Corona-Krise formt die Joblandschaft neu

20.November 2020

Die Corona-Pandemie verändert den Arbeitsmarkt, besonders die Nachfrage von Berufsbildern und Branchen wandelt sich, aber auch der Stellenwert von Sinn oder Sicherheit im Job hat sich erhöht.

Doch welche Jobs sind krisenresistent, welche Berufe liegen im Trend und welche verzeichnen einen starken Rückgang? Das Jobnetzwerk XING hat in einer Analyse auf Basis aller Stellenausschreibungen auf der eigenen Plattform den Stellenmarkt von 2019 und 2020 – vor und nach der Krise – in verschiedenen Branchen und Berufen im DACH-Raum verglichen. Demnach sind Software-Entwickler 2020 in Österreich am gefragtesten, sie werden am häufigsten von Unternehmen im XING Stellenmarkt gesucht. Auf Platz zwei der gefragtesten Jobs 2020 finden sich, wie auch 2019, Projektmanager. Den dritten Platz besetzen, trotz Corona-Krise, Service-Mitarbeiter in der Gastronomie, die 2019 allerdings die meistgesuchteste Jobrolle im XING Stellenmarkt einnahmen.

Seit Ausbruch der Pandemie wird im DACH-Raum im XING Stellenmarkt ein wachsender Personalbedarf in gesundheitlichen Berufen festgestellt. Neun von zehn Berufen, die den größten Anstieg in der Nachfrage innerhalb des Vergleichszeitraums erfahren haben, kommen aus dem medizinischen Bereich: Beispielsweise ist die Anzahl der Unternehmen, die Krankenpfleger einstellen möchten, um circa 28 Prozent gestiegen, für Ärzte stieg der Bedarf sogar um fast 31 Prozent. Lediglich der Beruf Einzelhandelskaufmann/-frau zählt neben medizinischen Berufen zu den zehn Jobs mit der größten, steigenden Nachfrage (+33 Prozent).

Berufe, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht, gewinnen damit zunehmend an Bedeutung. Diese Entwicklung trifft den Kern des New Work-Ansatzes, der besagt, dass Arbeit in Zukunft mehr Sinn machen und einen Wert für die Gesellschaft haben muss.

Den größten Rückgang an Stellenanzeigen im DACH-Raum erlitt durch Corona das Berufsfeld des Empfangsmitarbeiters. So ist die Anzahl der Unternehmen, die auf XING nach Empfangsmitarbeitern suchten, um rund 40 Prozent zurückgegangen. Auch scheint der schwächelnde Weltmarkt ein Indikator für die sinkende Nachfrage von Sachbearbeitern im Import/Export (-38 Prozent) zu sein. Danach folgen Event-Manager mit einem Rückgang von rund 36 Prozent.

Personal trotz Corona-Krise gesucht

Ein allgemeiner Blick auf die Branchen im deutschsprachigen Raum zeigt ebenso, dass der Gesundheitssektor boomt: Im Vergleichszeitraum 2020 suchten Unternehmen um über 13 Prozent mehr Mitarbeiter im Bereich „Gesundheit und Soziales“ als noch 2019, damit verzeichnet diese Branche den stärksten Anstieg seit der Krise. Darauf folgten die Branchen „Architektur und Bauwesen“ (+8 Prozent) und „Pharma und Medizintechnik“ (+6 Prozent). Ebenso verzeichnen die Branchen „Internet und Informationstechnologie“ (+5 Prozent), sowie „Erziehung, Bildung und Wissenschaft“ (+3 Prozent) einen Anstieg.

Die Berufe in der Branche „Industrie und Maschinenbau“ erlebten 2020 einen starken Rückgang, obwohl die Branche 2019 noch am stärksten nachgefragt war. Die Anzahl der Unternehmen, die Stellenanzeigen für diese Branchen schalteten, sank im Vergleichszeitraum um rund 11 Prozent.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.