Kritik an neuen Corona-Vorschriften

26.März 2021

Vertreter von Industrie und Handwerk warnen vor einer Gefährdung der Produktion durch die verschärften Covid-Maßnahmen in Ostösterreich. Zudem sei die Sicherheit am Arbeitsplatz höher als zu Hause.

Eine überzogene FFP2-Maskenpflicht führt unweigerlich zu Produktionsausfällen in allen Branchen, auch bei Lebensmitteln“, warnen Renate Scheichelbauer-Schuster, WKÖ-Obfrau für Gewerbe und Handwerk, sowie Siegfried Menz, Obmann der Bundessparte Industrie in der Wirtschaftskammer. „Die Mitarbeiter sind an den Arbeitsplätzen deutlich besser geschützt als zu Hause“, so die Einschätzung der Industrievertreter. Corona-Cluster in ihren Bereichen seien „nicht zu erkennen“, viele große Unternehmen hätten eigene Teststraßen eingerichtet. FFP2-Masken sollten dort getragen werden, „wo es sinnvoll und machbar ist“, betonte Scheichelbauer-Schuster. Die Vorschrift mache die vorgeschriebene Maskenpause für die Betriebe „zur fast unlösbaren organisatorischen Herausforderung“.

Menz sprach gar von einem „Maskentanz“. „Wir würden um 20 Prozent mehr Fachpersonal benötigen. Da dieses Personal kurzfristig nicht zu kriegen ist, wären Produktionskürzungen um ein Fünftel unumgänglich“, warnte er in einer Aussendung.

Kritik an Corona-Vorschriften auch von Vertretern des Handels

Kritik kam nach dem Ostgipfel auch von Handelsvertretern. Rainer Trefelik, Obmann der Bundessparte Handel, forderte gestern einen Eintrittstest für den gesamten Handel, also auch den Lebensmittelsektor, der bisher ausgenommen ist. Dies würde zu einer höheren Testrate führen, von der dann auch die anderen Handelsbranchen profitieren könnten. „Das wäre ein Zeichen der Solidarität“, so der Handelsobmann. Der Handelsverband sprach davon, dass die Handelsschließungen „entgegen jeder wissenschaftlichen Evidenz“ angeordnet würden.

Auslöser für den Unmut der Handels-, Gewerbe- und Industrievertreter sind die Corona-Vorschriften nach dem „Ostgipfel“, wonach es von 1. bis 6. April einen strengen Lockdown gibt und danach Eintrittstests für Geschäfte – abseits vom Lebensmittelhandel und Apotheken – eingeführt werden. Viele Fragen sind aber noch offen und die Vorgaben müssen teilweise erst Rechtskraft erlangen. (APA/red)

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