Corona-Krise verändert die Unternehmenskultur

21.April 2021

Der persönliche Kontakt im Büro ist wichtig, um Unternehmenskultur und Vertrauen entstehen zu lassen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Ausgabe des XING Corona Barometers.

Im aktuellen XING Corona Barometer geben rund 77 Prozent der Befragten an, dass der persönliche Kontakt im Büro wichtig ist, um Unternehmenskultur entstehen zu lassen und spüren zu können. Nach wie vor sind mehr als die Hälfte der befragten XING Mitglieder in Österreich mit der Unternehmenskultur sehr oder eher zufrieden und beinahe 30 Prozent sind der Meinung, dass sich ihr Unternehmen seit Ausbruch der Pandemie intensiver mit dem Thema auseinandersetzt. „Die Umfrage bestätigt unsere Thesen: Unternehmenskultur braucht ein Büro, einen physischen Ort für Interaktion, kreatives Miteinander und mehr“, so Kristina Knezevic, Country Managerin XING Österreich.

Das Thema Unternehmenskultur ist längst schon kein Thema mehr, mit dem sich nur die Unternehmensführung beschäftigt – das bestätigen die aktuellen Zahlen: Auf die Frage, wer die Unternehmenskultur im Unternehmen steuert, ist immerhin ein Viertel der Befragten der Meinung, dass Unternehmenskultur ein gemeinsamer Prozess von Unternehmensleitung und Mitarbeitern ist.

Vertrauen fördert die Unternehmenskultur

Laut 44 Prozent der befragten österreichischen XING Mitglieder hat sich die Unternehmenskultur seit Ausbruch der Pandemie verändert, allerdings sind nur 14 Prozent der Meinung, dass sich diese zum Positiven verändert hätte. Die Befragten vermissen insbesondere die gemeinsamen Aktivitäten (auch virtuelle), fühlen sich weniger in Entscheidungen eingebunden und fühlen einen größeren Leistungsdruck bzw. psychische Belastung.

Eine positive Veränderung der Unternehmenskultur ist vor allem auf ein verbessertes Vertrauensverhältnis zu den Führungskräften, mehr Lob und Wertschätzung für die eigene Arbeit sowie mehr Partizipation bzw. ein stärkeres Einbinden in Entscheidungen zurückzuführen.

Neuer Beruf Culture-Manager?

Um Unternehmenskultur aktiv im Unternehmen zu gestalten, gibt es das noch relativ junge Berufsbild „Culture Managerin/Culture Manager“ – und geht es nach den österreichischen XING Mitgliedern, hat dies großes Potenzial. Mehr als die Hälfte – ca. 57 Prozent – der Befragten wünscht sich Culture-Manager im Unternehmen, die sich um die aktive Gestaltung der Unternehmenskultur kümmern. „Unternehmen sollten sich darüber Gedanken machen, eine explizite Position für die Kulturentwicklung zu schaffen. Nicht zur Bestellung von Obst, und um Sprüche an die Wände zu kleben, sondern als Organisationsentwicklung. Hier geht es um Mechanismen zur Schaffung von Identität, Vertrauen und Bindung, sowie die Schaffung eines Umfeldes, in dem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ihrem Potenzial maximal zum Erfolg des Unternehmens beitragen können. Diese Funktion dient damit auch als Bindeglied zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern“, so Knezevic.

Wunsch-Wirklichkeit-Schere

Rund 62 Prozent der Befragten sind aktuell mit der Unternehmenskultur im Unternehmen sehr oder eher zufrieden. Doch was macht eine gute Unternehmenskultur aus? Besonders wichtig sind für die Befragten kollegialer Umgang im Unternehmen, Vertrauensverhältnis mit den Führungskräften, Lob und Wertschätzung für die eigene Arbeit, positiver und offener Umgang mit Fehlern bzw. Fehlertoleranz, sowie Klarheit über den Unternehmenszweck (Mission/Vision) und die strategischen Ziele. Nicht alle Aspekte, die Arbeitnehmer als wichtig einschätzen, werden allerdings aktuell in den Unternehmen zur Zufriedenheit dieser abgedeckt. „Hier haben wir eine Wunsch-und-Wirklichkeit-Schere, wo wir noch viel Potenzial für Verbesserung sehen. Gerade in Krisenzeiten können Unternehmen das beweisen, was sie sonst versprechen“, so Knezevic abschließend.