Cyborgs: Mehrheit der Österreicher befürwortet Human Augmentation

21.September 2020

Eine Studie von Kaspersky mit dem Titel „The Future of Human Augmentation 2020: Opportunity or Dangerous Dream?“, bei der auch eintausend Verbraucher in Österreich befragt wurden, zeigt: Nahezu alle Befragten (92 Prozent) würden generell ihren Körper verbessern, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.

Fast zwei Drittel (64 Prozent) der von Kaspersky Befragten bestätigen laut der Studie, dass sie ebenfalls dazu bereit wären, sich persönlich mit Hilfe von Human Augmentation (auch als Human Enhancement bekannt) weiter zu entwickeln – entweder dauerhaft oder vorübergehend. Ganz oben auf der Optimierungs-Wunschliste der Augmentation-Befürworter in Österreich stehen: die Verbesserung der allgemeinen körperlichen Gesundheit (43 Prozent), ein besseres Sehvermögen (36 Prozent), mehr Kraft (26 Prozent) sowie ein attraktiverer Körper (29 Prozent).

Einige Zweifel bleiben jedoch unter den Befragten bestehen: Der Großteil schätzt, dass sich Human Augmentation-Technologie nur Wohlhabende werden leisten können (82 Prozent), während 91 Prozent die Sorge haben, ihr smarter werdender Körper könnte zum Hacking-Ziel für Cyberkriminelle werden.

Einig sind sich die Befragten in Bezug auf Human Augmentation für militärische Zwecke: 61 Prozent sprechen sich dagegen aus. Interessant: Fast Dreiviertel (72 Prozent) der österreichischen Studienteilnehmer sind der Meinung, dass die Menschen selber entscheiden sollten, in welcher Form sie ihren Körper durch Human Augmentation verbessern. Nahezu ein Drittel (30 Prozent) sieht die Verantwortung zur Regulierung beim Staat. Hier ist auch der internationale Vergleich interessant: So befürworten Briten ein Eingreifen der Regierung am stärksten (77 Prozent), Griechen am wenigsten (17 Prozent).

Die Befragten sorgen sich vor allem aber um die Abhängigkeit von Technologie-Unternehmen: 88 Prozent fürchten, dass ausschließlich Privatfirmen Human Augmentation-Technologie kontrollieren könnten.

Human Augmentation: Mensch und Technologie verschmelzen

Das früher der Science-Fiction vorbehaltene Konzept menschlicher Augmentation – die Neuerschaffung oder Steigerung körperlicher und geistiger Fähigkeiten – hat in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen, da digitale Technologien ein immer wichtigerer Teil unseres täglichen Lebens geworden sind. Das zeigen die Beispiele Neuralink von Elon Musk [2] oder der Einsatz von Exoskeletten in der Logistik [3].

„Human Augmentation ist heute einer der bedeutendsten Technologietrends“, weiß Marco Preuss, Leiter des Forschungs- und Analyseteams von Kaspersky in Europa. „Wir sehen bereits eine Vielzahl praktischer Anwendungen, die in den alltäglichen Bereichen unseres Lebens wie Gesundheits- und Sozialwesen, Sport, Bildung und Verkehr eingesetzt werden. Exoskelette für Feuerwehr und Rettungsdienste oder Bioprinting von Organen sind einige Beispiele dafür. Doch viele Menschen sind zu Recht misstrauisch. Augmentation-Fans testen bereits die Grenzen des Möglichen, doch wir brauchen gemeinsam vereinbarte Standards, um sicherzustellen, dass Human Augmentation sein volles Potenzial entfaltet und gleichzeitig die Risiken hinsichtlich Datenschutz und Cybersicherheit minimiert werden.“

Mehr als ein Drittel (38 Prozent) der befragten Frauen in Österreich und ein Fünftel (20 Prozent) der Männer würden Human Augmentation nutzen, um einen attraktiveren Körper zu haben, während hinsichtlich eines verbesserten Sehvermögens (Frauen: 36 Prozent, Männer: 35 Prozent) oder mehr Muskelkraft (Frauen: 23 Prozent, Männer: 28 Prozent) nahezu keine Unterschiede bestehen.