Corona-Krise: Österreicher erwarten Wirtschaftserholung erst ab 2022

14.Dezember 2020

60 Prozent der Österreicher sehen erst nach 2021 wieder eine Erholung der Wirtschaft. Sparklassiker verlieren an Zustimmung, das Sparbuch fällt um 11 Prozentpunkte. Ebenfalls zurück geht der Konsum, der Wohnbau treibt Kreditsummen dennoch nach oben.

Die Corona-Krise hinterlässt tiefe Spuren und wird die wirtschaftliche Entwicklung in vielen Ländern stark beeinträchtigen. Auch die Österreicher sind sich dessen bewusst, und haben eine durchwegs realistische Einschätzung dazu. Laut einer repräsentativen Integral-Studie im Auftrag der Erste Bank sind rund zwei Drittel (60 Prozent) der Österreicher der Meinung, die heimische Wirtschaft wird sich erst nach dem Jahr 2021 wieder zu erholen beginnen.

„Wir erwarten, dass die Wirtschaft zwar bereits im Sommer 2021 in einen stabilen Erholungspfad eintritt, aber es wird noch lange dauern, bis das nominelle BIP ein Vorkrisenniveau erreichen kann. Das sehen wir auch frühestens ab 2022“, sagt Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank.

Traditionelles Sparen in Corona-Krise rückläufig

Insgesamt wollen 79 Prozent (-3PP) der befragten Sparer in den nächsten 12 Monaten etwas veranlagen. Der Betrag, der dafür vorgesehen ist, bleibt im Vorjahresvergleich ebenfalls ziemlich konstant und fällt lediglich von durchschnittlich 6.000 Euro auf 5.800 Euro (-3PP). Fonds, Aktien und Anleihen bleiben ob volatiler Kapitalmarktverläufe für österreichische Anleger weiterhin attraktiv. 28 Prozent wollen in Wertpapiere investieren. Erstaunlich gestaltet sich die Entwicklung bei der Zustimmung zu den altbewährten Sparformen. Neben dem Bausparer (-6PP), der Lebensversicherung (-5PP) und der Pensionsvorsorge (-7PP), fällt das Sparbuch am tiefsten im Vergleich und erleidet einen Abfall von 11 Prozentpunkten (52 Prozent).

Wohnbauabsichten lassen geplante Kreditsummen steigen

Trotzdem die Zahl derjenigen, die eine größere Anschaffung planen, mit 28 Prozent im 12-Monats-Trend ein immenses Minus erlitt (-10PP), lässt sich eine um 40 Prozent höhere, durchschnittliche Kreditsumme verzeichnen. Bei geplanten Finanzierungen steigt der Betrag somit im Jahresvergleich von ungefähr 79.400Euro auf 103.500Euro.

„Wohnbaufinanzierungen sind nach wie vor stark gefragt. Dabei stehen nicht nur die Kaufabsichten im Fokus, es gibt auch viel Bedarf an Renovierungen, Aus- und Umbauten. Durch die Transformation des Eigenheims zu einem Arbeits- und Wohnbereich, sind eben auch neue Bedürfnisse entstanden“, so Schaufler. Wie gewohnt greifen Konsumenten bei Finanzierungen gerne zuerst auf die eigenen Ersparnisse (79 Prozent, -6PP) zurück, auch wenn unter der generellen Konsumvorsicht dieser Wert abgenommen hat. Über einen Bankkredit oder ein Bauspardarlehen will das geplante Vorhaben heuer weiterhin jeder Fünfte (21 Prozent, +1PP) realisieren. Einen signifikanten Anstieg verzeichnet die Finanzierung durch Freunde oder Verwandte mit einem Plus von 7 Prozentpunkten.