Fed: Ökonomen rechnen erst Anfang 2022 mit strafferem Kurs

17.Mai 2021

Trotz kräftig anziehender Inflation wird die US-Notenbank Fed laut Ökonomen wohl erst Anfang 2022 ihre Geldspritzen im Kampf gegen die Folgen der Coronakrise verringern.

In der jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters unter 51 Experten veranschlagten 31 Ökonomen dafür das erste Quartal nächsten Jahres. 13 rechnen in der am Freitag veröffentlichten Studie bereits Ende des Jahres damit. Die US-Notenbank Fed greift der US-Wirtschaft unter die Arme. Die amerikanische Wirtschaft startet schon seit geraumer Zeit durch. Es gab zuletzt sehr positive Zahlen vom Arbeitsmarkt, der Einzelhandel profitiert von den Stimulusschecks. Die Häuserpreise sind so hoch wie seit 15 Jahren nicht mehr. 

Die Verbraucherpreise in den USA waren im April zum Vorjahr um 4,2 Prozent in die Höhe geschossen – auch wegen statistischer Effekte, da die Wirtschaft im Frühjahr 2020 nach Einsetzen der Pandemiekrise in die Knie gegangen war. „Die Fed wird sich nicht von einem erschreckenden Verbraucherpreis-Bericht in Panik versetzen lassen“, so die Einschätzung von Chefökonom Ian Shepherdson von Pantheon Macroeconomics. Doch werde es nicht bei einem Preisschub bleiben.

Fed: 120 Milliarden im Monat für Aufschwung

Die US-Notenbank Fed unterstützt die von der Coronakrise getroffene Wirtschaft mit monatlichen Geldspritzen von 120 Milliarden Dollar (knapp 100 Mrd. Euro). Sie will daran so lange festhalten, bis substanzielle Fortschritte bei der Preisstabilität und der Arbeitslosigkeit erreicht sind. Die anziehende Inflation sieht sie als vorübergehendes Phänomen, das derzeit keinen Kurswechsel in der Geldpolitik nötig mache, die wohl noch auf Jahre hinaus auf Niedrigzins ausgerichtet bleibe. (APA/red)