Studie: Zehn Prozent der Österreicher sind nach wie vor offline

16.Juni 2020

Die Digitalisierung durchdringt immer mehr Bereiche der Gesellschaft und eröffnet viele Chancen. Dennoch nutzen rund zehn Prozent oder 650.000 der Österreicher das Internet nicht. Um der „digitalen Ungleichheit“ entgegenzuwirken, startet die FFG die mittlerweile zweite Ausschreibung des „Laura Bassi 4.0“ Programms. Insgesamt stehen zwei Millionen Euro zur Verfügung.

In Österreich gibt es noch immer 650.000 „Offliner“. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digitale Ungleichheit: Wie sie entsteht, was sie bewirkt… und was dagegen hilft“ der Österreichischen Gesellschaft für Umwelt und Technik (ÖGUT) und dem Joanneum Research, die in Auftrag der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) durchgeführt wurde.

Die Studie, die sich an Unternehmen und Technologie-Entwickler richtet, zeigt anhand von Beispielen, wie diese gegensteuern und ihre Produkte inklusiver und damit auch innovativer und kundenorientierter gestalten können. Eine aktuelle Maßnahme ist das Programm „Laura Bassi 4.0 – Digitalisierung chancengerecht gestalten“ der FFG . Die Ausschreibung ist geöffnet, zwei Millionen Euro (Mittel der Nationalstiftung mit Unterstützung des BMDW) stehen zur Verfügung. Das Programm richtet sich an KMU, die zur Gestaltung einer chancengerechten digitalen Zukunft beitragen wollen.

„Über unser Programm Laura Bassi 4.0 und das Netzwerk ‚Laura Bassi 4.0 – Digitalisierung und Chancengerechtigkeit‘ bringen wir jene zusammen, die gemeinsam neue Lösungswege und Innovationen entwickeln wollen und so Innovationskompetenzen, -kapazitäten sowie -output steigern“, so die beiden FFG-Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner. Im Programm „Laura Bassi 4.0“ werden inter- und transdisziplinäre Forschungs- und Innovationsnetzwerke mit Schwerpunkt der Projekttätigkeit am Schnittfeld von Digitalisierung und Chancengerechtigkeit gefördert.

Im Rahmen des Netzwerkes Laura Bassi 4.0 werden ab Herbst 2020 Workshops mit Stakeholdern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung sowie Zivilgesellschaft abgehalten. Das Netzwerk unterstützt und koordiniert experimentelle Pilotaktivitäten in verschiedenen Themenbereichen und wird von der FFG in Zusammenarbeit mit ÖGUT  und Joanneum Research sowie dem Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) aufgebaut.

Stadt-Land-Gefälle bei Breitbandausbau

Bei der Versorgung von Breitbandanschlüssen zeigt sich ein starkes Stadt-Land-Gefälle hinsichtlich der verfügbaren Geschwindigkeiten. Nach Alter und sozialer Schicht gibt es ebenso große Unterschiede: So greifen nur knapp mehr als die Hälfte der 65- bis 74-Jährigen regelmäßig auf das Internet zu (61 Prozent der Männer bzw. 47 Prozent der Frauen). Unter den Personen mit niedrigem Bildungsgrad nutzen 24 Prozent das Internet nicht; im höchsten Bildungssegment sind es nur drei Prozent.