Impfungen und EU Recovery Fund stützen den Aufschwung

05.Mai 2021

Die börsennotierte Erste Group hält an ihrem positiven Ausblick auf das Jahr 2021 fest. Zentraler Faktor für den wirtschaftlichen Aufschwung ist eine hohe Durchimpfungsquote. Wichtig wird darüber hinaus die Nutzung der Zuwendungen aus dem EU Recovery Fund – hier sind ambitionierte und qualitative Initiativen gefragt.

Zwei Injektionen werden den Aufschwung auslösen. Zum einen die Impfung, die die Menschen gegen Covid immunisiert und damit wieder Normalität schaffen wird. Zum anderen die Kapitalinjektionen aus dem 750 Milliarden Euro schweren EU-Recovery Fund. Vor allem in unserer Region wird das große wirtschaftliche Kräfte freisetzen,” schätzt Erste Group CEO Bernd Spalt. „Alle Länder in der Region dürften in diesem Jahr eine wirtschaftliche Erholung erleben, die insbesondere in der zweiten Jahreshälfte sichtbar wird. Zusätzlich rechnen wir damit, dass die Mittel aus der EU dann 2022-23 einen spürbareren Effekt auf das Wirtschaftswachstum haben werden.“ 

Impfung als Träger des Turn-Around

Der wichtigste Faktor für den wirtschaftlichen Turn-Around bleiben die Impfungen. Hier rechnet die Erste Group damit, dass ein Großteil der impfbaren Bevölkerung bis zum Ende des 2. Quartals eine Impfung angeboten bekommen hat. 

Weite Teile der Region haben ausreichend Impfdosen für eine Herdenimmunität von 70 Prozent bestellt – großteils über die Bestellmechanismen der EU. Wegen des teilweise schleppenden Roll-outs der Impfungen mussten die Wachstumsaussichten für 2021 leicht nach unten korrigiert werden. Dennoch zeichnet sich für 2021 in den meisten Märkten der Erste Group ein im Vergleich mit der Eurozone (+4,0 Prozent BIP für 2021) meist überdurchschnittliches Wachstumsszenario ab. Am deutlichsten dürften die BIP-Zuwächse in Kroatien (+4,5 Prozent) und Serbien (+5,0 Prozent) ausfallen. Auch in Ungarn, Rumänien und der Slowakei sollten die Volkswirtschaften um mehr als 4 Prozent steigen. Tschechien und Österreich werden mit einem erwarteten Plus von 3,3 Prozent bzw. 2,8 Prozent dahinter liegen. Für 2022 dürfte das solide Wachstum in allen Ländern mit Raten zwischen 4 Prozent und 5 Prozent weiter solide bleiben bzw. in Österreich, der Slowakei und Tschechien noch deutlich dynamischer werden.  

Aufschwung: deutlich besseres Ergebnis im Q1 2021

Die gestärkten Aussichten spiegeln sich auch in den Ergebnissen der Erste Group nieder. Die Bankengruppe bildete im ersten Quartal Risikovorsorgen für Kreditausfälle in Höhe von 36 Mio Euro (-42,1 Prozent im Jahresvergleich). Die NPL-Quote bezogen auf Bruttokundenkredite verbesserte sich auf 2,6 Prozent (2,7 Prozent). Gekoppelt mit einem Vorzeichenwechsel im Handelsergebnis und dem Fair-Value-Ergebnis stieg in Folge das Nettoergebnis um 50,9 Prozent auf 355 Mio Euro. Die harte Kernkapitalquote (CET1, final) belief sich zum 31. März auf 14,0 Prozent.  

Nachhaltig denken

Eine wichtige Rolle für den Aufschwung der Region werden nach Bernd Spalts Ansicht auch die Mittel des EU Recovery Fund spielen. Stichtag zur Einreichung der nationalen Umsetzungspläne bei der Europäischen Kommission ist heute am 30. April.

„Die hohen Summen, die die EU in Aussicht stellt, müssen in ehrgeizige Projekte mit einem klaren Ziel investiert werden“, merkt Bernd Spalt an. Dazu könne in den nationalen Programmen vor allem in Osteuropa teilweise noch ambitionierter gedacht werden. „Wir müssen eigentlich nur auf die nächsten Generationen schauen, um einen klaren Blick für die Investitionsprioritäten zu bekommen: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Bildung.“ Die Situation für junge Menschen habe sich in der Region durch die Pandemie beispielsweise auf dem Arbeitsmarkt eher verschlechtert: Vor allem in Ungarn, Tschechien und Serbien hat sich die Zahl junger Menschen die sich weder in Arbeit, Bildung oder Weiterbildung befinden, stark erhöht.

„Als Bank, als Arbeitgeber und als Corporate Citizen beschäftigen wir uns sehr stark mit diesen Fragen nach einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft“, erklärt Spalt. „Künftiges Wachstum muss vorrangig auf Nachhaltigkeit aufbauen. Dafür braucht es eine gestärkte digitale Infrastruktur und top ausgebildete Fachkräfte.“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.