Die Neuausrichtung und Stärkung der Standortagentur Austrian Business Agency (ABA) soll Wertschöpfungsketten, Produktion und Arbeitsplätze im Land sichern.

Die Bilanz der Ansiedlungen der Standortagentur Austrian Business Agency (ABA) zum Ende des 3. Quartals 2020 bescheinigt dem Wirtschaftsstandort trotz Corona-Krise ein durchaus positives Ergebnis. So hat die im Eigentum des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) stehende Austrian Business Agency mit ihrer Abteilung für Betriebsansiedlungen Invest in Austria per 30. September 2020 309 ausländische Unternehmen bei ihrer Ansiedlung betreut. Damit wurden insgesamt 547,4 Millionen Euro in Österreich investiert und 1.899 Arbeitsplätze geschaffen. Im Vergleich dazu waren es mit Ende September des Rekordjahrs 2019 bereits 396 (Investitionssumme: 1,54 Milliarden Euro; Arbeitsplätze: 4.092) und 2018 259 Unternehmen (Investitionssumme: 522,5 Millionen Euro; Arbeitsplätze: 1.450), die nach Österreich gekommen sind.

„Wir rechnen mit einem Jahresergebnis, das in etwa 25 Prozent unter dem des Vorjahres liegt, da die meisten der realisierten Projekte 2020 in ihrem Expansionsprozess bereits weit fortgeschritten waren und sich von der Corona-Krise glücklicherweise nicht abschrecken ließen, nach Österreich zu kommen“, sagt Marion Biber, Managing Director von Invest in Austria und fährt fort: „Nun gegen Ende des Jahres merken wir aber, dass die Anzahl der Neuanfragen deutlich sinkt und in den kommenden zwei Jahren doch mit einem signifikanten Rückgang bei der Zahl der Ansiedelungen zu rechnen sein wird“.

Produktion im Land erhalten und Arbeitsplätze sichern

Für die österreichische Bundesregierung ist die Steigerung der betrieblichen Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherung von Unternehmensstandorten und innovativen Betriebsstätten für die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Europa von entscheidender Bedeutung. „Um die fordernden konjunkturellen Rahmenbedingungen der kommenden Jahre meistern zu können, ist es wichtig, bereits angesiedelte Unternehmen in Österreich zu halten und weiter Anreize zu schaffen, um im internationalen Wettbewerb als Standort attraktiv zu bleiben,“ sagt Wirtschafts- und Standortministerin Margarete Schramböck. Mit Unterstützung der ABA soll es gelingen, stetig weniger abhängig von ausländischen Produktionen zu werden.

„Die ABA wird deshalb in Zukunft auch gezielt insbesondere ausländische Betriebe aus den Bereichen Digitalisierung, Life Sciences und Medtech ansprechen, die einen Mehrwert für den Standort Österreich und seine Versorgung bieten“, so die Bundesministerin. „Wie wir bereits bei Novartis in Kundl gesehen haben, ist es außerdem für den Standort von größter Bedeutung, dass Produktion gerade in zentralen Bereichen in unserem Land erhalten wird. Das schafft und sichert natürlich auch wichtige und hochwertige heimische Arbeitsplätze. Auch hier wird uns die ABA unterstützen und verstärkt bereits angesiedelte Unternehmen servicieren,“ fährt Schramböck fort.

Ansiedlungen: mehr Services für Unternehmen

Mit der im letzten Jahr neu gegründete Abteilung Work in Austria erweitert die Austrian Business Agency ihr kostenloses Serviceangebot fortwährend und ist somit erste Anlaufstelle für ausländische Investoren und Fachkräfte sowie arbeitskräftesuchende Unternehmen im Inland. Die Einrichtung der Servicestelle-Rot-Weiß-Rot-Card, die derzeit – wie im Regierungsprogramm vorgesehen – innerhalb der ABA erfolgt, wird ein klares Zeichen in Richtung Entbürokratisierung durch Digitalisierung der Verwaltungsabläufe setzen und eine Beschleunigung der Verfahren bedeuten. „Bei Gesprächen mit ausländischen Investoren hat sich in den letzten Monaten vermehrt gezeigt, dass es für eine Ansiedlung oft entscheidend ist, ob die notwendigen Fachkräfte am Standort verfügbar sind. Durch die Verschränkung der Services von Invest in Austria und Work in Austria gelingt es uns, einen positiven Beitrag bei der Entscheidung der Unternehmen für den Standort Österreich zu leisten,“ ergänzt René Tritscher, Managing Director der Abteilung Work in Austria.