Einzelhandel: Online Pure Player legen massiv zu

20.August 2020

Der Netto-Gesamtumsatz der größten 100 Retailer ist 2018 auf 38,7 Mrd. Euro gestiegen. Lebensmittel-Einzelhandel (LEH), Sportwaren und Generalisten legten dabei kräftig zu. Das sind die Ergebnisse des Reports „Austrian Top 100 Retailers“, der vom Handelsverband in Kooperation mit dem KSV1870 erstellt wurde.

Der Eintritt in die Charts des Handels wird immer härter: Mittlerweile sind mindestens 38,8 Mio. Euro nötig, um zu den Top 100-Unternehmen im Einzelhandel gezählt zu werden. „Im letzten Ranking waren es noch 32,6 Mio. Euro, davor 31,2 Mio. Der Trend setzt sich also weiter fort, die Marktkonzentration nimmt zu“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Gemeinsam machten die Top 100 Einzelhändler 2018 einen Umsatz von 38,7 Mrd. Euro, das sind 6 Prozent mehr als im Ranking 2017, und in Summe mehr als die Hälfte (57 Prozent) der gesamten einzelhandelsrelevanten österreichischen Konsumausgaben.

Die großen Gewinner im Ranking sind erneut die Online Pure Player. War Amazon im letzten Jahr von Platz 11 auf Platz 9 geklettert, so erklimmt der Digitalriese mit einem Österreich-Umsatz von 763 Mio. Euro (ohne Marktplatz-Umsätze) und einem Plus von 10,5 Prozent inzwischen den 8. Platz. Den besten Sprint hat jedoch Zalando hingelegt. Der deutsche Plattformhändler hat seinen Umsatz um die Hälfte gesteigert, von 230 Mio. Euro in 2017 auf 342 Euro in 2018, damit 7 Plätze im Ranking aufgeholt und sich auf Platz 22 etabliert.

In den Top 10 finden sich neben den fünf großen Lebensmittel-Versorgern Rewe, Spar, Hofer, Lidl und MPreis noch der Elektronik-Gigant Media Saturn, der Möbel-Riese XXXL-Gruppe, der Drogerie-Sieger dm und Baumarkt-Nummer-1 Obi. Neu in den Top 10: Amazon. Der Generalist hat es mit einem Wachstum von +11,4 Prozent bereits auf den neunten Platz geschafft, nach Platz 11 im Vorjahr.

 

Lebensmittel-Einzelhandel, Sportwaren und Generalisten legen zu

Die stärksten Branchen im Top-100-Ranking sind der Lebensmittel-Einzelhandel (21,2 Mrd. Euro, +7 Prozent), Sportwaren (1,1 Mrd. Euro, +10 Prozent) sowie die Generalisten und Schuhe/Lederwaren, die 2018 je um rund ein Drittel gewachsen sind. Treiber des Wachstums der letztgenannten Warengruppen sind Amazon und Zalando, aber auch der Eintritt neuer Händler: Mit Mediashop, TK Maxx und Action Retail sind drei neue starke Player im Ranking hinzugekommen.

Nahezu alle stationären Händler vertreiben inzwischen (auch) online über den eigenen Webshop. Nur 18 der 100 größten Retailer verzichten – zumindest in Österreich – gänzlich auf die digitale Filiale, darunter einige Lebensmittelhändler (Nah&Frisch, Sutterlüty, denn’s, Nordsee, Anker), Händler des unteren Preissegments (kik, Primark, New Yorker, Takko, Action) sowie vereinzelte weitere Händler, darunter Möbel Ludwig, Fussl und Kleider Bauer. Neu im eCommerce sind seit diesem Jahr Müller, Hagebau, Bellaflora, Pearle sowie Salamander.