Lockdown für Gastronomie und Co. bis Ostern verlängert

16.Februar 2021

Die Regierung verlängert den Lockdown für die Gastronomie, den Tourismus und den Kulturbereich bis „rund um Ostern“. Ein konkretes Datum, wann die betroffenen Branchen aufsperren dürfen, gab es zunächst nicht. Am 1. März wolle man erneut beraten.

Die Regierung gab sich bei einer Pressekonferenz optimistisch, dass die kommende, wärmere Jahreszeit kombiniert mit der steigenden Durchimpfungsrate die Lage verbessern wird. Eine Sieben-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner von 50 sei aber unrealistisch. Ziel sei es daher, die Infektionszahlen stabil zu halten. Sollten sie aber wieder schnell steigen, müsse man reagieren. Gastronomie-Betriebe sind zur Eindämmung des Coronavirus seit 2. November 2020, also seit 15 Wochen, geschlossen, ebenso Hotels für Urlauber. Auch Kulturbetriebe und Freizeiteinrichtungen wie Theater und Kinos sind seither zu.

Uni Wien-Vizerektor Oswald Wagner deutete an, dass man mit einer Kombination aus FFP2-Masken und Freitesten bald auch im Kulturbereich Öffnungen ermöglichen könnte. Wenn zwei Menschen FFP2-Masken tragen sei das wie eine Impfung. Beide haben einen Schutz von über 95 Prozent. Gleichzeitig sinke die Ansteckungsrate um 40 Prozent, wenn ein Viertel der Bevölkerung getestet ist. Der sogenannte R-Wert liege dann nicht bei 1, sondern bei 0,6. Der Reiz, sich für den Friseurtermin testen zu lassen, werde bald erschöpft sei, insofern könne man mit Öffnungen etwa der Theater und Konzerte neue Anreize für das Testen setzen, so Wagner. Die Wirkung der Impfung bezeichnete er wörtlich als „phänomenal“.

Gastronomie und Hotellerie fordern klare Öffnungsperspektive

Insgesamt mehr als 6 Monate Lockdown seit Beginn der Coronakrise sind genug. Es ist deshalb besonders schmerzhaft, dass es für die touristischen Branchen Gastronomie und Hotellerie weiterhin keine Perspektive zur Wiedereröffnung gibt“, kommentieren Mario Pulker und Susanne Kraus-Winkler, die Obleute der gastgewerblichen Fachverbände in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die jüngste Entscheidung der Regierung, Gastronomie und Hotellerie nach wie vor geschlossen zu halten.

„Unsere Betriebe, von denen sich viele bereits in einer finanziell und auch psychisch extrem angespannten Lage befinden, brauchen dringend Planbarkeit, wie es nun weitergeht. Das Virus und allfällige Mutationen werden uns auch noch länger begleiten, deshalb müssen wir gangbare Wege finden, damit umzugehen. Es kann jedenfalls keine Lösung darstellen, die heimische Gastronomie bis zur Durchimpfung und bis zur erfolgreichen Bekämpfung aller auftretenden Virusmutationen geschlossen zu halten. Unsere Mitglieder haben bereits in der Vergangenheit bewiesen, dass Sicherheits- und Hygienevorschriften laufend auf aktuellem Stand gehalten und penibel eingehalten werden“, so Pulker.

„Wir kämpfen in der Branche mit einer zunehmenden Perspektivlosigkeit, mit der in vielen Fällen auch existenzielle Ängste für Betriebe und Mitarbeiter einhergehen. Als Interessenvertretung arbeiten wir intensiv an einem für unsere Gäste sicherem und für unsere Mitgliedsbetriebe gesichertem Öffnen der Branche. Bereits vor sechs Wochen haben wir mehrfach konkrete Ideen und Vorschläge, etwa der Notwendigkeit von Gästetestungen, dazu in Richtung des zuständigen Gesundheitsministeriums kommuniziert. Es ist bedauerlich, dass offenbar bis dato keine eingehende Auseinandersetzung mit unseren Konzepten stattgefunden hat“, ergänzt Kraus-Winkler. (APA/red)

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.