5 Gründe, warum Personal Branding ein Muss ist

12.März 2021

Eine starke Marke ist hilfreich, wenn man erfolgreich sein möchte. Mit ihr verbinden wir ein klares Bild. Das gilt auch für Menschen. Wer als Experte wahrgenommen oder bekannt werden möchte, wer für Geschäftspartner, Kunden oder Arbeitgeber sichtbar werden oder sich zu bestimmten Themen positionieren möchte, braucht ein klares Profil. Personal Branding Experte Benjamin Schulz hat 5 Gründe ausgemacht, die für eine persönliches Branding sprechen.

Personal Branding lautet das Zauberwort. Dabei funktioniert das Personenmarketing nach anderen Richtlinien als das klassische Produktmarketing. Inzwischen ist es für Führungskräfte, Selbstständige, Wissenschaftler und Bewerber quasi ein Muss, ihre Personenmarke sichtbar zu machen. Warum das so ist? Dies sind die wichtigsten fünf Gründe.

1. Personal Branding macht menschliche Nähe und Verbundenheit erlebbar

Die Spielregeln des Kommunikations- und Werbemarktes haben sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Lange Zeit stellte das klassische Marketing Zahlen, Daten und Fakten in den Mittelpunkt der Marketingkommunikation. Prozesse, Standards und Qualität galten als Erfolgsfaktoren. Sie machten den Unterschied zur Konkurrenz. Über sie wollte man sprechen. Der Mitarbeiter, die Führungskraft oder auch der Kunde spielten in der Kommunikation nur eine untergeordnete Rolle. Das ist heute anders.

Durch die explosionsartige Entwicklung digitaler Medien und interaktivem Marketing bestimmen Kunden heute mehr denn je, wann und wo sie angesprochen werden und Informationen und Werbung wahrnehmen möchten. Der Mensch rückt in den Fokus. In unserem reizüberfluteten Umfeld wächst vor allem der Wunsch nach Authentizität. Erlebbarkeit ist das neue Maß, und sie findet zwischen Menschen statt. Erlebbarkeit ist maßgeblich dafür, wie Menschen über eine Marke denken, ob sie sich mit einem Unternehmen identifizieren und ihm vertrauen. Daher ist es wichtig, Personal Branding nicht dem Zufall zu überlassen. Jeder kann einen Einfluss darauf nehmen, ob und wie er wahrgenommen wird. Denn Nähe und Erlebbarkeit sprechen Menschen an und schaffen Vertrauen, Vertrauen schafft Bindung und Bindung schafft Überzeugung, Engagement und Verpflichtung. All das gibt letztlich den Ausschlag, warum sich Kunden für eine Dienstleistung, ein Produkt oder ein Unternehmen entscheiden.

Insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie ist menschliche Nähe über direkten persönlichen Kontakt ein rares Gut. Plötzlich fehlen die gewohnten Kanäle, um mit Kunden zu interagieren. Aber noch schlimmer ist: Es fehlen auch die gelernten Instrumente, über die Unternehmen die Werte ihrer Marke mit Leben füllen. Stattdessen verbringen Menschen immer mehr Zeit in den sozialen Medien. Hier tauschen sich Experten zu Fachthemen aus, beziehen Führungskräfte Position zu aktuellen Themen oder machen Bewerber sich durch Posts und Likes für potentielle Arbeitgeber sichtbar. Menschen zeigen die unterschiedlichen Facetten ihrer Persönlichkeit und ermöglichen anderen, sich ein klares Bild von ihnen zu machen. Digitale Tools schaffen menschliche Nähe trotz Abstandsregeln. In Zeiten von Corona ist Erlebbarkeit eines der wesentlichen Elemente in der Außenkommunikation. Daher ist es wichtig, sich mit seiner Personenmarke auf den verfügbaren Kanälen richtig in Szene zu setzen. Wie erleben mich andere in meinen Social Media Profilen? Auf meiner Website? In meinem Blog? In der Videokonferenz oder am Telefon?

2. Schluss mit Stereotypen – Personality first

Ein weiterer Grund jetzt auf Personal Branding zu setzen, ist der hohe Stellenwert, den die Persönlichkeit eines Menschen heute im Geschäftsleben hat. Bislang zeigte uns die Werbelandschaft fast ausschließlich wunderschöne Menschen mit perfekten Körpern, idealisierte Welten und magische Momente, denen der Verbraucher mit Hilfe der beworbenen Produkte nur noch nacheifern musste. Dabei sind Marketing-Inszenierungen dieser Art eine Lüge am Kunden. Sie spielen mit Stereotypen wie cool, sexy und frei und gaukeln ihm eine perfekte Welt vor. Doch vor allem sind sie austauschbar und beliebig, so dass klassische Werbung ihre Wirkung verfehlt.

In letzter Zeit finden sich Beispiele für Werbekampagnen, die sich gegen diese idealtypische Art der Darstellung stellen und ganz konkrete, aus dem Leben gegriffene Situationen als Werbegeschichte verwenden. Authentisches Marketing eröffnet neue Möglichkeiten, Beziehungen zum Kunden aktiv aufzubauen, erfolgreich zu gestalten und gewinnbringend zu vertiefen: Zum Nutzen und zur Zufriedenheit beider Seiten. Dabei stehen der echte Mensch und seine Persönlichkeit stets im Mittelpunkt.

Personality first bedeutet, in Szene zu setzen und nicht zu inszenieren. Dabei gilt es, authentisch zu sein, das heißt: glaubwürdig, echt, zutreffend, wahr. Jeder Mensch ist einzigartig und besonders. Hinter jedem stecken eine einzigartige Persönlichkeit und eine spannende Story. Je echter sich jemand darstellt, desto nahbarer wirkt er. Mehr Substanz statt Inszenierung sind gefragt. Personal Branding setzt einen Menschen in Szene und bringt ihn in die Position, um seine ideale Strahlkraft zu entfalten.

Auch im Recruiting spielt die Persönlichkeit eine zunehmend wichtige Rolle. Sie ist mitunter das entscheidende Einstellungskriterium. Fachliche Defizite lassen sich leicht aufholen. Doch wenn sich ein Mitarbeiter nicht mit den Werten der Unternehmenskultur identifiziert und mit dem Team harmoniert, wird er nie die Leistung erbringen, die von ihm erwartet wird. Daher verlassen sich Personaler bei der Auswahl von Mitarbeitern nicht allein auf die Fachkompetenz. Langfristig sind die Persönlichkeit eines Menschen und gemeinsame Wertevorstellungen viel wichtiger. Denn sie können nicht über Fortbildungen wettgemacht werden. Grund genug, sein Personal Brand sichtbar zu machen.

3. Mit seiner Personenmarke Vertrauen gewinnen

In Beziehungen spielt Vertrauen eine zentrale Rolle. Das gilt sowohl im Job als auch im privaten Leben. Vertrauen wirkt sich nicht nur positiv auf das zwischenmenschliche Miteinander aus, sondern ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Vertrauen fördert die Zusammenarbeit, steigert die Zufriedenheit und sorgt so für bessere Ergebnisse, mehr Commitment und ein erhöhtes Engagement der Mitarbeiter. Die Menschen vertrauen beispielsweise ihrem Vorgesetzten, wenn sie das Gefühl haben, mit dem wahren Ich ihres Chefs zu kommunizieren, an sein Urteilsvermögen und seine Kompetenz glauben und wenn sie sich von ihm wertgeschätzt fühlen. Der Aufbau von Vertrauen gründet sich im Wesentlichen auf drei Faktoren: Authentizität, Logik und Empathie.

Die Fachkompetenz spielt eine untergeordnete Rolle. Vertrauen schenkt man jemandem, der als Mensch überzeugt. Beim Personal Branding zeigen Menschen, was untrennbar zu ihnen gehört und was sie in ihrem Innersten ausmacht und antreibt – transparent und nahbar. Jeder soll sich ein reales Bild von diesem Menschen machen können. Für welche Werte steht die Person ein? Welche Einstellung und Haltung hat sie? Was ist ihr wichtig? Personal Branding bietet die Möglichkeit, sich mit all seinen individuellen Facetten zu zeigen und so als Mensch zu überzeugen und Vertrauen aufzubauen. Dabei geht es nicht um Seelen-Striptease, sondern vielmehr um Nahbarkeit und Echtheit.

4. Polarisieren

Wer Everybody’s Darling sein will, geht in der Masse unter und erregt nicht die Aufmerksamkeit, die für den Erfolg wichtig ist. Menschen, die jedem gefallen wollen, wirken profillos und schwer einschätzbar. Wer alles in Kauf nimmt und stillschweigend akzeptiert, ist eher angepasst und wenig durchsetzungsstark. Daher ist es wichtig, klare Kante zu zeigen und sich mit seiner Meinung zu positionieren. Unternehmer müssen Haltung zeigen, um die richtigen Kunden anzuziehen, die genauso denken wie sie und sie deshalb akzeptieren. Um einem Menschen vertrauen zu können, müssen wir wissen, für welche Themen und Überzeugungen er steht und wofür er einsteht – auch wenn es unpopulär ist.

Doch wer sich abhebt, läuft immer auch Gefahr zu polarisieren. Wer Haltung zeigt, bekommt Gegenwind. Das ist die Kehrseite. Chancen und Risiken liegen beim Polarisieren eng bei einander: die Chance, Gleichgesinnte zu gewinnen, und das Risiko. Kritiker auf den Plan zu rufen. Die Alternative ist profillos in einer breiten neutralen Masse unterzugehen. Und das möchte niemand.

Personal Branding kann dabei unterstützen, sich seines Persönlichkeitskerns bewusst zu werden. Das Personenmarketing stellt klar heraus, wofür man steht, als Unternehmer und als Persönlichkeit.

5. Menschen kaufen von Menschen

Und es gibt noch einen weiteren Grund, der dafürspricht, seiner Personenmarke ein Gesicht zu geben. Wer authentisch ist, hat es leichter, sein Produkt oder seine Dienstleistung zu verkaufen. Denn Geschäfte finden immer zwischen Menschen statt. Viele verwechseln Professionalität oft mit einem geschäftsmäßigen und distanzierten Verhalten. Dabei ist das Gegenteil der Fall. Die Chancen, einen neuen Kunden oder Auftrag zu gewinnen, steigen enorm, wenn wir unsere Persönlichkeit authentisch zeigen. Denn Menschen kaufen nicht nur eine Dienstleistung oder ein Produkt. Sie entscheiden sich für eine Person, der sie zutrauen, dass sie ihr Problem lösen kann.

Fazit

In Zeiten von Digitalisierung und Wissensökonomie spielt die Persönlichkeit eines Menschen für seinen Erfolg eine zentrale Rolle. Daher sollte jeder die Chance nutzen, sich mit seinem ganz individuellen Profil authentisch in Szene zu setzen. Dabei kann Personal Branding helfen. Denn wer nicht sicht- und wahrnehmbar ist, droht gnadenlos in der breiten anonymisierten Masse unterzugehen.

Der Autor Benjamin Schulz ist Personal Branding Experte für Unternehmer, Manager und Selbstständige.