EU-Berechnung lässt Arbeitslosigkeit statistisch steigen

31.Mai 2021

Die Berechnung der Arbeitslosigkeit wird in der EU ab 2021 in einigen Details anders berechnet. Das wird die Arbeitslosenquoten nach EU-Definition leicht steigen lassen, teilte die Statistik Austria mit.

In Österreich steht aber ohnehin die Berechnung nach österreichischer Definition und nicht die EU-Berechnung im Vordergrund, an dieser ändert sich nichts. Die wichtigste Neuerung sei, dass künftig Personen mit einer Wiedereinstellungszusage mehrheitlich als Arbeitslose gelten. Das betreffe insbesondere Saisonarbeitskräfte in der Nebensaison, die bisher als „stille Reserve“ und Teil der Nicht-Erwerbspersonen galten.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit durch die neue Methodik werde je nach Quartal unterschiedlich stark ausfallen. Das erste von den Änderungen betroffene Ergebnis ist jenes vom 1. Quartal 2021, das am 28. Juni 2021 veröffentlicht wird. Die europäische Arbeitskräfteerhebung (AKE) wird in allen EU-Ländern in zufällig ausgewählten privaten Haushalten durchgeführt. In Österreich ist es eine Stichprobenerhebung, bei der wöchentlich ca. 1.500 Haushalte befragt werden.

EU-Berechnung mit Referenzwoche

Laut der EU-Berechnung sind nach internationaler Definition (ILO-Konzept) Menschen erwerbstätig, wenn sie in der Referenzwoche mindestens eine Stunde als Unselbstständige, Selbstständige oder mithelfende Familienangehörige gearbeitet haben, oder wenn sie zwar an sich einer Arbeit nachgehen aber aufgrund von Urlaub, Zeitausgleich, Altersteilzeit, anderer Arbeitszeitregelung, Krankheit, beruflicher Aus- und Weiterbildung oder Mutterschutz/Papamonat nicht tätig waren. Auch Personen, die aus einem „sonstigen Grund“ für bis zu drei Monate vom Arbeitsplatz abwesend oder in Elternkarenz sind, gelten als erwerbstätig.

Arbeitslose sind Menschen laut EU-Berechnung, die nicht wie oben angeführt erwerbstätig sind und in der Referenzwoche oder den drei vorhergehenden Wochen aktiv eine Arbeit gesucht haben – oder die eine Zusage für einen Job haben, den sie innerhalb von drei Monaten antreten werden.

„Stille Arbeitsmarktreserve“ sind Menschen die nicht erwerbstätig waren, auch nicht Arbeit gesucht haben, aber grundsätzlich gerne arbeiten würden und innerhalb der nächsten beiden Wochen nach der Referenzwoche zu arbeiten beginnen könnten. (APA/red)