FH Salzburg sieht Wachstum bei Technik und Gesundheit

27.November 2020

Technik und Gesundheit: Das sind für die Fachhochschule Salzburg, die in diesem Herbst ihren 25. Geburtstag feiert, jene Themenfelder, in denen sie das Angebot in den nächsten Jahren ausbauen will.

In den nächsten fünf Jahren wären 300 bis 500 zusätzliche Studienplätze denkbar, sagt Raimund Ribitsch, Geschäftsführer der FH Salzburg, im Gespräch mit der APA. Voraussetzung ist, dass diese Plätze vom Bund auch finanziert werden.

Wachstum begleitet die Fachhochschule Salzburg, die als einzige in Österreich von den Sozialpartnern Arbeiter- und Wirtschaftskammer getragen wird, seit Anbeginn. Im Herbst 1995 wurde mit zwei Studiengängen und 91 Studierenden begonnen, heute umfasst das Portfolio 18 Bachelor- und 12 Master-Studiengänge an vier Standorten. Mit den vier Disziplinen Ingenieurwissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Design, Medien & Kunst sowie Gesundheitswissenschaften ist die Hochschule thematisch breit aufgestellt. Rund 3.200 Menschen studieren an der FH Salzburg. Im Schnitt gibt es für die rund 1.100 verfügbare Plätze pro Jahr rund 3.000 Bewerber.

FH Salzburg: Inhaltlich breit aufgestellt

„Unsere Stärke ist die inhaltliche Breite“, sagt Ribitsch. Dadurch gebe es viele Möglichkeiten zur thematischen Vernetzung und zu Kooperationen. So arbeiten die Studiengänge Physiotherapie und MultiMediaTechnology an einem Projekt zum Einsatz Künstlicher Intelligenz in der Physiotherapie. Biomedizinische Analytik und Holzwissenschaften forschen gemeinsam, um neue Anwendungen für Holzinhaltsstoffe zu finden.

Von 100 jungen Menschen, die ein Studium an der FH Salzburg beginnen, machen 82 auch einen Abschluss. Rund 98 Prozent der Absolventen haben unmittelbar nach ihrem Abschluss auch einen Arbeitsplatz. „Die JobReadiness nehmen wir sehr ernst“, sagt Ribitsch und verweist auf Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer, die als Träger bei der Ausbildung an den Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort dächten. Einige Fächer – besonders im Bereich IT – sind so begehrt, dass die Studierenden schon vor ihrem Abschluss Einstellungszusagen haben. Zahlreiche Studierende und Absolventen mischen in der Startup-Szene erfolgreich mit.

Als vor 25 Jahren die ersten Fachhochschulen ihren Betrieb aufnahmen, war die Skepsis der Universitäten über diesen neuen Mitspieler im tertiären Bereich groß. „Die Universitäten hatten ein Monopol, plötzlich gab es Konkurrenz“, erinnert sich Ribitsch, der auch Präsident der Fachhochschulkonferenz ist. In Salzburg habe man auf „Vertrauen durch Zusammenarbeit“ gesetzt, was sich unter anderem in der Einrichtung der Salzburger Hochschulkonferenz als gemeinsame Plattform ausdrückt. Mittlerweile gibt es in Salzburg eine rege Zusammenarbeit mit der Universität im Bereich der Lehre und der Forschung. Viel Potenzial sieht Ribitsch für gemeinsame Doktorats-Studiengänge.

Mehrere Bauprojekte in der Pipeline

Mehr Studienangebote und mehr Studierende bedeuten auch mehr Platzbedarf. Um den im Sommersemester startenden zusätzlichen Pflege-Studiengang unterzubringen, werden im Wissenspark Urstein in unmittelbarer Nähe zum FH-Campus in Puch Flächen angemietet. Am Standort Kuchl – wo die Technikstudiengänge angesiedelt sind – sei man an der Kapazitätsgrenze, sagt Ribitsch. Dort plane man eine zusätzliche Technikhalle.

Außerdem denkt die Hochschule an ein „Haus der Digitalisierung“. Der Standort dafür sei noch offen. Die Umstellung auf Distance Teaching durch Corona hat für den Hochschulmanager auch Vorteile: Durch die Onlineangebote erhöhe sich die geografische Reichweite. Das bringe – gerade auch im berufsbegleitenden Feld – viele neue Chancen für die Fachhochschule.

Was die Situation der Fachhochschulen in Österreich betrifft, sei es nach langen Verhandlungen heuer endlich gelungen, die Fördersätze des Bundes pro Studienplatz anzuheben. „Wir haben die zehnprozentige Erhöhung vereinbart, das ist für die nächsten vier Jahre sichergestellt und gibt uns damit auch Planungssicherheit“, ist Ribitsch zufrieden. Im nächsten Schritt wünschen sich die Fachhochschulen eine bessere finanzielle Absicherung für die Forschung. Angewandte Forschung wie sie die Fachhochschulen machen, sei wichtig für den Wirtschafts- und Industriestandort Österreich. „Wir wickeln Projekte mit 1.600 Unternehmen pro Jahr ab“, betonte Ribitsch.

Mit aktuell 73 Hochschulen und öffentlichen und privaten Universitäten sei Österreich gut aufgestellt. „Ich glaube nicht, dass das zu wenige Institutionen für ein Land mit neun Millionen Einwohnern sind.“ Inhaltlich ortet Ribitsch vor allem ein Themenfeld, das für Fachhochschulen viel Potenzial hätte: Masterstudiengänge im Gesundheitsbereich. In diesem Bereich gebe es bisher kaum Angebote.