Start von europäischer Batterie-Initiative mit österreichischer Beteiligung

27.Januar 2021

Die EU-Kommission hat Milliardenbeihilfen für den Ausbau der europäischen Batterieproduktion genehmigt. Zwölf Mitgliedsstaaten können nun bis zu 2,9 Milliarden Euro an Förderungen zur Verfügung stellen. In Österreich soll es 45 Millionen Euro für Projekte von AVL, Borealis, Miba, Nextrom, Varta Micro Innovation sowie Voltlabor geben.

Das als „European Battery Innovation“ bezeichnete Vorhaben wurde von Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Österreich, Polen, Schweden, der Slowakei und Spanien gemeinsam vorbereitet und angemeldet. Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic betonte, dass das gesamteuropäische Vorhaben dank seines Schwerpunkts auf Batterien der nächsten Generation dazu beitragen werde, „den Batteriemarkt zu revolutionieren“. „Bis 2025 werden unsere Maßnahmen im Rahmen der Europäischen Batterie-Allianz zu einer Industrie führen, die stark genug ist, um jährlich mindestens sechs Millionen Elektroautos auszustatten.“

Österreich nimmt mit sechs Unternehmen an diesem „Important Projects of Common European Interest“ (IPCEI) zur Förderung der europäischen Batterieindustrie teil. Das Klimaschutzministerium (BMK) ermöglicht und unterstützt diese Beteiligung. Klimatechnologien und insbesondere innovative Batterietechnologien sind ein wichtiges Werkzeug im Kampf gegen die Klimakrise. Die Unternehmen sind AVL, Borealis, Miba, Rosendahl Nextrom, Voltlabor und Varta Micro Innovation.

Batterie-Initiative wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz

„Österreich kann hier einen ganz wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz in Österreich und der Europäischen Union leisten und gleichzeitig den Forschung- und Entwicklungsstandort stärken“, sagt dazu Klimaschutzministerin Leonore Gewessler. Der Generalsekretär der Industriellenvereinigung, Christoph Neumayer, betonte, dass es sich um das erste paneuropäische Batterieprojekt mit österreichischer Beteiligung handle. Der Start des Projekts „stellt einen Meilenstein in der Technologiepolitik dar, insbesondere in der österreichischen“, teilte Neumayer in einer Aussendung mit. Profitieren würden nicht nur die sechs geförderten Unternehmen, „sondern auch tausende Zulieferunternehmen und auch der Wissenschaftsbereich, der eng mit den Technologieunternehmen kooperiert“. Zudem schaffen solche EU-Projekte „auch für Österreich einen Platz am Tisch der großen Technologienationen“.

Am europäischen Gesamtvorhaben beteiligen sich insgesamt 42 Unternehmen aus zwölf Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Hierzu werden von privater Seite neun Milliarden Euro investiert. Die Mitgliedstaaten schütten Beihilfen in Höhe von 2,9 Milliarden Euro aus. Das Projekt verfolgt das Ziel, eine wettbewerbsfähige, innovative und nachhaltige Batterie-Wertschöpfungskette aufzubauen. Der Fokus liegt hier auf der Förderung von hochinnovativen Entwicklungen entlang der gesamten Wettschöpfungskette – vom nachhaltigen Abbau von Rohstoffen über die Batteriezellproduktion und -integration bis hin zum Recycling. Diese Projekte sollen dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit und Kompetenz Europas als Industrie-, Forschungs- und Entwicklungsstandort im Batteriesektor weiter zu stärken. Zudem zielt die Initiative darauf ab, den CO2-Fußabdruck im Batteriesektor signifikant zu reduzieren, und so einen direkten Beitrag zum Klimaschutz und der Umsetzung des „European Green Deals“ zu leisten.

BMK-geförderte Projekte „kurz vor dem Start“

Die vom Klimaschutzministerium geförderten Projekte „stehen kurz vor dem Start und laufen zwischen vier und acht Jahren“, hieß es. Mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Austria Wirtschaftsservice (aws) werde nun rasch an der nationalen Umsetzung der sechs Einzelprojekte gearbeitet. AVL arbeitet an einer Qualitätsverbesserung in der Modul- und Packproduktion, Borealis an hochwertigen Polyolefin-Lösungen für Batterie-Komponenten, Miba an Komponenten für Thermomanagement, Rosendahl Nextrom an Produktions- und Prozesslösungen für den Batterie-Zusammenbau, Varta Micro Innovation an Energiespeichern und Voltlabor an sicheren und zuverlässigen Gesamtbatterien basierend auf der Rundzelle. (APA/red)