Rekord-Budgetdefizit in Eurozone wegen Coronavirus-Krise

22.Oktober 2020

Das Coronavirus hat die Wirtschaftsleistung der EU-Staaten massiv beeinflusst. Im zweiten Quartal 2020 haben alle EU-Mitgliedstaaten ein Defizit verzeichnet.

Das Budgetdefizit in den Euroländern hat in der Coronavirus-Krise eine neue Rekordhöhe erreicht. Im zweiten Quartal des laufenden Jahres stieg das Defizit in Durchschnitt auf 11,6 Prozent des BIP im Euroraum und auf 11,4 Prozent in der EU im Vergleich zu 2,5 bzw. 2,6 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres. Es ist das höchste Budgetdefizit und der größte Anstieg in der Eurozone und in der EU seit Beginn der Zeitreihe 2002, wie Eurostat am Donnerstag mitteilte.

Im zweiten Quartal des laufenden Jahres verzeichneten alle EU-Mitgliedstaaten ein Defizit. In Österreich erhöhte sich das Defizit im zweiten Quartal auf 17,3 Prozent gegenüber 0,9 Prozent in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres. Das ist innerhalb der EU mit 16,3 Prozentpunkten der höchste Anstieg. Nur Großbritannien, das im Jänner die EU verlassen hat, verzeichnete im selben Zeitraum mit 17,5 Punkten einen noch höheren Anstieg. Allerdings fehlten laut Eurostat Daten aus Irland, Griechenland, Spanien, Kroatien, Italien und Zypern.

Budgetdefizit und Neuverschuldung

Auch die Verschuldung stieg im Zuge der Coronakrise im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahresquartal deutlich an. Sie wuchs im Euroraum auf 95,1 Prozent der Wirtschaftsleistung, gegenüber 86,3 Prozent im ersten Quartal. In der EU erhöhte sich die Schuldenquote im selben Zeitraum von 79,4 Prozent auf 87,8 Prozent. (APA/red)

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