischof Elbs war schlichtweg genial!“

VDir. Christian Ertl, Burkhard Berchtel, Bischof Benno Elbs, VDir. Wolfgang Eichler
Fotocredit Sparkasse Bludenz, Abdruck honorarfrei