Coronavirus: Die neue Arbeitswelt nach dem Lockdown

02.Juni 2020

Die Coronavirus-Krise stellt Unternehmen vor ganz neue Herausforderungen. Vor allem der Lockdown birgt wie wir wissen immense wirtschaftliche und organisatorische Herausforderungen. Das geht aus einer Studie des Wiener Beraterungsunternehmens Kienbaum hervor.

Unter dem Titel „Nach dem Lockdown?! – Vor der Veränderung?“ wurden von dem Beratungsunternehmen 188 Teilnehmer verschiedener Branchen und Unternehmensgrößen zu den Veränderungen während und nach der Coronavirus-Krise befragt.

Nach der Kurzarbeit folgt die Reduktion von Personal. „Die Unternehmensgröße hat dabei einen Einfluss auf den Personalabbau. Es zeigt sich, dass umsatzstarke Unternehmen nach dem Lockdown gerüstet in die Zukunft gehen und die Phase genutzt haben Kapazitäten freizusetzen. Ob es zu einem Nachzieheffekt kommt, ist noch offen“, stellt Alfred Berger, Leiter des Bereichs Compensation und Performance Management bei Kienbaum Wien, fest. Ein Viertel der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitenden wird künftig Personal abbauen. In kleineren Unternehmen (bis zu 50 Mitarbeiter) liegt der Wert bei 12 Prozent. „Die Verbundenheit mit den Mitarbeitenden ist also in kleinen Unternehmen deutlich enger als in großen Einheiten“, so Alfred Berger.

Coronavirus: Höhe der Vergütung gleichbleibend

Die Höhe der Vergütung wird hingegen kein Thema sein. Unternehmen planen also nicht in die aktuellen Gehälter einzugreifen. Die Vergütungsstruktur – also die Aufteilung zwischen Fixgehalt und Bonus – wird in 11 Prozent der Unternehmen, in Handelsunternehmen sogar bei 29 Prozent, diskutiert werden. Somit ist eine Änderung in den Bonussystemen nach dem Lockdown durchaus angedacht.

Welche Bereiche in den Unternehmen haben während und nach der Coronavirus-Krise die größte Relevanz? Zur Zeit des Lockdowns haben sowohl HR als auch IT den Höhepunkt erreicht. Dieser kann aber im folgenden Normalbetrieb nicht gehalten werden. Generalisten und der Bereich Finanzen übernehmen die Führung im Ranking nach der Krise, gefolgt vom Vertrieb. So wird die Bedeutung der Personalabteilung nach dem Lockdown sinken, während das Generalistentum zum Thema wird. „Diese Änderungen werden sich in der langfristigen Gestaltung der Vergütungsforderungen sicherlich widerspiegeln“, interpretiert Alfred Berger die Ergebnisse.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.