Covid-19: Ausgaben für Technologie seit so hoch wie nie zuvor

24.September 2020

Während der ersten Corona-Welle gaben Unternehmen weltweit zusätzlich 15 Milliarden US-Dollar wöchentlich für Technologien aus. Die Technologie-Investitionen während der Pandemie stellen damit einen der höchsten Werte der Geschichte dar. Vor allem in Home-Office, Sicherheit und Datenschutz wurde investiert.

In den vergangenen sechs Monaten hat es stärkere organisatorische Veränderungen gegeben als in den gesamten zehn Jahren zuvor: „Der sprunghafte Anstieg von Investitionen in den Technologie-Sektor hat zu einem tiefgreifenden Wandel der Arbeitsweise von Unternehmen geführt. Die eigene Wohnung dient Vielen als Arbeitsplatz und über 80 Prozent der IT-Verantwortlichen machen sich über die psychische Gesundheit ihrer Teams Sorgen. Deshalb wird sich der Erfolg von Unternehmen in Zukunft an der Unternehmenskultur und dem Umgang mit den Angestellten entscheiden. Unternehmen müssen sich neue Wege überlegen, um die Mitarbeiter, die sie gewinnen und halten wollen, zu unterstützen“, so Klaus Schatz, KPMG-Partner. „Schließlich wird die IT in der neuen Realität durch die Erholung der jeweiligen Wirtschaftszweige geprägt werden, abhängig von Branche, Standort oder Unternehmen. Trotz unterschiedlicher Antworten der CIOs wird die Fähigkeit, schnell und entschieden zu handeln, wesentlich sein“, sagt Schatz.

„Die durch Corona verstärkte Digitalisierung fordert von den Verantwortlichen neues Denken, neues Handeln und neue Strategien. Vor allem im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz gilt es die Standards zu erhöhen und verstärkte Sicherheitsmaßnahmen zu implementieren“, ist Andreas Tomek, KPMG Partner und Cybersecurity-Experte, überzeugt.

Digitale Transformation zeigt Wichtigkeit von Cybersecurity

Die Ergebnisse der Studie zeigen jedoch, dass Vorstellung und Realität nach wie vor weit auseinanderklaffen. Vier von zehn Unternehmen weltweit wurden Opfer eines Cyberangriffs, gleichzeitig haben sie große Schwierigkeiten, qualifizierte Cyberexperten zu finden. Auch in Österreich haben die meisten Unternehmen bereits Erfahrungen mit Cyberattacken gemacht: Der KPMG Studie „Cyber Security“ zu Folge war jedes zweite Unternehmen in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Cyberangriffs. „Viele österreichische Unternehmen fühlen sich sicherer als sie es tatsächlich sind. Heute sind viele besser auf Cyberkriminalität vorbereitet als in den Jahren zuvor, trotzdem zeigt die Corona-Krise Defizite schonungslos auf“, erklärt Tomek.

Die CIO-Umfrage zeigt: 47 Prozent der während Covid-19 getätigten Technologie-Investitionen waren Investitionen in Sicherheit und Datenschutz. „Die Bereitschaft zur Investition ist da. Diese muss jedoch erhalten bleiben, denn nur so kann langfristige Sicherheit erreicht werden“, ergänzt Tomek.

Einer der großen Gewinner im Vergleich zum Vorjahr ist zudem „Marketplace Software as a Service“: „Großangelegte Einführungen haben sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr mit 23 Prozent mehr als verdreifacht“, so Thomas Hohenauer, KPMG-Partner.

Cloud Operation Model macht Transformationsprozess notwendig

Neben Investitionen in Sicherheit und Datenschutz sowie Infrastruktur war laut CIO-Umfrage der Bereich Cloud die drittwichtigste Technologie-Investition während Covid-19. Die Cloud ist der Motor der Digitalisierung in Unternehmen sowie der wichtigste Enabler zur Erschließung neuer Geschäftsmöglichkeiten. Vor allem große Unternehmen investieren in Cloud-Lösungen, wobei diese neue Technologie Veränderungen sowie große Anforderungen an die IT-Organisation mit sich bringt.

„Um Cloud-Lösungen umzusetzen, ist ein Transformationsprozess notwendig“, erklärt Michael Schirmbrand. „Tatsache ist, dass auch hier die Auswirkungen von Corona die großen Möglichkeiten von Cloud-Lösungen aufzeigen und die Bereitschaft zu investieren deutlich erhöhen.“

Neue Arbeitsweisen auf dem Vormarsch

86 Prozent der befragten Unternehmen haben während der letzten Monate zumindest teilweise auf Home-Office umgestellt. Die Ergebnisse der CIO-Umfrage zeigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und IT-Abteilung zugenommen hat, was als weiterer Treiber der Digitalen Transformation in Unternehmen gesehen werden kann. Um langfristig in großen Unternehmen und im internationalen Kontext diese neue Normalität zu erhalten, bedarf es zusätzlicher Investitionen im IT-Bereich.