Digifonds: AK Wien fördert 29 neue Digitalisierungsprojekte gegen die Krise

15.Juni 2021

Egal ob Home-Office, Produktion, Datenverarbeitung oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Covid-19 beschleunigt die Digitalisierung der Arbeitswelt. Mit dem Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 fördert die AK Wien schon seit 2019 Projekte und Lösungen rund um die gerechte Digitalisierung der Arbeitswelt.

Nach einer einjährigen COVID-bedingten Förderunterbrechung hat der Digifonds seine Förderaktivität mit einem Fokus auf die Erforschung und Bewältigung der Corona-Krise wiederaufgenommen. Für eine Förderung müssen sich die eingereichten Projekte der Digitalisierung aus Perspektive von Arbeitnehmern widmen und an einem der fünf Hebel zur Gestaltung des digitalen Wandels ansetzen: Wissen und Bewusstsein, Technologieentwicklung, Regulierung, geschütztes Ausprobieren oder Forschung.

Aus 89 gültigen Einreichungen und rund 10 Mio. Euro beantragter Förderung wurden 29 Projektanträge ausgewählt und damit ca. 3 Mio. Euro an Förderungen beschlossen. Insgesamt wurden damit seit 2019 298 Einreichungen in 3 Calls bearbeitet und 78 Projekte über 7,5 Mio. EUR zur Förderung zugelassen.

Digifonds: Forschung, Theorie, Anwendung

Auf wien.arbeiterkammer.at/digifonds stehen alle Informationen zur Förderungsvergabe sowie zu bislang geförderten Projekten bereit. Die Bandbreite der geförderten Projekte erstreckt sich über verschiedenste Branchen und spannt den Bogen von Forschung und Theorie zur Anwendung:

  • Im Projekt „Willkommen in der Lehre“ der Gewerkschaft Bau und Holz sollen Jugendlichen Alternativen zu den traditionellen Lehrberufen wie KFZ-Techniker oder FriseurIn aufgezeigt werden, wie zum Beispiel der Lehrberuf „Land- und BaumaschinentechnikerIn“. 360-Grad-Videos sollen es ermöglichen, weniger bekannte und stark nachgefragte Lehrberufe niederschwellig kennenzulernen, ohne einen Betriebsbesuch notwendig zu machen.
  • Der „RidersColletiveSpace“ des ÖGB soll die bisher vorwiegend digitale Anlaufstelle für Beschäftigte in der Plattformwirtschaft um eine physische Komponente erweitern. Durch Beratungs- und Qualifizierungs-Events (zum Beispiel Fahrradwerkstatt) soll die oft als „fluide“ und schwer zu greifende Gruppe der PlattformarbeiterInnen adressiert, vernetzt und für die gewerkschaftliche Organisation zu mobilisiert werden.
  • Mit dem Projekt „Fairplay Online Learning“ der fairplay Initiative des VIDC sollen Themen wie Antidiskriminierung, Gleichstellung, soziale Inklusion, nachhaltige Entwicklung und Menschenrechte im und durch den Sport adressiert werden.
  • Im Projekt „Labour at Home“ soll eine partizipative Umbau-Strategie entwickelt werden. Dabei soll erforscht werden, welche, kleinen Eingriffe, zum Beispiel im Zuge thermischer Sanierungen, unternommen werden können um Lern- und Arbeitsräume zu schaffen, die den neuen Herausforderungen der digitalen Lebens- und Arbeitswelt entsprechen.
  • Ziel des IHS-Projekts „Smart Working“ ist die Entwicklung von Smart Working-Strategien, die zu einer besseren Work-Life-Balance für Führungskräfte führen und damit Zugangsbarrieren für Frauen in Führungspositionen abbauen. Es geht dabei um einen reflektierten und effektiven Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für eine flexible, standortunabhängige Zusammenarbeit.

Der AK Wien Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 ist Teil des AK Zukunftsprogramm 2019 – 2023. Insgesamt 150 Millionen Euro investiert die Arbeiterkammer im Rahmen einer Digitalisierungsoffensive zur Förderung von Projekten und für Qualifizierung von Arbeitnehmern. Daneben umfasst das Zukunftsprogramm auch zahlreiche andere neue Angebote, vor allem in den Bereichen Pflege, Bildung und Wohnen.