Studie: Österreich braucht mehr radikale Innovatoren

03.Dezember 2020

Eine Studie des AIT zeigt, dass Marktneuheiten Firmen dabei helfen, schneller zu wachsen. Radikale Innovationen treffen in älteren Unternehmen allerdings oft auf Widerstand.

Innovationen sind die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg. Österreichische Unternehmen investieren viel in Forschung und Entwicklung, beim Innovationsoutput gibt es im internationalen Vergleich noch Potenzial. Eine aktuelle Studie des AIT Austrian Institute of Technology sieht den Bedarf nach mehr Unternehmen, die radikale Innovationen schaffen. Etwa sechs Prozent aller Unternehmen in Österreich mit mehr als 10 Beschäftigten sind radikale Innovatoren. Diese haben eine Marktneuheit entwickelt, sind international tätig und erwirtschaften mit neuen Produkten wesentlich mehr als andere Unternehmen. Radikale Innovatoren wachsen schneller als andere Unternehmen. Zu diesen Erkenntnissen kommt eine Studie des AIT Center for Innovation Systems & Policy, die im Auftrag des Rates für Forschung und Technologieentwicklung entstanden ist.

Junge Unternehmen sind oft radikale Innovatoren

Unternehmen, die radikale Innovationen hervorbringen, sind außerdem deutlich jünger als der Durchschnitt. Studienautor Bernhard Dachs, Senior Scientist am AIT: „Radikale Innovationen treffen in älteren Unternehmen oft auf Widerstand: statt auf radikale Innovationen zu setzen, konzentriert sich ihr Management lieber auf die Weiterentwicklung jener Technologien und Geschäftsmodelle, mit denen sie in der Vergangenheit erfolgreich waren.“

Herausforderungen für Unternehmen

Radikale Innovatoren stehen großen Herausforderungen im Innovationsprozess gegenüber: fehlendes Wissen, ein Mangel an qualifiziertem Personal und zu hohe Kosten machen ihnen häufiger zu schaffen als anderen Unternehmen. Die Politik kann radikale Innovationen durch eine stärkere Berücksichtigung riskanter Projekte und junger Unternehmen bei Förderungen unterstützen. Weiters kann eine gezielte Förderung der Vernetzung von Unternehmen mit außereuropäischen Partnern helfen, mehr radikale Innovationen zu schaffen. „Radikale Innovatoren arbeiten oft mit außereuropäischen Partnern außerhalb zusammen. Österreichische Unternehmen kooperieren allerdings überwiegend innerhalb Europas,“ so Studienautor Bernhard Dachs. Die Studie „Radikale Innovation und Firmenalter“ wurde im Auftrag des Rates für Forschung und Technologieentwicklung erstellt und ist online verfügbar.