FFG: 40 Prozent mehr Förderanträge im Pandemiejahr

01.April 2021

Im Pandemiejahr 2020 wurden um 40 Prozent mehr Projektanträge an die FFG-Basisprogramme gestellt und erstmals über eine Milliarde Euro Forschungsprämie beantragt. Letztlich konnte die Förderagentur des Bundes 4.231 Projekte mit insgesamt 855 Millionen Euro fördern.

Konkret wurden 572 Millionen Euro für 3.917 Forschungsprojekte und 314 Breitbandprojekte mit 283 Millionen Euro bereitgestellt. 165 Millionen Euro wurden 2020 in klimarelevante Projekte und 263 Millionen Euro in Digitalisierungsprojekte investiert. „2020 war ein Ausnahmejahr. Wir sehen anhand der Förderanträge aber auch, dass die Pandemie 2020 zu einem Motivationsschub bei Innovationen und in der Forschung geführt hat“, erklärten die Geschäftsführer der FFG, Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

Schwerpunkte grüne Technologien und Digitalisierung

Mit den gesetzten Finanzierungsschwerpunkten investiert die Bundesregierung aktiv in die Entwicklung und den Ausbau grüner Technologien und erneuerbarer Energien, um die Klimawende zu schaffen und die im Pariser Klimaabkommen vereinbarten Ziele zu erreichen. Österreich hat mit einem Anteil von über 70 Prozent erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung eine gute Position, um auf diesem Sektor die internationale Vorreiterrolle zurückzuerlangen und neue Jobs zu schaffen. Innovative Lösungen für den Klimaschutz werden dazu der Schlüssel sein.

Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf dem weiteren Ausbau der digitalen Kapazitäten Österreichs, was besonders in den Bereichen Produktion, Mobilität und Zusammenleben unsere Zukunft prägen wird. Hier hat die Coronakrise gezeigt, wie wichtig eine belastbare digitale Infrastruktur, digitale Werkzeuge und digitale Qualifikation für unsere Gesellschaft geworden sind – Stichwort Home-Schooling und Home-Office. Dabei wird aber auch auf die Themen Künstliche Intelligenz, E-Commerce, Cyber Security und Smart Factory gesetzt, um Unternehmen in Zeiten der globalen Pandemie mit den notwendigen digitalen Kompetenzen auszustatten.

Besonders vor dem Hintergrund der aktuellen Gesundheits- und Wirtschaftskrise und auch mit Blick auf die Klimakrise komme der Forschungsförderung eine noch größere Bedeutung im gesamtwirtschaftlichen Kontext zu, als sie ohnehin innehabe. „Forschung und Entwicklung im Allgemeinen und die FFG mit ihren Programmen im Besonderen sind in der Lage, kurz- und mittelfristig wichtige konjunkturelle und inhaltliche Impulse zu setzen“, berichten Egerth und Pseiner. In Zeiten einer konjunkturellen Krise sei es notwendig, dass Fördergelder rasch zugänglich seien, da Unternehmen qualifizierte Mitarbeiter halten würden und kurzfristig auch zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden könnten. „Entscheidend für den Output unseres Innovationssystems ist es, wie schnell neue Ideen und Erkenntnisse aus der Forschung in die Anwendung kommen und wirtschaftlich genutzt werden“, hieß es weiter.

Erfolgsbeispiel Corona Emergency Call 2020

Mit dem Corona-Emergency-Call konnte die FFG vorhandene F&E-Expertise und Kapazitäten kurzfristig in Österreich mobilisieren. Die Bundesregierung hatte im März 2020 dazu aufgerufen, verstärkt im Bereich der Impfstoffe, Therapeutika, Diagnostika und Prävention zu forschen und Anwendungen auf den Markt zu bringen. Innerhalb kürzester Zeit wurden 143 Projekte eingereicht. Es gab zusätzliche Jurysitzungen, Förderungen für 51 Projekte wurden bewilligt. Die Projektergebnisse sind bereits im Umsetzung und es zeigt sich ein großes Potential am österreichischen Life-Science-Sektor – vor allem bei KMU (80 Prozent der Projekte).

Förderanträge: Zusammenarbeit auf allen Ebenen

„Die Wirtschaftskrise wird uns länger beschäftigen. Die Herausforderungen für den Innovationsstandort sind hoch, denn Unternehmen werden ihre FTI-Ausgaben wieder reduzieren, darauf verweist der WIFO-Konjunkturtest“, berichten die FFG-Geschäftsführer. Österreichs Forschungsstrategie habe sich jedoch bewährt. Der breite Förderansatz der FFG fördere Resilienz, wirke antizyklisch und würde Einbrüche bei F&E-Ausgaben abfedern. Die FFG unterstützt auch bei der Teilnahme am EU-Forschungs- und Innovationsprogramm ‚Horizon Europe‘. „Wir wollen auch im Rahmen von ‚Horizon Europe‘ wieder zu einer überdurchschnittlichen Erfolgsquote österreichischer Beteiligungen beitragen und unsere Forschungscommunity bestmöglich sowie vorausschauend begleiten und beraten. Dabei achten wir darauf, dass sich nationale Maßnahmen mit den Programmen der EU optimal ergänzen“, erklärten die beiden FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner.

Die Pandemie zeige auch, wie wichtig ein gutes entwickeltes Innovationssystem und die gute Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschungsinstituten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und der öffentlichen Hand sei. „Mit Expertise und Engagement steht die FFG für effiziente und transparente Förderungen, damit rot-weiß-rote Innovationen entstehen können. In der Abwicklung heißt das für uns, dass wir den Zugang zu Fördergeldern so einfach wie möglich, aber so sicher wie nötig gestalten, um auch einen korrekten Einsatz von Steuergeld zu gewährleisten“, so Egerth und Pseiner abschließend.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.