Deutsche Institute senken Wachstumsprognose 2021

16.April 2021

Die führenden deutschen Konjunkturforschungsinstitute haben informierten Kreisen zufolge ihre Prognose für das Wachstum der deutschen Wirtschaft deutlich gesenkt.

Sie rechnen für heuer nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,7 Prozent, sagten mit den Zahlen vertraute Personen. Im vergangenen Herbst waren sie noch von 4,7 Prozent ausgegangen, doch dürfte Europas größte Volkswirtschaft wegen der anhaltenden Corona-Beschränkungen schwächer als erwartet ins Jahr gestartet sein.

Die Pandemie verzögere den Aufschwung, heißt es in dem Gutachten. Für 2022 wurde die Wachstumsprognose dagegen kräftig angehoben, und zwar von 2,7 auf 3,9 Prozent. Dann soll der private Konsum das Wachstum spürbar anschieben. Im vergangenen Jahr war das BIP wegen der Coronakrise um 4,9 Prozent eingebrochen.

Die Gemeinschaftsdiagnose soll am Donnerstag offiziell vorgestellt werden. Sie dient der deutschen Regierung als Basis für ihre eigenen Projektionen, die wiederum die Grundlage für die Steuerschätzung bilden. Diese geht bisher von einem Plus von drei Prozent im laufenden Jahr aus. Erarbeitet wird das Gutachten federführend vom RWI in Essen, vom DIW in Berlin, vom ifo-Institut in München, vom IfW in Kiel und vom IWH in Halle.

Bescheidene Wachstumsprognose auch vom ifo-Institut

Das ifo-Institut rechnet für das laufende Jahr nur noch mit einem Wachstum von 3,7 Prozent. Vor drei Monaten hatte es noch ein Plus von 4,2 Prozent vorhergesagt. Für das Jahr 2022 erwarten die Münchner Experten nun 3,2 Prozent Wachstum anstatt 2,5 Prozent. „Die Coronakrise zieht sich hin und verschiebt den erwarteten kräftigen Aufschwung nach hinten“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser gegenüber der Tagesschau schon Ende März.

Das Münchner Institut schätzt damit die Konjunkturperspektiven der deutschen Wirtschaft zwar pessimistischer ein als noch vor drei Monaten. Doch seine aktuelle Prognose fällt immer noch deutlich optimistischer aus als etwa die des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. (APA/red)

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