Branchen setzen Hoffnungen in Digitalisierungsschub

18.Januar 2021

Österreichs Branchen kommen nicht aus dem Krisenmodus und die letzten Monate haben sich für Menschen in allen Arbeitsfeldern als Dauer-Stresstest erwiesen. Wie es den Mitarbeitenden in den unterschiedlichen Branchen dabei geht, zeigt die aktuelle Great Place to Work-Studie „Branchen-Insights“.

Im Vergleich zu den Zahlen aus dem Juni 2020 sind nur mehr wenige davon überzeugt, dass sich aus der Krisen-Situation Chancen für das Unternehmen ergeben werden. Einzig Mitarbeitende im Bereich Transport und Verkehr blicken optimistischer in die Zukunft (Juni: 26 Prozent, November: 32 Prozent) praktisch überall sonst weist der Trend nach unten: So waren in der Branche Banken und Versicherung im Juni noch 74 Prozent der Befragten zuversichtlich, zuletzt jedoch nur mehr 51 Prozent. In den anderen Branchen ist der Rückgang teilweise noch dramatischer: In der Tourismus- und Freizeitwirtschaft sank der Wert von 27 Prozent auf 7 Prozent, in der Gesundheitsbranche Von 41 Prozent auf 20 Prozent. Verschwenden Branchen hoffen nun auf positive Auswirkungen durch den Digitalisierungsschub.

Digitalisierungsschub: Zuversicht im Banken- und Versicherungssektor

Ganz besonders im Banken- und Versicherungssektor herrscht Zuversicht darüber, dass die aktuelle Krise eine Digitalisierungsrakete gezündet hat. 60 Prozent der Befragten – im Vergleich zu 57 Prozent im vergangenen Juni – sehen hier Chancen. Aber auch im Bereich Information und Consulting ist die Stimmung diesbezüglich gut, wenn auch im Rückgang begriffen: zuletzt lag die Zustimmung bei 46 Prozent, verglichen mit 58 Prozent bei der Juni-Befragung. Alle anderen Branchen sehen das deutlich verhaltener.

„Wer in den letzten Jahren seine Kultur-Aufgaben gemacht hat, kann auch in der Krise auf dem stabilen Fundament des Vertrauens aufbauen. Wenn alle im Unternehmen ans selbe Glauben lässt sich auch eine unvorhersehbare Zukunft gestalten“, so Doris Palz, Managing Director von Great Place to Work.

Vertrauenskultur als Krisenmanager

In Krisen bewährt sich in Unternehmen nachweislich eine Kultur des Miteinander, des Respekts und der gegenseitigen Wertschätzung. Kommunikation ist der Kern einer belastbaren Vertrauenskultur. Wie ist es in Österreichs Unternehmen darum bestellt? Im Branchendurchschnitt finden etwa 50 Prozent der Befragten, dass ihre Führungskräfte leicht erreichbar und unkompliziert anzusprechen sind. Bei Unternehmen, die durch Great Place to Work® zertifiziert sind, liegt dieser Wert im Schnitt um 34 Prozent höher!

Ein vergleichbares Bild zeigt sich auch bei der Mitarbeiterbeteiligung (38 Prozent höher) und beim Vertrauen der Führungskräfte in die Mitarbeitenden (40 Prozent höher).

Beschäftigte vermissen empathische Führungskräfte

Mitarbeitende aus allen Branchen fühlen sich von ihren Führungskräften nicht ausreichend wahrgenommen. Nicht einmal die Hälfte (47 Prozent) der Befragten aus der optimistischsten Branche Banken und Versicherung erleben zurzeit empathische Führung. Im Bereich Transport und Verkehr sind es gar nur etwa ein Drittel (34 Prozent) der Mitarbeitenden.

Nur 17 Prozent der Mitarbeitenden aus der Branche Information und Consulting haben das Gefühl, dass in ihrer Organisation die Menschen wichtiger sind als der Gewinn. In keiner anderen Branche ist die Zustimmungsrate in diesem Bereich so niedrig wie in dieser!

Auch geht in der Wahrnehmung der Mitarbeitenden die Vorbildwirkung ihres Managements mit dem Fortdauern der Krise zurück. Der Wert lag zuletzt über alle Branchen verteilt durchschnittlich bei mageren 28 Prozent, im Juni immerhin noch bei 38 Prozent. Das ist besorgniserregend, da gerade Eigenschaften wie Vorbildwirkung und die Fähigkeit zu begeistern wesentliche Begleiter durch die Krise sind. Denn: Unsichere Zeiten erfordern sichere Menschen – zumindest auf der Führungsebene.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.