Coronakrise trifft kleine Unternehmen härter

04.Mai 2020

Die Unternehmensgröße hat laut einer Studie von der Unternehmensberatung Bezan & Ortner einen deutlichen Einfluss auf wirtschaftliche Auswirkungen. Deshalb bedarf es einer strategischen Neuausrichtung und der Digitalisierung von Prozessen für den Neustart.

Die Maßnahmen, die die österreichische Bundesregierung zur Eindämmung der Coronakrise gesetzt hat, haben deutliche Spuren in der heimischen Wirtschaft hinterlassen. Die Studie zeigt ein klares Bild: Rund die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet einen Umsatzrückgang um bis zu 25 Prozent. Im Detail betrachtet zeigt sich, dass die Auswirkungen der Pandemie umso stärker ausfallen, je kleiner die Unternehmensgröße ist.

Auch hinsichtlich der Liquidität lässt sich ein deutliches Zusammenspiel aus Unternehmensgröße und vorhandenen liquiden Mitteln ableiten. Kurzarbeit (73 Prozent), die Inanspruchnahme von Krediten (45 Prozent) sowie die Durchführung von Einsparungsprogrammen (45 Prozent) zählen zu den am häufigsten gesetzten Maßnahmen, um der rückläufigen Auftragslage entgegenzuwirken. Um sich auf die Recovery-Phase vorzubereiten, setzen die befragten Unternehmen überwiegend auf die strategische Neuausrichtung des Vertriebs (60 Prozent), die Digitalisierung von Prozessen (59 Prozent) sowie auf Kostensenkungen im Verwaltungsbereich (53 Prozent). Ein Blick in die kurz- bis mittelfristige Zukunft zeigt ein vorsichtig optimisches bis neutrales (je 35 Prozent) Bild. Nur sechs Prozent der Befragten blickt optimistisch in die bevorstehenden Monate.

„Kleine und mittlere Unternehmen – das Rückrat der österreichischen Wirtschaft – sind besonders stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen. Das Credo lautet nun: Rasch und effizient handeln, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern. Firmen, die in schweren Ertrags- oder Liquiditätskrisen stecken, benötigen schnelle Unterstützung, um eine drohende Insolvenz abzuwehren“, so Daniel Bezan, Geschäftsführer von Bezan & Ortner.

Coronakrise trifft die Kleinsten am härtesten

Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern haben derzeit die größten Ängste. Von ihnen rechnen rund 40 Prozent damit, mehr als die Hälfte ihres Umsetzes einzubüßen. 42 Prozent der Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigen fürchten Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent. Ein Problem, da kleinere Unternehmen häufig über knappere Liquidität verfügen. Bei einem Drittel der Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern reicht die Liquidität nur für maximal zwei Monate aus; bei 40 Prozent immerhin für drei bis sechs Monate. Zwei Drittel der Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern haben liquide Mittel, die über ein halbes Jahr hinaus reichen.

Zur Sicherung der Liquidität werden vor allem die neu eingeführte Corona-Kurzarbeit (73 Prozent), Kredite (45 Prozent) und Stundungen (41 Prozent) in Anspruch genommen. Programme zur internen Kosteneinsparung runden die Krisenstrategie ab. Nur vier Prozent der Befragten müssen keinerlei Maßnahmen zur Liquiditätssicherung umsetzen.

„Klein- und Mittelunternehmen können jetzt mit ihrer oftmals höheren Flexibilität punkten. Neue Prozesse können rascher eingeführt und neue Produkte schneller umgesetzt werden. Hohes Potenzial bringt hier vor allem die Digitalisierung von Prozessen mit sich“, ist sich Bezan sicher.

Die wichtigsten Links von Behörden und Institutionen für Unternehmen rund um das Coronavirus finden sich hier.