Alternative Arbeitsmodelle: Zeit wird für Arbeitnehmer immer wichtiger

12.November 2020

Die Krise stellt Arbeitgeber auf den Prüfstand: Nur wer passende Zusatzleistungen bietet, bindet langfristig Fachkräfte. Die aktuelle Arbeitsmarktstudie von Robert Half zeigt: 61 Prozent aller Führungskräfte bieten ihren Mitarbeitern seit Beginn der Pandemie neue Zusatzleistungen an. Eine große Rolle spielen dabei alternative Arbeitsmodelle.

Die Arbeitswelt hat sich in der Krise verändert. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber haben sich flexibleren Arbeitsmodellen angepasst. Wer dabei nicht mit der Zeit geht, riskiert den Verlust von Fachkräften. Viele Unternehmen wissen um dieses Problem. So bieten bereits 61 Prozent der Führungskräfte ihren Mitarbeitern Zusatzleistungen wie alternative Arbeitsmodelle.

Eine verkürzte Arbeitswoche ist ein Weg, Arbeitnehmern zusätzliche freie Zeit zu gewähren. Die Idee: Statt die Arbeitszeit auf die üblichen fünf Tage zu verteilen, leisten Angestellte diese beispielsweise in einer Vier-Tage-Arbeitswoche – und haben dafür einen freien Tag gewonnen. Immerhin bieten schon 52 Prozent aller Befragten ein solches Modell infolge der Coronakrise an – oder möchten es noch einführen. 40 Prozent stehen diesem Modell jedoch kritisch gegenüber und sehen von einer verkürzten Arbeitswoche bei gleicher Arbeitszeit ab.

Flexible Arbeitszeitmodelle

Auch das Thema Job-Sharing, bei dem sich zwei Beschäftigte eine Vollzeitstelle teilen, stößt bei fast der Hälfte aller Befragten (47 Prozent) auf Ablehnung. Fast genauso viele (46 Prozent) befürworten dieses Modell. „Flexible Arbeitszeitmodelle sorgen für den von vielen Arbeitnehmern gewünschten Freiraum und erhöhen damit die Attraktivität der Unternehmen für Fachkräfte. Um zusätzlich die Bindung der Arbeitnehmer zu sichern, ist es wichtig, jetzt das Angebot an Benefits neu auszurichten“, sagt Emine Yilmaz, Vice President Permanent Brands bei Robert Half.

Alternative Arbeitsmodelle: Verbesserung der Work-Life-Balance

Hoch im Kurs steht seit Beginn der Pandemie die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten. 71 Prozent aller Befragten bieten ihren Mitarbeitern die Möglichkeit der Remote- oder Telearbeit. Auch das Thema Gleitzeit ist bei vielen Befragten (61 Prozent) inzwischen ein bewährtes Mittel, um die Angestellten zu entlasten und flexiblere Arbeitszeiten zu ermöglichen. „Die Corona-Pandemie hat gezeigt: Home-Office funktioniert, die Vorteile überwiegen. Zahlreiche Unternehmen wollen dieses Angebot daher beibehalten. Das wirkt sich positiv auf das Recruiting aus, da mit Home-Office Fachkräfte leichter überzeugt werden können“, so Yilmaz.

Zudem sind laut Befragung zusätzliche bezahlte Urlaubstage für 37 Prozent aller Führungskräfte eine Möglichkeit, ihre Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden und den Arbeitsplatz attraktiver zu gestalten. Aber auch eine nicht an den Arbeitsplatz gebundene Kinderbetreuung (32 Prozent) gehört inzwischen zu den gängigen Benefits.

Mehr als die Hälfte aller Manager glaubt trotz Krise an stabile Gehälter

Benefits werden für Unternehmen zunehmend wichtiger. Trotzdem spielt auch weiterhin das Gehalt eine wesentliche Rolle, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Mehr als die Hälfte aller Führungskräfte (59 Prozent) ist der Ansicht, dass die Gehälter weiterhin stabil bleiben. Das geht aus der aktuellen Gehaltsübersicht 2021 von Robert Half hervor. Darüber hinaus zeigt sie, wie sich die Bedürfnisse der Branchen verändern, welche Skills gefragt sind und welche Gehälter durchschnittlich in Österreich gezahlt werden.