netidee Förderungen: Über 1,2 Millionen Euro für innovative Projekte

23.November 2020

Das diesjährige Ergebnis der Jury der netidee wurde in einem Online-Event bekannt gegeben. Aus 138 Einreichungen wurden 19 Projekte und 8 Stipendiaten ausgewählt, denen insgesamt rund 860.000 Euro zur Förderung des Internet in Österreich zur Verfügung gestellt wird.

Andreas Koman, Vorstandsvorsitzender der Internet Stiftung, eröffnete die diesjährige Veranstaltung: „Seit 15 Jahren fördert die Internet Stiftung mit seiner Förderaktion netidee erfolgreich innovative Ideen und Internet-Projekte.“ Koman weiter: 283 Projekte und 60 Stipendien sowie drei wissenschaftliche Forschungsprojekte wurden bereits gefördert und damit ein wichtiger Beitrag zur Weiterentwicklung und Nutzung des Internets in Österreich geleistet.“

Seit 2006 werden Projekte von Organisationen und Privatpersonen gefördert. Mittlerweile international erfolgreich sind bspw. grape (grape.io) mit einer Messaging-Lösung und Bitmovin (bitmovin.com), das auf Video-Encoding spezialisiert ist und heute die BBC und die New York Times zu seinen Kunden zählt. Ebenfalls von netidee gefördert wurden DEC112 (dec112.at), die Gehörlosen-Notruf App, und die Watchlist Internet (watchlist-internet.at), die heute ein fixer Bestandteil der Konsumenten-Information über Internet-Betrug ist. Aber auch die Entwicklung der Web-App Pocketcode (catrobat.org), mit der Jugendliche die Programmierung eigener Apps erlernen und die bereits über 1 Mio. mal heruntergeladen wurde, erhielt eine Förderung von netidee.

19 geförderte Projekte und 8 Stipendiaten

Koman zog eine positive Bilanz des heurigen 15. Calls der Förderaktion: 138 Anträge wurden gestellt und 19 Projekte und 8 Stipendien schließlich von der netidee-Jury zur Förderung vorgeschlagen. Diese behandeln aktuelle Themen im Netz wie den Umgang von Jugendlichen mit Phishing und die Erkennung von Fake-Shops, wofür ein Browser-Plugin entwickelt wird.

Andere Projekte beschäftigen sich mit künstlicher Intelligenz im Web und der Entwicklung eines Web-Services zur Umwandlung von Fotos in 3D-Modelle. Vielfältig sind auch die Themen der geförderten Stipendiaten: rechtliche Fragen des User-Trackings, die Netzneutralität in Mobil-Netzwerken und Probleme beim Crowdsourcing werden darin behandelt.

netidee Science Förderung für Forschungsprojekt an der Universität Wien

Den Zuschlag für die netidee Science Förderung erhielt das Forschungsprojekt „Schnelle Algorithmen für eine reaktive Netzwerkschicht“ von Monika Henzinger an der Fakultät für Informatik an der Universität Wien. Die netidee Science Förderung wird jährlich von der Internet Stiftung dotiert und vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) vergeben. Andreas Schildberger, Vorstand der Internet Stiftung, verlieh die Förderung gemeinsam mit Artemis Vakianis, Vizepräsidentin des FWF.

„Die Erforschung von Algorithmen, die Netzwerke noch effizienter machen, kann das Internet insgesamt noch stabiler und zuverlässiger machen. Das passt perfekt für die netidee Science Förderung“, so Schildberger erfreut. Vakianis unterstrich dabei die gesellschaftliche Bedeutung dieser Partnerschaft: „Mit netidee Science bringt die Internet Stiftung Forschungsprojekte für eine bessere Zukunft ins Rollen. Dafür möchte ich mich sehr herzlich bedanken. Durch dieses Engagement können Forschende neue Erkenntnisse gewinnen, die uns allen zu Gute kommen werden“. Abschließend bestätigte Schildberger, dass für 2020 wieder bis zu einer halben Million Euro zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung bereitgestellt wird.

 Zusätzlich zur Projektförderung vergibt netidee auch Sonderpreise, die mit je 3.000 Euro extra dotiert sind. Heuer wurde dieser an ein herausragendes Projekt zum Thema „lokale Resilienz“ vergeben. Darunter ist die Resilienz durch Internet-Lösungen zu verstehen, sodass Systeme wie bspw. zur medizinischen Versorgung oder das Bildungssystem, in kritischen Situationen, durch neuartige, innovative Lösungen leistungsfähig bleiben.

Die netidee-Jury vergab den Preis an das Projekt 7energy, eine Web-Plattform für BürgerInnen, die Energiegemeinschaften aufbauen und betreiben. Damit soll lokal erzeugte erneuerbare Energie gemeinsam besser genutzt werden können.

Martin-Prager-Integrationspreis für das Projekt „Amigo“

Auch heuer wurde wieder der Martin-Prager-Integrationspreis in Höhe von 3.000 Euro vergeben. Dieser wurde in Gedenken an den verstorbenen Stiftungsrat KR Ing. Martin Prager ins Leben gerufen. Der Preis wird an jenes geförderte Projekt vergeben, das am besten auf eine Stärkung der digitalen Teilhabe sowie die Nutzung des Internets für integrative Zwecke abzielt.

Den Preis erhielt das Projekt „Amigo“ des Vereins OSSI Austria zur Förderung von sozialer Inklusion. Die Web-Apps von „Amigo“ sollen es älteren Menschen ermöglichen, am Leben ihrer Angehörigen auch über weite Entfernungen teilzunehmen. Bei der Entwicklung der Apps wird auf die besonderen Bedürfnisse von älteren Menschen eingegangen, um so einen einfachen und zuverlässigen Zugang zu moderner Kommunikation und zum Internet zu schaffen.