Handelsverband stellt E-Commerce-Leistungspakete für KMU vor

07.September 2020

Der Handelsverband begrüßt das neue Förderprogramm „KMU.E-Commerce“ für KMU-Händler der Bundesregierung. Um den Ausbau des digitalen Vertriebs in Österreich zu beflügeln, werden dafür 2 Mio. Euro in die Hand genommen. Um Händlern die Möglichkeit zu geben, im Rahmen der kurzen Beantragungszeitleiste unbürokratisch von der Förderung zu profitieren, hat der Handelsverband zwei Onlinehandels-Leistungspakete geschnürt.

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig krisenresiliente Vertriebskanäle sind. Die Digitalisierung spielt hier eine entscheidende Rolle. So konnten jene heimischen Händler und Marktplätze, die während des Lockdowns auf E-Commerce setzen konnten, ihre Online-Umsätze beträchtlich steigern und oftmals vervielfachen, da sie Ihre Kunden über digitale Kanäle erreichten. Jetzt bieten wir mit ‚KMU E-Commerce‘ ein förderbares Rüstzeug für kleine und mittelständische Händler an“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Die Förderung beträgt 30 Prozent der förderbaren Projektkosten von mindestens 2.000 und maximal 100.000 Euro. Der höchstmögliche Zuschuss liegt damit bei 30.000 Euro. Die Antragstellung ist ab Dienstag, 8. September, bei der Austria Wirtschaftsservice (aws) möglich, es gilt das first come first serve-Prinzip.

Hier gilt es anzusetzen und den Einsatz zukunftsträchtiger Technologien im heimischen Handel zu forcieren. Programme wie der Digitale Aktionsplan Austria des Wirtschaftsministeriums und KMU RETAIL des Handelsverbandes unterstützen heimische Betriebe gezielt bei der Planung und Umsetzung ihrer Digitalisierungsvorhaben.

Der Handelsverband konnte hierfür seine Händler-Community mit über 4.500 Firmen zu einem gemeinsamen Ökosystem mit regionalen Marktplätzen ausbauen und vergibt neben dem etablierten Siegel „Österreichischer Händler“ seit Juni auch das bundesweite Gütesiegel „Österreichischer Marktplatz“.

Maßgeschneiderte KMU-E-Commerce Förderpakete

Um Händlern die Möglichkeit zu geben, im Rahmen der kurzen Beantragungszeitleiste unbürokratisch von der Förderung zu profitieren, hat der Handelsverband zwei maßgeschneiderte Onlinehandels-Leistungspaket geschnürt.

  • Das KMU.E-Commerce Starter Kit richtet sich an kleine und mittelständische Händler, die in den Online-Handel einsteigen: Ein Rundum-Sorglos-Paket mit Warenwirtschaft, Webshop, Gütesiegel „Trustmark Austria“ und „E-Commerce Europe Trustmark“ und vielem mehr – bei fixer Projektlaufzeit, fixen Projektkosten, skalierbar und zukunftsfähig. Die Kosten des Paketes liegen bei 10.000 Euro, davon können bis zu 3.000 Euro vom Wirtschaftsministerium gefördert werden.
  • Das KMU.E-Commerce Upgrade Kit richtet sich an kleine und mittelständische Händler, die mehr aus ihrer bestehenden E-Commerce Infrastruktur herausholen möchten: Die Erhöhung der Sichtbarkeit des eigenen Online-Shops, die Schaffung von Vertrauen mittels Gütesiegeln sowie die Implementierung eines professionellen Monitoring des eigenen Shops bzw. der Online-Kundschaft werden hier neben zahlreichen weiteren Services zu einem extrem niedrigschwelligen Paket gebündelt, welches 2.000 Euro kostet und mit bis zu 600 Euro gefördert werden kann.

„Diese Leistungen decken die Bedürfnisse der meisten Händler in dieser Phase präzise ab. Eine Dienstleistungsplattform, die weitere E-Commerce Services modular anbietet und für Händler wie ein digitales Taschenmesser zu verstehen ist, wird in den kommenden Tagen vorgestellt, um im Rahmen der E-Commerce Förderung weitere bezuschussbare Leistungen unserer Partner abzurufen und KMU zielsicher zu unterstützen“, so Will.

Für all jene Onlinehändler, die auch Schritte im E-Commerce setzen wollen, jedoch derzeit kein Investitionsprojekt mit mehr als 2.000 Euro stemmen können, hat der Handelsverband eine eigene Fördermaßnahme vorgesehen. Um den Kunden mehr Transparenz und Sicherheit zu geben, bietet der Handelsverband das KMU.E-Commerce Gütesiegel Kit an, welches die beiden Siegel Trustmark Austria und E-Commerce Europe Trustmark für 12 Monate umfasst und bis Jahresende mit einer 20 Prozent-Vergünstigung angeboten wird.

Fairen Wettbewerb sicherstellen: MwSt-Senkung & Plattformhaftung

Im Gleichklang empfiehlt der Handelsverband eine rasche und unbürokratische Senkung der regulären Mehrwertsteuer von 20 auf 16 Prozent analog zu Deutschland, um den Konsum in Österreich anzukurbeln und gleichzeitig die entstandene Wettbewerbsverzerrung im Crossborder Handel mit der Bundesrepublik auszugleichen. Auch die Einführung einer Plattformhaftung ist überfällig.

„Es braucht auch faire Wettbewerbsbedingungen und gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer. Nur so können wir die Wertschöpfung langfristig im Land halten, heimische Betriebe unterstützen und die 9-prozentige Onlineumsatzquote der KMU-Händler nach oben schrauben“, so Will abschließend.