Urlaubslust trotz Covid-19 so hoch wie nie

27.Juli 2020

84 Prozent der Österreicher planen trotz Covid-19-Pandemie heuer einen Sommerurlaub. Die meisten bleiben jedoch im eigenen Land. Zudem hat das durchschnittliche Urlaubsbudget im Vergleich zum letzten Jahr deutlich abgenommen.

84 Prozent der Österreicher planen heuer einen Urlaub. Die Urlaubsplanung ist trotz der Covid-19-Pandemie in fast allen befragten Ländern gestiegen. Auf Grund der Reisebeschränkungen ist es allerdings nicht verwunderlich, dass 78 Prozent angeben, zumindest einen Sommerurlaub innerhalb Österreichs zu verbringen. Ein Viertel der Befragten möchte jedoch auch in diesem Jahr nicht auf Sonne, Strand und Meer verzichten.

Wirtschaftliche Überlegungen waren für 38 Prozent entscheidend. Das durchschnittliche Urlaubsbudget hat im Vergleich zum letzten Jahr deutlich abgenommen: Beträgt es heuer im Mittel 2.108 Euro pro Haushalt, waren es 2019 noch 2.627 Euro. Das Minus von rund 20 Prozent schlägt sich auch im europäischen Durchschnitt nieder – von 2.020 Euro 2019 ist es in diesem Jahr auf 1.604 Euro gesunken.

„Die Corona-Krise trifft keine Branche so hart wie den Tourismus. Aber nach den jüngsten Lockerungen der Reisebeschränkungen stiegen die Buchungen spürbar an. Die Tourismusbrache hat schon zahlreiche Krisen durchlebt und wird auch aus dieser Krise gestärkt herausgekommen. Es gilt flexibel und mutig mit neuen Serviceleistungen auf die geänderten Bedürfnisse einzugehen“, sagt Besim Akinci, Geschäftsführer von Europ Assistance.

Ein Viertel der Österreicher zieht es aufs Land, 18 Prozent besuchen Familienmitglieder und 10 Prozent planen einen Städtetrip. Wurde letztes Jahr deutlich mehr geflogen, schrumpft dieser Anteil auf 17 Prozent und liegt damit fast gleichauf mit der Bahn (18 Prozent). 72 Prozent planen mit dem eigenen PKW oder Campingwagen zu verreisen. Die Lust am Campen hat mit 7 Prozent zugenommen. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der Österreicher buchen ein Hotelzimmer, 16 Prozent ein Gästehaus und 24 Prozent entscheiden sich für Ferienapartments. Der starke Rückgang bei der Buchung von Ferienapartments im Vergleich zu 2019 (35 Prozent) ist dem Einbruch im Städtetourismus geschuldet

Nachfrage nach Reiseversicherungen hoch

Die Nachfrage an Reiseversicherungen ist in Coronazeiten hoch, auch wenn sich die Bedürfnisse verschoben haben: 94 Prozent der Befragten erwarten, dass Kranken- bzw. Spitalskosten gedeckt sind, im Falle einer Stornierung möchten 88 Prozent einen finanziellen Ausgleich und fast ebenso viele (80 Prozent) wollen das auch bei Beschädigung oder Verlust von Gepäck. Natürlich werden auch Leistungen für den Fall einer Covid-19-Erkrankung vor und während der Reise gewünscht.

Die Europäische Reiseversicherung AG, eine Schwestergesellschaft der Europ Assistance in Wien, stuft Covid-19 derzeit nicht als Pandemie ein, auch Storno- und Reiseabbruch sind so versichert. Das gilt, solange die Situation stabil bleibt und es nicht wieder zu einem verstärkten Auftreten und somit zu einer zweiten Infektionswelle kommt. „Denn Covid-19 sollte kein grundsätzliches Hindernis für einen Urlaub sein. Empfehlenswert ist jedenfalls die Inanspruchnahme fachkundiger Beratung in heimischen Reisebüros oder beim Reiseveranstalter“, so Wolfgang Lackner, CEO der Europäischen Reiseversicherung.

Covid-19 nur eine von mehreren Herausforderungen

Derzeit ist von Reiseversicherungen vor allem in Verbindung mit dem Coronavirus die Rede. Oft wird dabei vergessen, dass die aktuelle Pandemie nur eine von mehreren Herausforderungen ist, die auf Reisende zukommen kann. „Jede Situation kann unvermittelt eine unangenehme Wendung nehmen und Reisende vor komplexe Probleme stellen“, sagt Lackner.

Auch wenn die Urlaubsfreude groß ist, geben 48 Prozent der Österreicher an, sich im Urlaub Sorgen um ihre Gesundheit zu machen. Dies hat einen Anstieg der Abschlüsse von Reiseversicherungen zur Folge. Angst selbst an Covid-19 zu erkranken, haben aber nur 9 Prozent der Befragten.

Das Meinungsforschungsinstitut Ipsos hat im Auftrag von Europ Assistance zum zwanzigsten Mal Konsumenten aus verschiedenen Ländern zu ihrem Reiseverhalten befragt. 11.000 Personen aus Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Belgien, Polen, USA, Thailand, China und Österreich wurden zu ihren Urlaubsplänen interviewt. Im Mittelpunkt stehen dabei Beweggründe, Zielorte und Ausgaben. Die Befragung fand in diesem Jahr von 16. bis 25. Juni mit einem Fokus auf die Covid-19-Pandemie statt.