Zahlungsverzögerungen und Pleiten größte Sorge von Finanzchefs

13.August 2020

Bereits vor Covid-19 waren Zahlungsverzögerungen und Insolvenzen die größten Sorgen von europäischen Finanzchefs, Umsatzverluste und Cyber-Attacken sind zusätzliche Herausforderungen. In diesem Rahmen von Risikomanagement wird die Rolle von Kreditversicherungen immer wichtiger.

Nichts fürchten europäische Finanzchefs (CFOs) so sehr wie verspätete Zahlungen oder Insolvenzen ihrer Kunden. Selbst Cyberrisiken fallen aus Sicht der CFOs hinter den beiden Hauptrisiken zurück, gefolgt von Schwierigkeiten in den Lieferketten, rückläufigen Umsätzen und Profitabilität. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „DNA of a CFO“ von der Kreditversicherung Acredia in Zusammenarbeit mit Euler Hermes.

Wenn es darum geht, was schnelle und spürbare Auswirkungen auf die Unternehmen hat, stehen verspätete Zahlungen durch die Kunden, ganz oben auf der Sorgenliste. „Schon vor der Covid-19-Pandemie war fast jedes zweite der befragten Unternehmen von Zahlungsverzögerungen betroffen und fast jedes dritte von der Insolvenz eines Abnehmers“, sagt Acredia Vorständin Gudrun Meierschitz. „Das ist eine relativ erschreckende Bilanz und zeigt, welch große Schneeballeffekte Insolvenzen in der gesamten Lieferkette auslösen können. Nach dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren sogar zwei Drittel von Zahlungsverzögerungen betroffen.“

Nach Zahlungsverzögerungen (47 Prozent) und Insolvenzen (32 Prozent) sorgten sich die europäischen Finanzchefs vor Covid-19 vor allem um Cyberangriffe (30 Prozent). „Knapp ein Drittel der befragten Unternehmen war im vergangenen Jahr Opfer eines Cyberangriffs“, sagt Meierschitz.

Kreditversicherungen: Schutzmaske für die Wirtschaft

Nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie waren 61 Prozent der europäischen Unternehmen zwischen März und Mai 2020 insbesondere von Umsatzrückgängen gezeichnet, 2019 hingegen waren es nur 25 Prozent. „Im öffentlichen Leben gehen wir seit Ausbruch der Pandemie auf Abstand. In der Wirtschaft geht es nun darum, enger zusammenzurücken, in Netzwerken zu arbeiten sowie eine Kreditversicherung wie eine Schutzmaske zu nützen und Lieferketten zu stabilisieren,“ so Ludwig Mertes, Acredia Vorstand.

Acredia hofft auf eine rasche Lösung, um entsprechend stabile Rahmenbedingungen für den Wirtschaftsstandort Österreich zu schaffen. „Hier geht es um die Ermöglichung und Sicherstellung österreichischer Geschäfte, Umsätze und Arbeitsplätze sowie den Erhalt von Lieferketten“, so Mertes.

So wird etwa Deutschland im Vergleich voraussichtlich besser durch die Krise kommen als viele andere Staaten. „Gründe dafür sind neben der besseren Ausgangssituation und dem kürzeren, weniger strikten Lockdown vor allem die schnellen und sehr umfangreichen Sofortmaßnahmen der deutschen Regierung. Insbesondere der gemeinsame Schutzschirm von Bund und Kreditversicherern für deutsche Unternehmen hat den Handel erst einmal stabilisiert und Lieferketten zusätzlich geschützt“, sagt Mertes weiter.

Bei der Lösung der bevorstehenden Herausforderungen konzentrieren sich die Finanzchefs der befragten Unternehmen dann vor allem auf Planungssicherheit und ein möglichst stringentes internes Risikomanagement. Sie setzen auf eine stärkere Diversifizierung sowie Absicherungslösungen, wie beispielsweise mit Kreditversicherungen. Deren Rolle, zeigen sich die Acredia ExpertInnen überzeugt, wird wichtiger werden.