Fonds-News KW 3 | 16.01.2024

Acht Gründe für ein zuversichtliches Börsenjahr 2024

Wie immer um die Jahreswende stellen sich Investor:innen dieselbe Frage: Wie stehen die Aussichten für das kommende Börsenjahr? Viele Analyst:innen gaben für 2023 hinsichtlich Konjunktur, Inflation und Börse Ausblicke, die zunächst sehr optimistisch schienen, allerdings nach der Jahresendrally zur Konsensmeinung wurden. Das Szenario der sanften Landung scheint inzwischen sehr wahrscheinlich. Zwar ist der globale Wachstumspfad etwas unter dem Trend, das Umfeld insgesamt bietet aber nach wie vor einen guten Nährboden für Aufwärtsbewegungen an den globalen Aktienmärkten. Hier finden Sie acht Gründe, die für ein zuversichtliches Veranlagungsjahr 2024 sprechen.

1.    Rekordhohe Cashflows von US-Unternehmen

Noch nie erwirtschafteten US-amerikanische Unternehmen mehr Cash als im vorangegangenen Jahr. Der Zuwachs lag bei rund 6,1 % im Vorjahresvergleich, obwohl höhere Löhne und Produktionskosten deutlichen Gegenwind verursachten. Ganz ähnlich sieht es in Europa aus. Die meisten Bilanzen sind gesund. Die viel gefürchtete Kreditkrise beschränkte sich zum Glück auf Einzelfälle. Steuereinnahmen (und Ausgaben) vieler Staaten setzten neue Rekorde. Zwar verschleiern aggregierte Zahlen eine gewisse Schwäche in der Industrie, im Wohnbau und bei Konsumgütern, jedoch kompensieren die starken Dienstleistungssektoren dieses Ungleichgewicht. Und immerhin: Es gibt frühe Anzeichen einer Erholung der „Güter-Baisse“. Gemäß der Europäischen Kommission kletterte im Dezember der Indikator der wirtschaftlichen Einschätzung (ESI) in der Eurozone zum dritten Mal in Folge nach oben. Sogar die Automobilverkäufe stiegen im Dezember wieder an, wie Daten des US Bureau of Economic Analysis zeigen. Auch „Dr. Kupfer“, wie das gefragte Metall wegen seiner Konjunktursensibilität genannt wird, zeigte im Dezember wieder Richtung Norden.

2.    Zinsen sind wieder in der historischen Norm

Die Ära der Nullzinsen scheint vorbei und Sparer:innen werden endlich wieder belohnt. Neben Pensionskassen und Privathaushalten profitiert davon auch der Konsum. Mehr noch: Entgegen vieler kritischer Stimmen, dass die hohen Zinsen die Wirtschaft zerstöre, hat die Zinswende bislang keine Rezession ausgelöst. So ist es nur verständlich, dass die Zentralbanken keine Eile haben, die Zinsschraube wieder zu lockern. Denn die vorangegangenen Zinsschritte geben den Zentralbanken wieder wertvolle Manövriermasse für die nächste Krise. Die Märkte erwarten aktuell sowohl für Europa als auch für die USA eine erste Senkung im zweiten Quartal 2024. Aber noch wichtiger als die Leitzinsen sind die Kapitalmarktrenditen. Sie lösten letztes Jahr die Jahresendrally und die stärkste Anleihenmarktrally seit 1985 aus.

3.    Konsument:innen sind vermögend, liquide und zuversichtlich

Aus Statistiken geht hervor, dass die Babyboomer in den USA noch nie so vermögend waren wie aktuell. Pensionskassen, Dividenden, Zins- und Immobilieneinkommen erreichten im vergangenen Jahr ein Allzeithoch, was die Generation „Senior Citizens“ zu der kaufkraftstärksten unserer Zeit macht. Zusätzlich hat sich das Verbrauchervertrauen sowohl in den USA (Uni-Michigan) als auch in der Eurozone (ESI-CCI) weiter aufgehellt.

4.    Niedrige Arbeitslosigkeit und das Comeback der Produktivität

Die hohe Beschäftigungsquote ist paradoxerweise Fluch und Segen zugleich. Zum einen trägt sie zum sozialen Frieden bei und gewährleistet einer Gesellschaft den Wohlstand. Zum anderen bringt der Personalmangel Unternehmen an ihre Grenzen. Dies veranlasst die Firmen dazu innovativ zu werden, was wiederum positiv zur Produktivität beiträgt. Digitalisierung, Prozessoptimierung, Outsourcing, Automatisierung oder neue Technologien wie künstliche Intelligenz sind hierzu einige Schlagworte. Trotz vieler Herausforderungen präsentieren sich die durchschnittlichen Gewinnmargen der US-Firmen höher denn je. Es zeigt sich sogar, dass wir den größten Produktivitätsschub seit Beginn der 1990er-Jahre haben. Damals waren Mobilkommunikation und das Internet auf dem Vormarsch. Zudem hat ein produktivitätsgetriebenes Wachstum disinflationäre Tendenzen, da der Wettbewerb die Unternehmen regelrecht dazu zwingt ihre Produktivitätsgewinne mit Arbeitnehmer:innen und Konsument:innen zu teilen. Zusätzlich wird dadurch der Konsum gestützt, wovon die Gesellschaft und die Börsen profitieren sollten.

5.    Stetig nachlassende Inflation

Es ist zu sehen, dass es im Bereich der Güterindustrie kaum noch Preiserhöhungen gibt. Lediglich bei den personalintensiven Dienstleistungen haben wir nach wie vor Inflationsdruck. Doch auch hier sollte die Teuerung fortan nachlassen. Bei genauerer Analyse ist zu sehen, dass die Inflationszyklen sehr symmetrisch sind. Preise, die stark in die Höhe schnellen, sinken in freien Märkten ebenso rasch. Steigende Preise führen zu Konsumverzicht und bremsen sich sozusagen selbst aus.

6.    Branchenbewertung

Kaum zu glauben, aber wahr – zwei Drittel der S&P-Branchenbewertungen sind seit 2022 gefallen. Trotz der Jahresendrally befinden sich die Bewertungen in acht der elf Hauptsektoren des S&P 500 aktuell auf tieferen Niveaus als zu Beginn 2022, wie hier detailliert ersichtlich:

Die KGVs der elf Hauptbranchen des S&P 500 Index und ihre Veränderungen seit Januar 2022: Immobilien (KGV: 38x, – 27 % im 2-Jahres-Vergleich), IT (27x, – 6,5 %), Nicht-Basiskonsumgüter (26x, - 18,4 %), Industrie (20x, – 4.2 %), Materialien (19.5x, + 15 %), Basiskonsumgüter (19x, – 12 %), Gesundheit (18x, + 3 %), Kommunikationsdienstleistungen (17x, – 17 %), Versorger (16x, – 23 %), Finanzdienstleistungen (15x, – 1 %), Energie (11x, + 1 %), verglichen mit dem gesamten S&P 500 (19.8x, – 9 %). Alle Daten per 31.12.2023

7.    Viele neue Jobs durch Reshoring, Industriepolitik und Energiewende

Der Boom bei Fabrikneubauten verhilft den USA zu rekordhoher Beschäftigung im Baugewerbe. Im vergangenen Jahr wurden mehr neue Produktionsstätten gebaut als jemals zuvor in einem Jahr. Dieser Trend ist nicht nur in den USA zu sehen. Auch in Mexiko, Chile, Indien, Vietnam oder Indonesien boomt die Errichtung neuer Fabriken. Viele Länder wollen von der Verschiebung globaler Lieferketten profitieren. Europa kann sich diese Entwicklungen nur teilweise zunutze machen. Zumindest entstand jüngst in Brandenburg die größte europäische Autofabrik. Frankreich beschäftigt sich mit der Exploration von sogenanntem weißen Wasserstoff, was im Erfolgsfall die Energiewende revolutionieren könnte. Insgesamt ist es sehr wahrscheinlich, dass der Infrastrukturausbau in den Megatrends Energie, Klima, Mobilität, Sicherheit und Lieferketten ein zunehmend wichtiger Auftraggeber der Wirtschaft bleiben wird.

8.    Beflügelung von Bauwirtschaft und Immobilien durch Lockerung der Geldpolitik

Während die Nachfrage nach Wohnraum relativ stabil scheint, reagierten Immobilienpreise und die Bauwirtschaft sensibel auf die Zinserhöhungen. Ein erwarteter Rückgang der Kapitalmarktrenditen und Leitzinsen 2024 sollten unterstützen. Wohnimmobilienpreise und Bautätigkeit ziehen in Europa und auf der anderen Seite des Atlantiks wieder an. Auch die Nachfrage nach Baumaterialien, Einrichtungen und ähnlichen Gütern verspürt einen Aufschwung.

Fazit

Ein Blick in die Historie des S&P 500 zeigt ein sehr spannendes Bild. Konnte der Index eine Jahresperformance von zumindest 20 % erzielen, so beschenkte er Anleger:innen auch im Folgejahr meist mit einem positiven Jahresbeitrag von durchschnittlich + 6 %. Negative Perioden gingen bisher stets mit einer Rezession einher. Da aktuell die sanfte Landung das vorherrschende Narrativ an den Märkten ist, gepaart mit den acht Überlegungen, sehen wir für das Jahr 2024 attraktive Chancen. Es ist essenziell, dass auf eine ausreichende Diversifikation und die passende Risikotragfähigkeit im Portfolio geachtet wird und bedenken Sie: Obwohl die Inflation rückläufig ist, ist der Kaufkraftverlust von Cash ein hoher Preis für vermeintliche „Sicherheit“.

FI

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