Junge Führungskräfte durch schlechte Geschäftsprozesse schnell demotiviert

08.Februar 2021

Führungskräfte im Alter von 55+ kommen mit den Auswirkungen während der globalen Pandemie bisher besser zurecht, als ihre Kollegen unter 35 Jahren – den sogenannten Digital Natives. Das zeigt eine COVID-19-Studie von ABBYY.

Die Herausforderungen, mit denen Führungskräfte aller Altersgruppen konfrontiert sind, unterstreichen die Notwendigkeit, Investitionen in Mitarbeiter, Geschäftsprozesse und Technologien besser aufeinander abzustimmen, damit Unternehmen widerstandsfähiger sind und in Zukunft florieren können.

Die Studie von ABBYY untersuchte die Herausforderungen für Angestellte im Home-Office, wie Mitarbeiter weltweit über die Funktionalität von Unternehmensprozessen denken und ob intelligente Technologien, einschließlich digitaler Assistenten, Tools zur Datenanalyse sowie Produktivitäts-Tools, in diesem Jahr und darüber hinaus eine wichtige Rolle spielen werden. Die folgenden Ergebnisse geben Aufschluss über die gravierenden Generationsunterschiede unter Führungskräften, von Managern bis hin zu Vorstandsmitgliedern.

Generationen bewerten Geschäftsprozesse unterschiedlich

61 Prozent der Digital Natives gaben an, dass Unternehmensprozesse sie vor Herausforderungen stellen, wohingegen sich nur 36 Prozent der Generation 55+ mit Herausforderungen bei der Arbeit konfrontiert sehen. Bei jungen Führungskräften sorgen Geschäftsprozesse zudem häufiger für Unmut und führen zu höherem Zeitaufwand (85 Prozent gegenüber 20 Prozent der über 55-Jährigen). Ein Hinweis darauf, dass Schlüsselprozesse überdacht werden müssen, die für Digital Natives weniger intuitiv erscheinen und sich dadurch negativ auf ihre mentale Gesundheit, Motivation, ihr Vertrauen und ihre Loyalität auswirken können.

Große Kluft gegenüber Prozesserwartungen

Zwei Drittel der jungen Führungskräfte gaben an, dass nicht genügend Informationen über Geschäftsprozesse verfügbar sind, während nur 26 Prozent der über 55-Jährigen sich darüber beklagen. Zudem sagten zwei Drittel der jungen Manager, dass zu wenig Transparenz über den Fortschritt von Prozessen bestehe, während lediglich 25 Prozent der älteren Führungskräfte dies beanstandete. Die jüngere Generation glaubt, dadurch weniger produktiv und effizient bei ihrer täglichen Arbeit zu sein, was natürlich zu ihrem Unmut beiträgt.

Die Unzufriedenheit über bestehende ungenügende Prozesse während der COVID-19-Pandemie führt daher bei den Digital Natives zu einem rapiden Abfall in der Arbeitsmotivation (39 Prozent), im Vergleich zu älteren Kollegen mit nur 19 Prozent. Eine weitere große Herausforderung, die alle Generationen von jung bis alt betrifft, ist das wachsende Gefühl der Isolation bei der dauerhaften Arbeit von zu Hause aus, was die Bedeutung der Förderung einer Gemeinschaft durch verschiedene Aktivitäten und Angebote des Unternehmens noch einmal hervorhebt.

Führungskräfte 55+ finden digitale Mitarbeiter nützlich

Junge Manager nutzen aktuell digitale Mitarbeiter und intelligente Technologien zu 19 Prozent häufiger als ihre älteren Kollegen, wobei letztere die Nützlichkeit digitaler Mitarbeiter überhaupt nicht bestreiten. Von denjenigen, die die Technologien noch nicht nutzen, glauben vier Fünftel der jüngeren Befragten, dass sie sich enorm auf ihre Produktivität auswirken würden, verglichen mit zwei Drittel der Befragten über 55 und 71 Prozent der 35-54-Jährigen.

Bei der älteren Belegschaft besteht also teilweise noch etwas mehr Skepsis gegenüber digitalen Mitarbeitern oder neuen Technologien, die sie noch nie benutzt haben, auch wenn immerhin ein Drittel die Nützlichkeit bereits erkennt. Wie erwartet, nutzen die Digital Natives mehr smarte Technologien wie digitale Assistenten, Monitoring Software, Tools zur Datenanalyse sowie mobile Produktivitäts-Apps, als andere Altersgruppen. Führungskräfte mittleren Alters waren relativ gespalten, was die Nutzung fortschrittlicher Technologien angeht, während Senioren diese am wenigsten nutzen.

Fokus auf Benutzerfreundlichkeit legen

„Unternehmen haben zwar schnell neue Technologien implementiert, um das Arbeiten im Home-Office möglichst gut zu unterstützen, jedoch wurde der Fokus dabei nicht auf die Benutzerfreundlichkeit und die Auswirkungen auf die gesamten Arbeitsprozesse gelegt, was bei Digital Natives für Unmut sorgt und sich auf ihre Motivation und Produktivität auswirkt“, sagt Markus Pichler, Vice President Sales Europe bei ABBYY. „Neben besseren Technologien und Prozess-Tools sollten Unternehmen auch darüber nachdenken, wie sie ihren Mitarbeitern helfen können, ihr Arbeitsleben im Home-Office durch neue Programme und Dienstleistungen, Schulungen und Weiterbildungen zu fördern. Dabei sollten sie nicht die Bedeutung der menschlichen Beziehungen außer Acht lassen. Technologie sollte es ermöglichen, die Kommunikation und die Produktivität zu verbessern, selbst bei einer räumlich distanzierten Belegschaft.“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.