Chipbranche: 17 EU-Länder wollen Kräfte bündeln

09.Dezember 2020

17 EU-Länder haben sich zusammengeschlossen, um den Rückstand in der Chipbranche mit gemeinsamen Unternehmensprojekten zu verringern.

Zu den Unterzeichnern der Initiative im Bereich Mikroprozessoren und Halbleitertechnologien gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und auch Österreich. In den Ländern können nun gemeinsame Industrie-Allianzen innerhalb der Chipbranche gebildet werden.

Für diese würden dann weniger scharfe Vorgaben zu Staatshilfen greifen, weil sie von strategischer Bedeutung für Europa sind. Die Erklärung soll ein sogenanntes IPCEI (Important Project of Common European Interest) zu Mikroelektronik und Kommunikationstechnologien unterstützen. Dabei handelt es sich um ein Vorhaben von europäischem Interesse, „das mittels staatlicher Förderung einen wichtigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Wirtschaft leistet“. Ein ähnliches Projekt gibt es etwa im Bereich der Batteriezellen-Produktion.

Chipbranche: Europa liegt weit zurück

Die am Montag vorgelegte Deklaration zielt laut Österreichs Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) auf Synergien zwischen nationalen Forschungs- und Investmentinitiativen ab und soll einen kohärenten europäischen Zugang mit ausreichendem Umfang sichern. Die unterzeichnenden Mitgliedsstaaten vereinbarten damit die gemeinsame Unterstützung der europäischen Wertschöpfungsketten der Elektronik und eingebetteten Systeme, mit besonderem Fokus auf die Stärkung des Prozessor- und Halbleiter-Ökosystems und der Erweiterung der industriellen Positionierung entlang der Wertschöpfungskette.

Der europäische Anteil am weltweiten Halbleitermarkt beläuft sich auf rund zehn Prozent – entsprechend hoch ist die Abhängigkeit von Anbietern aus Asien und den USA. Im Bereich Batteriezellen, die für die E-Mobilität und die Energiewende eine wichtige Rolle spielen, fördert Europa bereits mit gemeinsamen Projekten und vergleichsweise hohen staatlichen Subventionen den Aufbau von eigenen Produktionskapazitäten. Auch hier soll die Abhängigkeit von Asien reduziert werden.

Zu den Unterzeichnern der Halbleiter-Initiative gehören u.a. auch die Niederlande, Belgien, Kroatien, Estland, Finnland, Griechenland, Malta, Portugal und Slowenien. Laut dpa handelt es sich um insgesamt 17 Länder.