Gastronomie-Branche massiv von verschärften Corona-Maßnahmen betroffen

18.September 2020

Die von der Bundesregierung präsentierten verschärften Maßnahmen in der Gastronomie, treffen die seit Beginn der Corona-Krise schwer in Mitleidenschaft gezogene Branche massiv. Ab dem kommenden Montag gibt es eine Beschränkung von maximal 10 Personen pro Tisch im Innenbereich, eine Maskenpflicht für Gäste im Lokal und auch private Feiern sind nur mehr bis 10 Personen möglich.

Aufgrund der neuen Einschränkungen seien weitere Maßnahmen zur Unterstützung der betroffenen Betriebe umso wichtiger, kommentiert Mario Pulker, Obmann der Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), die aktuellen Entwicklungen: „Wir wissen, dass es Maßnahmen braucht, um die aktuell steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen und sind bereit, unseren Beitrag zu leisten. Genauso wichtig ist es aber, die Gastronomie-Betriebe zu stützen und Einnahmeausfälle zu kompensieren, die durch die verschärften Maßnahmen zu erwarten sind. Die angekündigte Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung um ein Jahr ist hier eine gute Nachricht und ein Lichtblick in einer fordernden Zeit.“

Um die betroffenen Unternehmer, von denen viele nach monatelanger Durststrecke gerade erst wieder begonnen haben, ‚durchzuatmen‘, in dieser neuerlichen Ausnahmesituation zu unterstützen, brauche es weitere rasche und unbürokratische Hilfsmaßnahmen, unterstreicht Pulker. Auch eine rasche Einigung beim Fixkostenzuschuss, der momentan seitens der EU blockiert wird, wäre enorm wichtig für Österreichs Gastronomiebetriebe. Kritik übt Pulker abschließend an jenen einzelnen Gastronomiebetrieben, die sich nicht an die Vorgaben gehalten haben: „Nun kommt die gesamte Branche wegen einiger weniger, die unfair agieren, zum Handkuss. Ich appelliere eindringlich an alle Betriebe, sich an die Regeln zu halten und so dazu beizutragen, die Infektionszahlen wieder zu senken.“

Gastronomie: Lage spitzt sich wieder zu

Die Wirtschaft trage die neuen Schutzmaßnahmen mit, bekräftigte WKÖ-Generalsekretär Karlheinz Kopf in einer Aussendung. Diese dürften aber „nicht die Gesundung der Wirtschaft aufhalten“. Die Situation für die Betriebe – im Tourismus und auch in vielen anderen Branchen – sei „schon jetzt extrem herausfordernd“. Nachdem es über den Sommer einen leichten Aufwärtstrend gegeben habe, spitze sich die Lage jetzt wieder zu. „Es müssen immer die wirtschaftlichen Konsequenzen berücksichtigt und eine Kompensation für besonders betroffene Betriebe mitgedacht werden“, so Kopf. Als „positiv“ bezeichnete er, dass im Zuge der jetzigen Verschärfung der Regeln in der Gastronomie und für private Feiern der reduzierte Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie, im Tourismus und der Kultur um ein Jahr bis Ende 2021 verlängert wird. „Das bringt eine gewisse Erleichterung, für besonders betroffene Betriebe wird es aber zusätzliche Unterstützung geben müssen.“ (APA/red)