Einkaufen in Coronavirus-Zeiten: Das „New Normal“ im Handel

16.Oktober 2020

Junge und Familien mit Kindern leiden am stärksten unter den Einschränkungen in den Geschäften. Das Shopping im Internet erfüllt jedoch nicht alle Wünsche. Der tägliche Einkauf gilt für viele als ein Stück Normalität.

Rund 58 Prozent der Österreicher empfinden das Einkaufen derzeit als unangenehmer als vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie. Rund zwei Drittel (65%) begründen dies mit den Schutzmaßnahmen, wie Maskenpflicht und Mindestabstand, 40% mit einem allgemein höheren Stresslevel in Geschäften. Besonders stressig ist das Einkaufen für die Jungen (49%) und für Personen mit Kindern im Haushalt (46% gegenüber 37% ohne Kinder). Der Einkauf im Internet wird weiter zunehmen, befriedigt aber nicht alle Bedürfnisse. Insbesondere die Jugend vermisst das „Shopping-Erlebnis“ im realen Geschäft. Das sind die Ergebnisse der jüngsten Gallup-Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Handel.

„Wir sehen drei Entwicklungen seit Mitte April, die sich als stabil erweisen: Erstens: Die Coronavirus-Krise hat den Zug zu heimischen sowie regional produzierten Produkten verstärkt. In den letzten Monaten hat dieser Trend einen weiteren Aufschwung erfahren: 75% der Konsumenten geben an, in Zukunft vermehrt in der Region erzeugte Produkte kaufen zu wollen, 70% haben vor, öfter bei österreichischen Unternehmen einzukaufen. Zweitens stellen wir eine Form von Corona-Genügsamkeit fest: Eine geringere Produktauswahl oder bis 18 Uhr reduzierte Öffnungszeiten werden derzeit akzeptiert“ sagt dazu die Leiterin des Österreichischen Gallup Instituts, Mag. Dr. Andrea Fronaschütz.

Coronavirus: E-Commerce boomt

„Drittens wird in Folge der Coronavirus-Einschränkungen der Einkauf im Internet immer populärer: 26% der Befragten gaben im Oktober an, in Zukunft mehr im Internet einkaufen zu wollen (14% im April). Haushalte mit Kindern wollen noch deutlicher auf Online-Käufe ausweichen (34%). Fronaschütz dazu: „Trotzdem wird das Shopping-Erlebnis im realen Geschäft während der Corona-Krise vermisst, insbesondere von der Jugend. Die Generation der unter 30-Jährigen würde am wenigsten eine Reduktion der Öffnungszeiten und der Auswahl akzeptieren und freut sich am meisten auf unbeschwertes Bummeln und Einkaufen in Shopping Centern, wie es vor der Krise zum Alltag gehörte.“

Obwohl die Schutzmaßnahmen lästig sind, tragen sie offenbar zum Sicherheitsgefühl bei: Während 45 Prozent der Bevölkerung im Alltag Angst vor Ansteckung haben, sehen nur 17 Prozent der Befragten ein Ansteckungsrisiko beim Einkaufen. Ein Drittel empfindet das Einkaufen derzeit als unverändert und die Hälfte gibt an, nach der Krise wieder genauso einkaufen zu wollen wie davor.

Fronaschütz: „Wir haben uns notgedrungen mit den neuen Umständen arrangiert und holen uns über den täglichen Einkauf so etwas wie ein Stück Normalität. Das bedeutet trotz Digitaliserung Chancen für den stationären Handel.“

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.