Alibaba: Milliardenstrafe wegen Kartellrechtsvergehen

12.April 2021

In einem neuen Schlag gegen Alibaba-Gründer Jack Ma haben Chinas Wettbewerbshüter eine Strafe in der Höhe von 18 Milliarden Yuan (2,3 Mrd. Euro) gegen die weltgrößte Online-Handelsplattform verhängt.

Alibaba habe seine marktbeherrschende Position ausgenützt, um Händler zu bestrafen, die ihre Waren über konkurrierende Plattformen anbieten wollten, zitierten Staatsmedien am Samstag die Marktaufsichtsbehörde.

Die bisher höchste Strafe der Kartellbehörden gegen einen chinesischen Internet-Riesen weckt neue Fragen über die Zukunft des Alibaba-Konzerns des charismatischen Unternehmers Jack Ma, der seit Herbst nur noch selten in der Öffentlichkeit gesehen worden war. Mit Kritik an der chinesischen Finanzaufsicht hatte der 56-Jährige damals offenbar den Unmut höherer Stellen auf sich gezogen.

Alibaba fügt sich

Wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht wurde die Geldbuße mit vier Prozent des Umsatzes von 2019 in Höhe von 455 Milliarden Yuan festgelegt, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua. Alibaba teilte mit, die Strafe anzunehmen und die Zusammenarbeit mit den Behörden verstärken zu wollen. Der Konzern werde sein System zur Erfüllung der Regeln stärken und „seine soziale Verantwortung besser erfüllen“.

Die Marktaufsicht bemängelte das Vorgehen des Konzerns, Händler zu zwingen, sich exklusiv für seine Plattform zu entscheiden. Die Praxis wird „er xuan yi“, übersetzt „wähle eine von zweien“, genannt. Damit „beseitigt oder behindert“ Alibaba den Wettbewerb, argumentierte die Marktaufsicht in ihrer Entscheidung.

Die Aktien  sind am Montag zeitweise um mehr als acht Prozent gestiegen. Die Aktien des chinesischen Onlinehändlers Alibaba sind am Montag zeitweise um mehr als acht Prozent gestiegen. (APA/red)