Europäischer PC-Markt wächst trotz Halbleiter-Engpass

04.Juni 2021

Der PC-Markt in Westeuropa ist im vergangenen Quartal ungeachtet der allgemeinen Halbleiter-Knappheit deutlich gewachsen.

Nach Berechnungen des Marktforschungsunternehmens Canalys stiegen die Verkäufe im PC-Markt im Jahresvergleich um 48 Prozent auf 16,1 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner. An die Spitzenposition setzte sich im ersten Quartal knapp HP mit 4,1 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 26 Prozent, wie Canalys am Dienstag mitteilte. Weltmarktführer Lenovo, zu dem unter anderem auch die Marke Medion gehört, folgte mit 4 Millionen verkauften Computern. Dell folgt mit einem Marktanteil von 14 Prozent und Apple mit 10 Prozent.

Apple verzeichnete das höchste Wachstum der Top 5, 127% mehr als im Vorjahr. Seine neuen Geräte, die von Apples eigenen M1-Chips angetrieben werden, waren die treibende Kraft hinter seinem kommerziellen Erfolg. „Der Erfolg von Apple ist sinnvoll, da Westeuropa über eine Basis bestehender Mac-Benutzer, ein hohes verfügbares Einkommen und eine starke Gemeinschaft von Technikbegeisterten und Early Adopters verfügt“, sagte Canalys Research Analyst Trang Pham. „Der jüngste Schritt von Apple, eigene Prozessoren zu entwickeln, zeigt seinen Ehrgeiz. Es spiegelt auch Intels nachlaufenden SoC-Prozess mit 5-nm- und 3-nm-Chips wider. Durch die direkte Zusammenarbeit mit TSMC konnte Apple 5nm viel früher auf den Mac bringen. Aber bei dem Umzug geht es um mehr als nur um Spezifikationen. Es zeigt absolutes Engagement für Apples Ethos, dass Hardware, Software und Dienste am besten funktionieren, wenn sie zusammen erstellt werden. Allerdings können IT-Manager in Unternehmen M1-basierte Macs als komplexe Ergänzung ihres Vermögens betrachten, und Apple muss jetzt eine klare Kommunikation über die einfache Geräteverwaltung und Optimierung maßgeschneiderter Apps sicherstellen.“

PC-Markt sehr stark von Pandemie beeinflusst

Die Halbleiter-Knappheit am PC-Markt wurde von der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Laptops und anderer Elektronik in der Corona-Pandemie sowie Vorratskäufen des chinesischen Huawei-Konzerns angesichts von US-Sanktionen ausgelöst. Unter anderem Autohersteller wurden schwer getroffen und mussten zum Teil die Produktion aussetzen. Experten rechnen damit, dass die Engpässe noch mindestens bis ins kommende Jahr andauern werden. (APA/red)